Realabschluss, Abi oder Bachelor – Welcher Abschluss ist der „Richtige“?

Was ist der richtige Abschluss? Diese Frage kommt Dir vermutlich bekannt vor und diese Frage muss in erster Linie jeder für sich selbst beantworten. Es gibt einige Kriterien, die Du beachten solltest, aber eine pauschale Antwort existiert nicht. Mit anderen Worten, den richtigen Abschluss gibt es nicht.

Entscheidend für die Wahl des geeigneten Abschlusses sind Deine eigenen Wünsche und Vorstellungen für Deine Zukunft. Lediglich einige wenige Berufe schreiben einen bestimmten Abschluss tatsächlich vor. Niemand kann Arzt werden ohne Medizinstudium oder Anwalt ohne Jurastudium. Eine Selbständigkeit oder eine Führungsposition erfordern jedoch keinen vorgeschriebenen Abschluss. Viele Wege führen hier nach Rom.

So ist heute ein Studium nach einer Lehre keine Seltenheit mehr oder eine Kombination von Lehre und Studium.

Hauptschulabschluss, Realschulabschluss mit Qualifikation oder Abitur

Deine Schulzeit kannst Du mit einem Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse beenden. Mit diesem Abschluss hast Du nun die Möglichkeit eine Fachoberschule zu besuchen. Den mittleren Bildungsabschluss erhältst Du nach Abschluss der zehnten Klasse auf einer Realschule, einer Gesamtschule oder einem Gymnasium. Hier wird unterschieden zwischen dem normalen Realabschluss und dem Realschulabschluss mit Qualifikation.

Der Realschulabschluss mit Qualifikation berechtigt zum Besuch der Oberstufe im Gymnasium. Der Realschulabschluss mit Qualifikation ermöglicht es Dir, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Mit dem Realschulabschluss mit Qualifikation kannst Du gymnasiale Oberstufe besuchen. Der Realschulabschluss mit Qualifikation ist häufig eine Voraussetzung für eine Ausbildung. Nach Abschluss der Klassen elf und zwölf hast Du die Fachhochschulreife erreicht.

Sie ist Voraussetzung für eine Ausbildung in einigen Berufen. Dieser Abschluss ermöglicht den Besuch einer Fachhochschule. Das Abitur ist der höchste deutsche Bildungsabschluss. Du kannst mit diesem Abschluss Hochschulen und Universitäten besuchen.

Abschluss nach der Schulzeit – was nun?

Nachdem Du die Schule mit einem Abschluss beendet hast, musst Du Dich entscheiden, was Du machen möchtest. Einen weiteren Bildungsabschluss erreichen, eine Ausbildung machen oder studieren, keine leichte Entscheidung, die auf Dich wartet. Der Realschulabschluss mit Qualifikation bietet eine gute Möglichkeit einen höheren Bildungsabschluss zu erzielen. Überlege Dir in Ruhe, wo Deine Interessen und Stärken liegen.

Lass Dich auf keinen Fall unter Druck setzen, weder durch Dich selbst noch durch Außenstehende. Du solltest Dich für einen Beruf entscheiden, der Dich auch auf lange Sicht interessiert. Wer kein Interesse an praktischem Arbeiten hat, wird in einem handwerklichen Beruf sicher nicht glücklich. Wer keine Lust mehr zum Lernen hat, ist vermutlich auch mit einem Studium nicht zufrieden. Du musst Dir überlegen, welcher Beruf Dir Spaß macht und dann musst zu herausfinden, welche weitergehende Ausbildung Du für diesen Beruf benötigst.

Es gibt einige Beratungsangebote bei unterschiedlichen Stellen, diese solltest Du nutzen, wenn Du Schwierigkeiten bei der Wahl Deines zukünftigen Berufes hast. Ein wenig solltest Du auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt im Auge behalten. Einen Beruf erlernen, der eine hohe Arbeitslosigkeit aufweist, weil es zu viele Kräfte gibt, ist vielleicht nicht die beste Entscheidung. Allerdings darf dies nicht das einzige Kriterium sein, da sich der Arbeitsmarkt häufig und manchmal sehr schnell verändert.

