So bekommst Du mit einer Videobewerbung Deinen Traumjob

Die Videobewerbung auf einen Job erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Worauf aber sollten Bewerber achten? Und welche Unternehmen schätzen eine Videobewerbung überhaupt? Das sind alles wichtige Fragen, die sich Jobsuchende vor der Bewerbung stellen sollten. Vor allem kann sich eine Bewerbung per Video für extrovertierte Kandidaten lohnen. Schließlich kann im bewegten Bild viel mehr von sich und seinen Fähigkeiten gezeigt werden, als der Lebenslauf es könnte.

Hier gilt es aber, vorher genau zu überlegen, ob der potentielle Arbeitgeber gefallen an einer Videobewerbung haben könnte. Die Banken- und Versicherungsbranche beispielsweise lehnt solche Bewerbungsmaßnahmen eher ab. Hier erfährst du, in welchen Branchen Du dich per Video bewerben kannst und wie du Deinen Traumjob bekommst.

Warum sollte ich eine Videobewerbung anfertigen?

Einseitigkeit ist für Personaler auf lange Sicht langweilig. Täglich bekommen sie Bewerbungen mit schnöden Texten und immer wieder gleichen Lebensläufen. Keine Frage: In manchen Branchen wie bei Banken oder Versicherungen ist das sogar ausdrücklich erwünscht. Doch die Arbeitswelt ändert sich, Personaler ändern sich ebenfalls und so wandeln sich zunehmend die Ansprüche an Bewerber. Ihnen wird es freigestellt, wie sie sich bewerben wollen.
Dabei steht allerdings die Authentizität im Vordergrund. Das Video darf nicht gespielt sein, es muss Dich als echte Person mit echten Stärken und Schwächen zeigen. Alles andere wäre kontraproduktiv. Eine Prozessintegration per Videobewerbung kann Sinn machen. Aber warum genau?

Die Vorteile einer Videobewerbung

Die Personaler sehen Dich und Deine Ausstrahlung sofort. Sie erkennen Deine Mimik und hören Deine Stimme. Somit kannst Du direkt vom ersten Augenblick an überzeugen. Laut Personalern sind diese Softskills, die man meistens nicht an Schulen und Universitäten lernt, zunehmend wichtiger. Wenn die Videobewerbung aus der Masse der Bewerber heraus sticht, hat sie ihren Auftrag erfüllt. Personaler freuen sich, wenn sie etwas Abwechslung haben und auf etwas Neues und Frisches stoßen. Deswegen sollte das Video unbedingt individuell sein und zur Prozessintegration der Bewerbung dienen.

Zudem kannst du Deine persönlichen Stärken in einer Videobewerbung nochmals besser hervorheben, als nur auf einem Blatt Papier. Vor allem für extrovertierte Kandidaten kann sich das lohnen. Klar, der Lebenslauf, das Motivationsschreiben und Zeugnisse sind wichtig und dürfen am Ende der Bewerbung nicht fehlen. Zudem müssen Zielgruppen Video-affin sein, damit das Video nicht schlecht ankommt.
Aber wenn Deine Stärken in der Kommunikation, im persönlichen Auftreten, beim Sprechen und in der Sympathie liegen, dann ist die Videobewerbung das richtige Tool für dich. Worauf Du bei Deiner Videobewerbung achten solltest, erfährst du gleich. Zuerst ein paar Beispiele von extrovertierten Kandidaten und ihren gelungenen Videos:

Drei Beispiele für eine gute Videobewerbung

Im Netz kursieren lustige und gleichzeitig gute Beispiele für eine Videobewerbung.

