Bewerbungsschreiben – wie es auch Dir perfekt gelingt

Wie gut ein Bewerbungsschreiben erstellt ist, entscheidet darüber, ob ein Bewerber zu einem Gespräch eingeladen wird oder nicht. Dabei können die Zeugnisse und Referenzen nicht verändert werden. Anders sieht es mit dem Bewerbungsschreiben aus. Hier kann der Bewerber punkten, indem er die formalen Kriterien einhält und Sympathien und Neugier seiner Person gegenüber aufbaut.

Wer eine erfolgreiche Bewerbung schreiben will, sollte daher das Hauptaugenmerk auf das Anschreiben legen. Dabei ist wichtig, das Ziel der Bewerbung im Blick zu behalten. Das Bewerbungsschreiben kann nicht zu einem neuen Job führen. Es soll lediglich dazu dienen, dass der potentielle Arbeitgeber den Bewerber im Rahmen eines Gesprächs besser kennenlernt. Je besser das Bewerbungsschreiben, umso kürzer ist der Weg zum neuen Job.

Eine Bewerbung schreiben braucht Vorbereitung

Bevor Du Dich an das Schreiben machst, bereite Dich ein wenig vor. Recherchiere über das Unternehmen und verschaffe Dir einen ersten Eindruck vom betreffenden Arbeitsplatz. Das Internet ermöglicht Dir, Informationen zu sammeln. Durch dieses Bild gelingt es Dir leichter, den richtigen Ton zu treffen. Daraus ergibt sich auch gleich, dass jede Bewerbung für sich allein erarbeitet werden muss. Bewerbung schreiben hat nichts mit einer Postwurfsendung zu tun. Massensendungen mit Standardformulierungen sind nicht sinnvoll. Jeder Empfänger will spüren, dass Du mit Deinem Bewerbungsschreiben genau ihn meinst.

Eine Bewerbung schreiben in der korrekten Form

Die Form eines Anschreibens unterliegt formalen Bedingungen, die unbedingt eingehalten werden sollten. Dazu gehört auch, dass das Anschreiben auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht. Wer das Bewerbungsschreiben per Post versendet, sollte daher unbedingt auf ein sauberes Druckbild und auf hochwertiges Papier achten. Umweltschutzpapier und 80 g/qm -Papier sind zu vermeiden. Das Papier sollte weiß sein und eine Stärke von 90 bis 100 g/qm aufweisen. Die Ränder sollten klar erkennbar sein und der Text muss in sinnvolle Absätze gegliedert werden, damit er leichter zu lesen und zu verstehen ist. Mit dem optischen Eindruck allein ist es aber noch nicht getan. Es gibt noch weitere wichtige formale Kriterien für eine gute Bewerbung.

Absender und Empfänger müssen korrekt und vollständig sein

Anrede und Absender müssen stimmen. Dazu gehört, die eigene Anschrift vollständig anzugeben. Die Mailadresse und die Telefonnummer gehören unbedingt dazu. Diese Angaben erleichtern dem Personalchef oder Arbeitgeber, dass er auf Dein Anschreiben reagieren kann, ohne erst die anderen Unterlagen nach Deiner Telefonnummer oder Deiner E-Mail-Anschrift zu suchen. Nicht immer bleiben alle Unterlagen zusammen. In großen Unternehmen werden Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse vielleicht auf drei Abteilungen verteilt.

Die Anschrift des Unternehmens musst Du natürlich korrekt angeben. Wenn Du weißt, wie der Personalchef heißt, wird Deine Bewerbung zu seinen Händen geschickt. Das gleiche gilt natürlich für eine Personalchefin. Wenn Dir diese Angabe nicht vertraut ist, schreibst Du an die Personalabteilung. In der Anrede macht sich der Name immer viel besser als ein unpersönliches „Sehr geehrte Damen und Herren“. Notfalls rufst Du einfach im Unternehmen an und fragst nach dem Namen des zuständigen Mitarbeiters.