Ein Realschulabschluss mit Qualifikation bietet Dir Gelegenheit, noch eine Zeit lang die Schule zu besuchen und festzustellen, was Du tatsächlich machen möchtest.

Welche Möglichkeiten hast Du nach dem Abschluss der Schule?

Nach dem Abschluss der Schule kannst Du eine Ausbildung machen. Du erlernst einen Beruf in einem Unternehmen über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Ein Studium ist die Alternative. Du entscheidest Dich für eine Universität oder Hochschule und einen Studiengang. Der Bachelorabschluss ist der erste berufsqualifizierende Abschluss, den Du an einer Universität erreichen kannst. Die Studiendauer bis zum Erreichen des Bachelorabschlusses liegt bei drei bis vier Jahren oder sechs bis acht Semestern. Im Anschluss kannst Du den Master machen, hier wird das Wissen nach dem Bachelorstudium vertieft. Den Master machen ist nicht zwingend notwendig, in manchen Berufen und Studiengängen allerdings ein Muss. Wer Chemie, Physik, Biologie, Informatik, Geisteswissenschaften oder Mathematik studiert, sollte den Master mit einplanen und am Ende auch ein Master Zeugnis erhalten. Neben Ausbildung und Studium hast Du die Möglichkeit ein duales Studium zu absolvieren. Ausbildungselemente finden im Betrieb statt und das Studium an einer Hochschule. Theorie und Praxis sind hier eng miteinander verbunden. Du lernst die Arbeitsabläufe in einem Unternehmen kennen, durchläufst unterschiedliche Abteilungen und vertiefst Deine praktischen Kenntnisse mit der entsprechenden Theorie an der Hochschule.

Abschluss einer Lehre oder eines Studiums – wie geht es weiter?

Nach dem Abschluss Deiner Ausbildung oder Deines Studiums beginnst Du normalerweise zu arbeiten. Allerdings kannst Du selbstverständlich auch nach einer Ausbildung ein Studium absolvieren, sofern Du dazu berechtigt bist. Früher war dies eine Seltenheit, heute ist das eine realistische Option. Lange Zeit ist diese Variante bereits im Bereich der Banken und anderer Dienstleistungsbranchen üblich. Und auch die umgekehrte Variante, zuerst ein Studium absolvieren und anschließend ein Volontariat in einem Unternehmen annehmen. Diese Möglichkeit wird vor allem bei Journalisten und Redakteuren genutzt. Du siehst, selbst wenn Du Dich bereits entschieden hast, ist dies keine Sackgasse. Dir stehen auch nach der Ausbildung oder dem Studium noch zahlreiche Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

Deine persönlichen Vorstellungen nach Deinem Abschluss der Schulzeit

Die Möglichkeiten, die Dir nach einem Abschluss offen stehen, kennst Du nun. Allerdings spielen Deine persönlichen Vorstellungen, Wünsche und Möglichkeiten eine große Rolle, bei der Entscheidung für Deinen persönlichen Weg in das Berufsleben. Wer nach seiner Ausbildung einen sicheren Arbeitsplatz und eine Familie gründen möchte, hat andere Prioritäten als jemand, der eine steile Karriere oder überhaupt Karriere machen möchte.

Wer eine Karriere anstrebt, sollte sich auf eine höhere Qualifikation einstellen. Die Aufstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen steigen mit einem höheren Abschluss und damit sind natürlich auch die Gehaltsaussichten deutlich besser. Auf der anderen Seite ist es nicht besonders sinnvoll ein Master Zeugnis zu haben, wenn überhaupt keine Karriere angestrebt wird. Nicht jeder ist der Typ um Karriere zu machen und nicht jeder möchte das auch.

Daher ist es sinnvoll sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen, wo die Reise hingehen soll, wenigstens eine grobe Richtung solltest Du haben. Wenn Du nach der Schule bereits keine Lust mehr hast, Theorie zu lernen, wird ein Studium schwierig. Wer zwei linke Hände hat, wird vermutlich in einem handwerklichen Beruf nicht sehr erfolgreich und glücklich werden.