So mimt eine junge Dame, die sich für das Social Media Team eines österreichischen Nachrichtensenders bewerben will, zu Anfang und Ende des einminütigen Videos die Nachrichtensprecherin. Das passt perfekt ins Bild, weil sie das Thema ihres potentiellen zukünftigen Jobs direkt aufgreift. Danach dreht sich das Video ins Lustige. Die Bewerberin nennt ihre Stärken, doch im Video zeigt sich immer genau das Gegenteil.
Wenn sie sagt, sie sei aufmerksam, straft sie alles mit Desinteresse. Wenn sie sagt, sie sei teamfähig, sitzt sie mit ihren Freunden zusammen und starrt nur aufs Handy. Das eignet sich sicher nicht für jeden Beruf, aber für ein Social Media Team, das schlagfertig, lustig und kreativ sein sollte, ist das eine sehr gute Bewerbung.

Ein anderes Video kommt ganz ohne Sprechrolle der Bewerberin aus. Das besondere am Video ist, dass man genau sieht, wie die Person sich auf Stelle bewirbt und wie sie ihre Stärken wie Ausdauer (in Form von Joggen) oder Flexibilität (in Form von Dehnübungen) präsentiert. Dabei spricht die Person nicht, aber Musik hinterlegt das Video, sodass es nicht langweilig wird. Das Video ist aber eher aufwendig produziert. Einige Tage Arbeit wurden sicherlich in diese Bewerbung investiert.

Eine weitere Bewerberin zeigt, dass man durchaus Kreativität bei einer Videobewerbung mitbringen kann. Das ist sicherlich etwas für extrovertierte Kandidaten. Die junge Frau zeigt sich beim Backen einer Torte – obwohl Backen nichts mit dem Job zu tun hat, den sie ergattern möchte. Sie präsentiert dabei aber ihre Stärken, etwa wenn die Butter zu gerinnen droht. Dann zeigt sich ihre Problemlösungskompetenz. Oder ihre Sorgfalt, wenn sie die Creme auf die Torte aufträgt. So ein Video braucht viel Vorbereitung, zeigt aber, dass sich die Person sehr viel Mühe gibt und den Job gerne haben möchte.

Egal für welche Variante Du dich entscheidest: Gib Dir Mühe bei Deiner Videobewerbung. Denn so wirst du den Recruitingprozess besser durchlaufen und durchbrichst die Einseitigkeit für die Personaler. Ganz wichtig dabei: Deine Authentizität darf nicht leiden. Und worauf solltest du noch achten?

Das gilt es bei einer Bewerbung per Video zu beachten

Informiere Dich vorher gut über das Unternehmen. Ist es im Bereich Marketing, Kommunikation oder Medien angesiedelt, könntest du ein Video mitschicken. Generell in allen Branchen, in denen Du mit vielen Menschen zu tun und Kundenkontakt hast, kann ein Video von Vorteil sein. Bedenke aber: Eine Videobewerbung kann nie eine normale Bewerbungsmappe per Post oder per Mail ersetzen. Es gilt nur als Ergänzung und kann Dir dabei helfen, die Stelle zu bekommen.

In einer Mail kannst Du das Video als Link mitschicken. Dateien, die per Mail gesendet werden, sind in der Regel zu groß und nicht abrufbar. Solltest du Dich per Post bewerben, kann es Sinn machen, das Video auf eine CD zu brennen oder einen USB-Stick mitzuschicken. Wenn Du Dich im ersten Schritt dazu entschieden hast, ein Video anzufertigen, geht es jetzt darum, ein gutes Video aufzuzeichnen. Aber wie machst Du das?

So produzierst Du Dein Video

Hier gilt es zu unterscheiden, für welchen Job Du das Video machst und wie Deine Lebenssituation ist. Bist Du Schüler oder Student und suchst ein Praktikum, dann reicht es in der Regel, ein vernünftiges Video mit Deinem Smartphone oder einer einfachen Kamera aufzunehmen. Achte dafür auf einen guten Hintergrund, in dem keine peinlichen Dinge wie ein unaufgeräumtes Zimmer oder die Toilette zu sehen sind. Wähle eine gute Umgebung und eine ruhige Atmosphäre.