Die DIN 5008 und andere Vorgaben für das Anschreiben

Grundsätzlich wird die DIN 5008 für Bewerbungen genutzt. Wenn Du eine Bewerbung schreiben willst, solltest Du Dir diese Vorgaben einmal ansehen. Sie ist allerdings nicht unbedingt Vorschrift und dient nur als eine Orientierung. Wichtig ist jedoch die Betreffzeile korrekt anzugeben und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Die Betreffzeile wird fett formatiert. Das Wort „Betreff“ oder „Betr.“ entfällt. Dein Bewerbungsschreiben sollte auf keinen Fall mehrseitig sein, fasse Dich kurz. In Netz gibt es sehr gute Mustervorlagen, die Dir eine gute Orientierung bieten.

Die folgende Checklist kann Dir helfen, Dein Bewerbungsschreiben zu überprüfen, bevor Du es abschickst.

1. Ist der Absender korrekt und vollständig angegeben?
2. Ist der Empfänger korrekt angegeben?
3. Wird der richtige Ansprechpartner im Unternehmen namentlich genannt?
4. Ist die Betreffzeile fett formatiert?
5. Stimmt die Anrede mit dem Empfänger überein?
6. Ist der Text in sinnvolle Abschnitte gegliedert?
7. Ist die Grußformel korrekt?
8. Sind die Anlagen vermerkt?

Der sprachliche Aufbau

Dein Bewerbungsschreiben enthält im besten Fall alle Informationen, aus denen der zukünftige Chef ableiten kann, dass Du genau die passende Person für die ausgeschriebene Stelle bist. Dabei fängt der Inhalt bereits mit der Betreffzeile an. Schreibe hier nicht „Bewerbung“, sondern gib die Nummer der Anzeige oder die Bezeichnung des Arbeitsplatzes so an, wie es in der Stellenanzeige vermerkt ist.

Sollte es keine Anzeige geben, handelt es sich um eine Initiativbewerbung. Dann steht in der Betreffzeile: „Initiativbewerbung um eine Stelle als…“ Nimm Dir Zeit, wenn Du eine Bewerbung schreiben willst. Arbeite die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss sorgfältig aus. Du hast keine andere Chance, von Dir zu überzeugen und auf Dich aufmerksam zu machen als mit diesem Text.

Einleitung

In der Einleitung zeigst Du Dich höflich und sozial kompetent. Beginne mit einer Aussage über das betreffende Unternehmen.

„Ihr Angebot ist mir aus dem Internet bekannt und ich konnte mich als Kunde bereits von der Qualität Ihrer Arbeit überzeugen.“

Dieser Satz muss natürlich der Wahrheit entsprechen.

Möglich ist auch:

„Ihre Stellenanzeige hat mein Interesse geweckt. Beim Besuch Ihrer Homepage ist dieses Interesse noch verstärkt worden.“

Mach ein Kompliment, das nicht zu schmalzig ist, aber dennoch klar erkennbar ist. Es kann schon eine Weile dauern, bis Du die perfekte Einleitung gefunden hast. Doch eine Bewerbung schreiben ist nicht auf die Schnelle zu erledigen. In einer Initiativbewerbung sollte Deine Einleitung den Grund für Dein Bewerbungsschreiben beinhalten. Dieser Grund kann auf keinen Fall sein, dass Du dringend einen Job brauchst. Auch hier geht es wieder darum, dass Du dem Leser zeigst, warum Du sein Unternehmen so attraktiv findest.

Hauptteil

Der Hauptteil ist der wichtigste Teil in Deinem Bewerbungsschreiben. Bevor Du Deine Bewerbung schreiben kannst, solltest Du Dir eine Liste über Deine Kompetenzen und Stärken machen. Wenn es eine Stellenanzeige oder eine Stellenbeschreibung gibt, leg diese bereit. So kannst Du sehen, welche Qualitäten gefordert sind.

Inhaltliche Gestaltung der Bewerbung

Inhaltlich gehst Du auf zwei Aspekte ein, wenn Du eine erfolgreiche Bewerbung schreiben willst.