Du solltest Dich generell für eine Ausbildung oder ein Studienfach in einem Bereich entscheiden, der Dir Spaß macht, für den Du besonders viel Interesse mitbringst. Das kennst Du bestimmt schon aus Deiner Schulzeit, wenn Du Dich für etwas interessierst, fällt es Dir leicht, eine Aufgabe zu bewältigen.

Abschluss eines Studiums oder einer Ausbildung- Vor- und Nachteile

Eine Ausbildung ermöglicht Dir einen Einstieg in das Berufsleben bereits nach zwei bis drei Jahren. Mit ein wenig Glück übernimmt Dich Dein Ausbildungsbetrieb. Während der Ausbildung erhältst Du bereits Geld, wenn auch nicht besonders viel. Eine Ausbildung ist ziemlich strukturiert. Der Arbeitgeber achtet auf Deine Anwesenheit und Deine Leistungen in der Berufsschule werden ebenfalls beobachtet. Die Gehaltsaussichten sind langfristig relativ niedrig im Verhältnis zu Akademikern.

Im Anschluss an die Ausbildung bestehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten oder Du kannst ein Studium anschließen. Ein Studium erfordert viel Selbstdisziplin und kostet Geld. Du brauchst unter Umständen eine Unterkunft, Geld zum Leben und für Studienmaterialien. Nicht jeder hat die Möglichkeit Fördermittel zu erhalten. Du musst während des Studiums arbeiten und kannst Dir Deine Zeit weitgehend selbst einteilen.

Hier fangen für manche Studenten die Probleme an, es mangelt an Selbstdisziplin. Die Noten vom Studium tauchen im Lebenslauf auf. Nach dem Studium hast Du langfristig betrachtet eine bessere berufliche Perspektive, bessere Karriereaussichten und höhere Verdienstmöglichkeiten. Allerdings musst Du mit der Studienzeit erst einmal in Vorkasse gehen und Du startest später in das Berufsleben, als jemand der eine Ausbildung macht.

Was ist für Arbeitgeber entscheidend?

Alle Arbeitgeber achten auf den Abschluss Ihrer Bewerber und Mitarbeiter. Es ist also entscheidend einen guten Abschluss zu haben. Die Noten im Studium sind relevant. Es reicht nicht, einfach studiert zu haben, nach dem Motto: „Hauptsache studiert, egal mit welchem Ergebnis“.

Der Lebenslauf enthält die Noten vom Studium. Deine Note aus dem Studium ist deshalb relevant, weil Arbeitgeber hier Deine Leistung sehen können. Arbeitszeugnisse liegen ja meist noch keine vor. Studenten bringen neben der fachlichen Qualifikation im Normalfall weitere Qualifikationen mit. Sie lernen im Studium Probleme analytisch und strukturiert zu lösen, eigenständiges Denken und Arbeiten und sie lernen vor allem sich selbständig Wissen anzueignen und auch anzuwenden.

Dies und die fachliche Qualifikation spiegeln sich in den Noten wider, daher sind die Noten des Studiums relevant für zukünftige Arbeitgeber. Der Lebenslauf enthält die Noten vom Studium. Bei einer Ausbildung wird der Realabschluss dem Hauptschulabschluss vorgezogen. Auch beim Realabschluss wird vermutlich dem Absolventen mit dem Realschulabschluss mit Qualifikation der Vorzug gegeben. Ein Student mit einem Master Zeugnis wird jedoch nicht zwingend einem Absolventen mit Bachelorabschluss vorgezogen.

Hier entscheidet, ob das Masterstudium oder eben das Master Zeugnis Vorteile für das Unternehmen bringt oder lediglich die Lohnkosten erhöht. Arbeitgeber, die jemanden für eine Stelle im handwerklichen Bereich suchen, werden selten auf Absolventen mit Bachelorabschluss zurückgreifen. Wird ein Projektleiter gesucht, so wird die Wahl eher auf den Absolventen mit Bachelorabschluss oder mit Master Zeugnis fallen. Das bedeutet im Umkehrschluss für Dich, wenn Du eine Führungsposition anstrebst, ist ein Studium vermutlich durchaus sinnvoll. Möchtest Du lieber handwerklich tätig sein, sollte Deine Wahl eher auf eine Ausbildung fallen.

