Was Du bei Bewerbungen nicht tun solltest: Die Top 5 der Bewerbungskiller

Der Weg vom ersten Bewerbungsschreiben bis hin zur Einstellung gleicht in der Praxis dem sprichwörtlichen Minenfeld. So gibt es bei Bewerbungen eine ganze Reihe von Stolperfallen, in die unvorsichtige Bewerber schnell hereintappen können.

Vor allem die vollkommen natürliche Nervosität bei Bewerbungsgesprächen kann hier schnell dazu führen, dass Bewerber den ein oder anderen Fehler machen. Falsche E-Mail-Adresse oder unangemessene Kleidung? Was genau sind eigentlich die größten Bewerbungskiller und wie lassen diese sich im Bewerbungsprozess effektiv umschiffen? Die folgenden Zeilen liefern eine detaillierte Antwort.

Warum begehen so viele Menschen immer wieder Fehler bei einer Bewerbung?

Zwar lauern die wirklich gravierenden Fallstricke im Hinblick auf Bewerbungen vornehmlich beim Anschreiben und den Vorstellungsgesprächen, allerdings stellt schon die Suche nach einer Stelle für viele Betroffene eine echte Herausforderung dar. Vor allem wenn trotz wochenlanger Suche nur wenige passende Stellen gefunden werden können, steigert dies den Druck auf die Bewerber enorm.

Genau dieser Druck in Kombination mit der Nervosität bildet dabei nicht selten die Grundlage für verhängnisvolle Fehler. Auch Zeitdruck und eine mangelhafte Vorbereitung sorgen nicht selten dafür, dass sich Bewerber durch Fehler vorzeitig selbst aus dem Rennen um eine Stelle werfen. Häufig geschieht das schon wenn eine Person massive Fehler beim Bewerbungsschreiben macht. Insbesondere die Missachtung von Formalitäten und das Fehlen von Unterlagen sind in diesem Zusammenhang ein echtes Problem.

Bewerbungskiller Nr. 1: Fehlerbehaftete und unvollständige Bewerbungsschreiben

Wenn es um das Bewerben auf eine Stelle geht, ist das Bewerbungsschreiben mit Abstand einer der wichtigsten Faktoren. So müssen die Personalchefs in aller Regel zuerst auf dem Papier überzeugt werden, damit im Anschluss eine echte Chance auf den Job entsteht. Damit das Schreiben die Funktion eines Türöffners zum Traumjob einnehmen kann, müssen die Grundlagen zum Thema Bewerbungsschreiben unbedingt berücksichtigt werden.

Weist ein Bewerbungsschreiben Lücken auf entsteht beim Unternehmen sofort der Eindruck, dass der Bewerber sich im Vorfeld nicht sonderlich viel Mühe gegeben hat. Andere Personalchefs interpretieren unvollständige Schreiben weiterhin als Zeichen für fehlende Kompetenzen. Grundsätzlich besteht ein ordentliches Bewerbungsschreiben aus zwei essentiellen Teilen: Dem Anschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf. Beide Bestandteile sollten dabei in jedem Fall vollständig und korrekt ausformuliert sein.

Was gibt es bei der Erstellung von Anschreiben und Lebenslauf konkret zu beachten?

Das Anschreiben wird in aller Regel als erstes von einem Unternehmen gelesen und ist daher entsprechend wichtig. Entdeckt die Personalleitung bereits in den ersten Zeilen gravierende Fehler, landet die Bewerbung nicht selten auf dem Stapel der Ablehnungen, ohne dass die anderen Unterlagen überhaupt beachtet werden. Grundsätzlich hat das Anschreiben zum Ziel, dem Unternehmen in wenigen Sätzen zu verdeutlichen, warum man selbst am besten für die Stelle geeignet ist.

Selbstverständlich müssen dabei auch bestimmte Formalitäten wie beispielsweise die Angabe einer korrekten E-Mail-Adresse eingehalten werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Bewerber beim Verfassen genau weiß, wie ein solches Schreiben aufgebaut ist und welche Informationen in den Inhalt gehören. Ein guter Bewerbungstipp ist es hier, sich beim Anfertigen des Schreibens in den Personalleiter hineinzuversetzen.