1. Was fordert der potentielle Arbeitgeber?
2. Was kannst und willst Du einbringen, wenn Du eingestellt wirst?

1. Was fordert der potentielle Arbeitgeber?

Nachdem Du eine sympathische Einleitung formuliert hast, solltest Du Dir überlegen, wie Du auf die Anforderungen Deines zukünftigen Chefs eingehen kannst. Wenn zum Beispiel bestimmte Qualifikationen gefordert sind, über die Du verfügst, reicht ein Satz: „Die erforderlichen Qualifikationen weise ich durch meine beigefügten Zeugnissen nach.“ Du willst viele Argumente für Deine Person in die Bewerbung schreiben, erspare Dir also, den Lebenslauf und die Zeugnisse zu wiederholen. Das kostet nur unnötig Platz im Bewerbungsschreiben. In der Initiativbewerbung steht kurz und knapp, was Du kannst. das kann ungefähr so klingen: „Als Sozialwissenschaftler mit Erfahrung im Seniorenbereich….“, „als Friseurmeister mit dem Spezialgebiet Coloration…“. So weiß der Leser sofort, wen er vor sich hat.

Fordert der potentielle Arbeitgeber die Angabe des frühestens Eintrittstermins oder der Gehaltsvorstellungen, musst Du Dich dazu äußern. Bewerbung schreiben heißt auch, klare Vorstellungen haben. Diese Vorstellungen will Dein Chef natürlich kennen. Als Gehaltsvorstellung kannst Du entweder Dein bisheriges Gehalt als Minimum angeben oder Dich im Internet nach der Höhe erkundigen, die meistens gezahlt wird. Wenn Du allerdings ganz klare Vorstellungen von der Summe hast und keine Kompromisse eingehen willst, schreibe auch das klar in die Bewerbung. Wenn Du zu teuer bist, könnt ihr euch beide weitere Verhandlungen sparen und müsst keine Zeit verschwenden. Diese Angaben stehen im dritten Absatz. Vorher kommen noch Deine Vorzüge.

2. Was kannst und willst Du einbringen, wenn Du eingestellt wirst?

Ein Bewerbungsschreiben ist eine Werbung für Deine Person. Deshalb beschreibst Du zuerst drei Stärken, die sich auf Deine Berufsausübung beziehen. Teamfähigkeit, Belastbarkeit oder Flexibilität sind Beispiele dafür. Auch Kommunikationsfähigkeit oder Lernwilligkeit gehören dazu. Orientiere Dich an der Stellenanzeige, denn Du willst eine passende Bewerbung schreiben. Diese Eigenschaften kannst Du mit einem kleinen Hinweise Belegen: „Meine Teamfähigkeit konnte ich bereits als ehrenamtlicher Rettungssanitäter unter Beweis stellen.“ „Mein bisheriger Arbeitgeber hat mich für meine Belastbarkeit wiederholt gelobt.“

Wenn dieser Absatz gut gelungen ist, folgen noch ein oder zwei Sätze über Dich als Person. So könntest Du anführen, dass Du frei von familiären Verpflichtungen bist und somit nicht auf die Uhr schaust, wenn Feierabend ist. Oder Du beschreibst, Deinen Ehrgeiz, Dinge zu Ende zu bringen etc.

Checkliste für die inhaltliche Ausarbeitung deines Bewerbungsschreibens

1. Ist Die eine freundliche und sympathische Einleitung gelungen?
2. Hast Du berücksichtigt, was der Arbeitgeber in der Stellenanzeige fordert?
3. Konntest Du Deine Stärken benennen?
4. Vermeidest Du, den Lebenslauf zu wiederholen?
5. Hast Du besonders positive Eckdaten zu Deiner Persönlichkeit beschrieben?