Qualifikationen einer Bewerbung

Deine Bewerbung kann nach einer Ausbildung oder einem Studium nicht besonders viele Zeugnisse enthalten. Allerdings sollten die vorhandenen Zeugnisse vollständig eingereicht werden, sie zeigen die Qualifikationen einer Bewerbung. Insbesondere die Zeugnisse Deiner jeweiligen Abschlüsse dürfen nicht fehlen. Es spielt eine Rolle, ob Du einen Realschulabschluss mit Qualifikation oder einen Hauptschulabschluss erreicht hast.

Hast Du Praktika absolviert oder hattest Du einen Studentenjob, solltest Du auf jeden Fall einen Beleg dafür einreichen, eine Bestätigung oder noch besser ein Zeugnis. Sie dienen als Qualifikationen einer Bewerbung. Selbstverständlich nur dann, wenn es ein Job war, der mit Deiner Ausbildung in Verbindung stand. Hast Du Informatik studiert, ist es sinnvoll ein Arbeitszeugnis für Informatiker mit detaillierten Angaben zu verlangen.

Insbesondere bei einem Zeugnis oder Arbeitszeugnis für Informatiker sollte genaue Angaben über Programmiersprachen und Systeme enthalten. Bei einem Arbeitszeugnis für Informatiker reicht die Angabe Informatik deshalb nicht aus, weil es viele verschiedene Techniken und Programmiersprachen gibt. Es ist auch durchaus sinnvoll die Noten des Studiums bereits im Lebenslauf anzugeben. Arbeitgeber haben so einen schnellen Überblick, ohne das jeder Entscheider die gesamte Bewerbungsmappe im Detail studieren muss.

Das gleiche gilt auch für Informatiker, die Kenntnisse, die im Arbeitszeugnis für Informatiker ausgewiesen sind, können auch im Lebenslauf erwähnt werden. Die Qualifikationen einer Bewerbung lassen sich im Lebenslauf mit den Noten vom Studium erkennen und die Note vom Studium ist relevant.

Fazit

Den richtigen Abschluss gibt es nicht. In erster Linie zählen Deine Vorstellungen und Wünsche für Deinen persönlichen beruflichen Werdegang. Höhere Bildungsabschlüsse bieten bessere Verdienstmöglichkeiten und Karriereaussichten. Wenn Du allerdings keinen Wert darauf legst, nützt der höhere Bildungsabschluss nichts. Du hast keine Motivation vier bis sechs Jahre Theorie zu lernen, dann wird es auch mit dem Studium schwierig.

Du bist in diesem Fall mit einer Ausbildung vermutlich deutlich glücklicher. Und solltest Du nach der Ausbildung feststellen, jetzt könnte ich mich mit der Theorie beschäftigen, hast Du immer die Möglichkeit das zu tun. Lieber eine gute Ausbildung und anschließend ein Studium mit einer guten Note absolvieren, als ein Studium zu beginnen und es dann abzubrechen. Auch eine schlechte Note, weil Du Dich durchgekämpft hast, aber das Interesse nicht ausreichend vorhanden war, macht sich im Lebenslauf nicht besonders gut.

Die Noten vom Studium sind relevant. Der Lebenslauf enthält die Noten vom Studium. Nimm Dir Zeit für Deine Entscheidung, lass Dich nicht unter Druck setzen und die Entscheidung ist keine Sackgasse. Mach das, was Du machen möchtest und wofür Du ausreichend Interesse mitbringst. Weiterentwickeln kannst Du Dich immer. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten nach dem Abschluss einen höheren Abschluss oder einen anderen Abschluss zu erreichen. Es ist sicher sinnvoll die Schulzeit mit einem Realabschluss zu beenden.

Ein Realabschluss ermöglicht das Erreichen eines weiteren Bildungsabschlusses auf relativ einfache Art und Weise. Im Übrigen ist der Realabschluss heutzutage fast immer die Mindestanforderung, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

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