Das Bild sollte nicht zu verwackelt sein. Halte dafür das Smartphone ruhig in Deiner Hand oder nimm ein Stativ zur Hilfe, wenn Du eines hast. Als nächstes geht es darum, einen ansprechenden Text aufzunehmen. Mache Dir vorher ein paar Gedanken dazu, spreche ihn aber nicht auswendig vor. Das wirkt sonst nicht authentisch. Sei einfach Du selbst und erzähle etwas über Dich, dass die Personaler nicht auch in Deinen übrigen Bewerbungsunterlagen finden könnten.

Es geht darum, im Recruitingprozess der Unternehmen positiv aufzufallen und nicht in der Masse unterzugehen. Achte auch auf Dein Outfit, schließlich möchtest Du wahrscheinlich nicht im Schlafanzug Deinem neuem Chef das erste Mal auffallen.

Manchmal eignet es sich auch, einen Freund oder ein Familienmitglied zu bitten, den Kameramann zu machen. So sollte die Bildqualität besser werden und im besten Fall kann der Kameramann noch Fragen stellen, sodass das Video wie ein Interview wirkt. Die gesamte Videobewerbung sollte nicht länger als drei Minuten dauern und auf keinen Fall langweilig sein. Lieber kürzer und prägnanter, als künstlich in die Länge gezogen.

Bist Du mit einem Aufnahmeversuch nicht zufrieden, dann mache noch einen zweiten oder dritten. Schließlich investierst du die Zeit vielleicht in Deinen Traumjob – dafür lohnen sich ein paar Versuche. Aber extrovertierte Kandidaten sollten ohnehin kein Problem haben sich per Video zu bewerben.

Sollte ich einen Profi beauftragen?

Hier kommt es darauf an, wie Deine finanzielle Situation aussieht und für welchen Job Du Dich bewirbst. Wenn es ein sehr begehrter Job ist und gut bezahlt wird, kannst Du durchaus einen Profi beauftragen. So eine Jobchance kommt vielleicht nur ein Mal. Dafür sollte Deine Videobewerbung perfekt werden. Verdienst du genug Geld und Dir kommt ein eigens produziertes Video nicht gut genug vor, dann kannst Du ebenfalls einen Profi beauftragen.

Achte auf den Datenschutz Deiner Bewerbungsdaten. Dann kann nichts schief gehen. Die Preise für gute Videoproduzenten sind unterschiedlich. Du solltest aber schon ab 200 Euro ein gutes Video bekommen. Je nachdem, wie hoch Deine Ansprüche sind, kann dieser Preis zunehmen. Gute Produzenten für eine Videobewerbung in Deiner Umgebung findest Du über eine einfache Google-Suche.

Nachteile einer Videoproduktion vom Profi können der Datenschutz und eine geringere Authentizität sein. Den Datenschutz sollte man mit seinem Anbieter noch klären können, damit der aktuelle Arbeitgeber nichts vom Video erfährt oder es gar ins Netz gestellt wird. Hat man aber ein Bewerbungsvideo vom Profi anfertigen lassen – was locker ein paar hundert Euro kosten kann – dann wird man so schnell kein zweites machen. Also müsste man das Video relativ inhaltlich offen lassen, sodass es für mehrere Bewerbungen und Arbeitgeber infrage kommt.

Bei der Videobewerbung geht es allerdings darum, aus der Maße heraus zustechen. Hat der Arbeitgeber den Eindruck, dass Video sei für jeden beliebigen potentiellen Lohnzahler, dann wirkt es sicherlich nicht so gut. Im Recruitingprozess kann dich das deutlich hinter andere Mitbewerber zurückwerfen.

Die sieben Tipps für die perfekte Videobewerbung

1. Informiere dich über das Unternehmen

Recherchiere wichtige Kennzahlen und Informationen zu Deinem zukünftigen Arbeitgeber. Wofür steht das Unternehmen? Warum passt Du dazu? Eignet sich eine Videobewerbung überhaupt?