Schlussformel

Die Schlussformel soll eine sogenannte „Call to Action“ oder Handlungsaufforderung enthalten. Dabei ist sie nicht zu eindeutig zu formulieren. Natürlich kannst Du keinen Befehl erteilen. „Rufen Sie mich an, wenn Sie eine Spitzenkraft einstellen wollen“ ist etwas zu selbstbewusst. Die Richtung stimmt allerdings.
Beispiele für eine selbstbewusste Schlussformel:

„Ich bin überzeugt, einen wertvollen Beitrag für Ihr Unternehmen leisten zu können. Wenn Sie meine Unterlagen interessant finden, freue ich mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“

„Ich freue mich, wenn ich in Ihrem Unternehmen einen Platz finde und werde meine fachlichen und persönlichen Kompetenzen mit großem Engagement einbringen. Die Einladung zu einem persönlichen Gespräch nehme ich gern an.“

Das Bewerbungsschreiben schließt mit „mit freundlichen Grüßen“ und Deiner Unterschrift. Deinen Namen musst Du nicht unbedingt zusätzlich mit dem PC schreiben, der Leser weiß ja, wer Du bist.
In die letzte Zeile kommt ein Hinweis darauf, dass zum Bewerbungsschreiben noch Anlagen gehören. Das Wort „Anlagen“ reicht aus, Du musst sie nicht alle einzeln aufführen.

Welcher Platz ist der richtige für das Bewerbungsschreiben?

Das Bewerbungsschreiben kommt bei einer Bewerbung in Papierform oben auf Deine Bewerbungsmappe. Auf keinen Fall solltest Du es einheften. Der Grund dafür liegt auf der Hand. In großen Firmen werden die Bewerbungen vorsortiert. Stimmt etwas mit dem Bewerbungsschreiben nicht, wird die Bewerbung unter Umständen direkt aussortiert. Interessante Bewerbungsschreiben werden direkt an den Personalchef weitergeleitet. Erst, wenn er Deine Unterlagen sehen will, bekommt er die Mappe. Manche Unternehmen werden mit Bewerbung so überhäuft, dass sie ein Verfahren wählen, das die Arbeit der Sichtung erleichtert.

In einer elektronischen Bewerbung wird das Bewerbungsschreiben als pdf. gespeichert. Die Datei heißt: „Anschreiben_Dein Name“. Lebenslauf und Zeugnisse werden jeweils getrennt gespeichert.

Besonderheiten bei der Initiativbewerbung

Die Initiativbewerbung ist, wie oben schon erwähnt, in einigen Aspekten eine Sonderform. Zuerst einmal macht es einen guten Eindruck, wenn der Arbeitgeber erkennen kann, dass Du Dich bewirbst, obwohl keine Stellenausschreibung vorliegt. Du zeigst damit Eigeninitiative. Formal unterscheidet sich diese Art der Bewerbung nicht von der klassischen Bewerbung. Die wesentlichen Unterschiede für das Bewerbungsschreiben der Initiativbewerbung sind hier zusammengefasst.

1. Die Betreffzeile enthält den Hinweis darauf, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt.
2. Du musst im Rahmen einer Recherche herausfinden, worauf der Arbeitgeber besonderen Wert legt, weil Dir keine Infos aus der Stellenanzeige vorliegen.
3. Deine eigenen Qualitäten nehmen etwas mehr Raum ein, denn Du wirbst mit diesem Bewerbungsschreiben sehr direkt für Dich und musst den Bedarf beim Arbeitgeber wecken.

Die Schlusskontrolle ist ein Muss

Kontrolliere am Schluss die Rechtschreibung und die Grammatik. Vielleicht kannst Du einen Freund bitten, Korrektur zu lesen. Oft sieht man seine eigenen Fehler bei aller Sorgfalt nicht. Einer unbeteiligten Person fallen Fehler schneller ins Auge.

Fazit

Eine Bewerbung schreiben ist eine Angelegenheit, die Konzentration und Überlegung erfordert. Formale und inhaltliche Kriterien sollten vor dem Absenden gründlich überprüft werden. Wem es gelingt, sich in die Situation des Arbeitgebers zu versetzen, wird eine Bewerbung erstellen, die Sympathie weckt und realistische Chancen hat, zu einem Vorstellungsgespräch zu führen.

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