2. Achte auf ein vernünftiges Outfit und ein ordentliches Auftreten

Ziehe Kleider an, die Du auch zu einem normalen Vorstellungsgespräch anziehen würdest. Passen Anzug oder Kleid nicht zum Inhalt des Videos, dann wähle Klamotten, die besser passen. Achte darauf, dass Du nicht unordentlich oder zerzaust aussiehst, nur weil Du das Video zuhause aufnimmst.

3. Achte auf den Hintergrund, das Licht und den Ton

Du solltest einen schönen und ruhigen Hintergrund wählen. Hinter Dir sollte nichts passieren, was den Personaler von Dir ablenkt. Zudem ist es ratsam, auf ein gutes Licht zu achten. Nutze am besten Tageslicht, sodass Du natürlich aussiehst. Kommst du zu unbeleuchtet rüber und man erkennt Dein Gesicht kaum, dann hilf mit einer Lampe nach. Außerdem solltest Du Dein Video in einer ruhigen Umgebung aufzeichnen, sodass es keine Störgeräusche gibt. Achte darauf, dass Dein Mikro nicht knackt und Du gut und deutlich zu verstehen bist.

4. Dauer und Nachbearbeitung sind wichtig

Die meisten Personaler geben an, dass sie eine Länge von zwei bis drei Minuten bei einer Videobewerbung am besten finden. Ziehe es nicht künstlich in die Länge, sondern vermittel einfach Deine Botschaft. Im Notfall kannst Du bei der Nachbearbeitung noch etwas kürzen. Einige Videoprogramme sind kostenlos, sodass Du Dein Video noch verbessern kannst.

5. Übe Deinen Text

Überlege Dir vor dem Dreh, was Du sagen möchtest. Für extrovertierte Kandidaten sollte das kein Problem sein. Über Deinen Text aber nicht auswendig. Das wirkt sonst komisch. Sage, was dich auszeichnet, welche Besonderheiten es gibt und reicher das Video mit Informationen an, die nicht in Deiner Bewerbungsmappe zu finden sind. So gelingt Deine Videobewerbung sicher.

6. Rede ruhig und bleib entspannt

Für den Recruitingprozess wollen die Personaler wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wenn Du aufgeregt und zappelig bist, ist niemandem geholfen. Du musst Dir keine Sorgen machen, es passiert nichts schlimmes mit der Videobewerbung. Alle Personaler werden auf den Datenschutz achten und das Video nur für die bessere Prozessintegration nutzen. Extrovertierte Kandidaten sollten beim Dreh nicht übertreiben.

7. Trau dich einfach

Die Zielgruppen müssen Video-affin sein. Dennoch solltest Du dich einfach trauen, eine Videobewerbunganzufertigen und abzuschicken. Was kann schon passieren? Im schlimmsten Fall kommt keine Antwort oder die Firma möchte nicht, dass sich Kandidaten per Video bewerben. Wenn Du es aber versuchst, dürften sich Deine Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung enorm steigern.

Fazit

Eine Videobewerbung kann sich in den richtigen Branchen durchaus für Bewerber lohnen. Per Video bewerben erfordert ein bisschen Recherche aber nicht unbedingt viel Equipement. Jeder kann mit seinem Smartphone und mit Authentizität punkten.

Wichtig ist: Zielgruppen müssen Video-affin sein. Du solltest die Videobewerbung aber nur ergänzend mitschicken. Eine normale Bewerbung inklusive Lebenslauf und Zeugnissen ist trotzdem erforderlich. In manchen Fällen kannst Du einen Profi beauftragen, der das Video für dich dreht. Das kostet ein paar hundert Euro, kann sich aber lohnen und die Einseitigkeit für die Personaler durchbrechen. Wenn Du die Tipps beachtest und dich im Video gut präsentierst, dann lohnt sich eine solche Bewerbung per Video auf jeden Fall.

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5 Kommentare zu „So bekommst Du mit einer Videobewerbung Deinen Traumjob“

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