Hier sollten sich überlegen, was für einen Angestellten der Verfasser beim Erstellen der Stellenausschreibung im Kopf hatte. Weiterhin gilt es zu klären, an welcher Stelle Informationen wie die E-Mail-Adresse eingebaut werden müssen.

Lebenslauf: E-Mail-Adresse und andere Angaben sinnvoll unterbringen

Hat das Anschreiben das Interesse des Unternehmens geweckt, wird in der Regel ein genauer Blick auf den beigelegten Lebenslauf gelegt. Mit der Hilfe eines Lebenslaufs möchten sich Personaler in erster Linie einen genauen Überblick hinsichtlich der Qualifikationen und Fähigkeiten des Bewerbers einholen. Fehler und vor allem Lücken im Lebenslauf lassen den Bewerber daher oft schnell schlecht dastehen.

Was den Lebenslauf betrifft, müssen alle essentiellen Fähigkeiten und Qualifikationen lückenlos repräsentiert werden. Allerdings sollten sich Bewerber dabei in jedem Fall nur auf wesentliche Informationen beschränken. Ist die Vita mit irrelevanten Punkten überflutet, verlieren die Menschen in der Personalabteilung schnell das Interesse. Weiterhin ist es wichtig, dass der Lebenslauf in einer Bewerbung absolut seriös wirkt.

Selbst Kleinigkeiten, wie eine unangemessene E-Mail-Adresse können hier negativ auffallen. Im Idealfall sollte die E-Mail-Adresse bei einer Bewerbung lediglich aus Vor- und Zunamen enthalten. Eine Ausnahme stellen hier anonymisierte Bewerbungen dar, bei denen die E-Mail-Adresse keine Hinweise auf die Person liefern darf. In diesem Fall ist es ratsam, bei der Bewerbung eine neutrale E-Mail-Adresse zu verwenden.

Zusätzliche Unterlagen bei einer Bewerbung

Auch bei Bewerbungen gilt das bekannte Sprichwort „Das Auge isst mit“. So gehört neben Anschreiben und Lebenslauf mit seriöser E-Mail-Adresse ebenfalls ein Deckblatt zu einer guten Bewerbung häufig mit dazu. Zwar gibt es auch einige Personalleiter, die das zusätzliche Papier nicht mögen, in den meisten Fällen kommt ein gut gestaltetes Deckblatt allerdings gut an.

Da es für die Gestaltung des optionalen Deckblattes keine konkreten Vorschriften gibt, ist das zusätzliche Papier eine gute Möglichkeit, um die eigene Kreativität und gleichzeitig auch die gestalterischen Fähigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Je nach Branche kann das ein großer Vorteil sein.

Neben dem Deckblatt ist auch ein Bewerbungsfoto im Lebenslauf normalerweise kein absolutes Muss. Jedoch hat sich in der Praxis gezeigt, dass ein gutes Foto durchaus positive Auswirkungen auf den Bewerbungsverlauf haben kann. Im Gegensatz zu den beiden optionalen, zählt die Beilage von wichtigen Zertifikaten wie beispielsweise Zeugnisse bei einer Bewerbung zum Pflichtprogramm. Weiterhin ist auf die Einheitlichkeit der Unterlagen zu achten. So sollte bei einer Online-Bewerbung die angegebene E-Mail-Adresse auch der E-Mail-Adresse entsprechen, mit der die Bewerbung eingesendet wurde.

Bewerbungskiller Nr.2: Lügen bzw. unwahre Angaben im Bewerbungsschreiben

Zugegebenermaßen können falsche Angaben im Lebenslauf die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch verbessern, allerdings ergeben sich hieraus in der Praxis für gewöhnlich mehr Probleme als Vorteile. Denn spätestens beim Vorstellungsgespräch kommt ein solches Lügengerüst sehr schnell ins Wanken.

Wer sich zum Beispiel in einer Schreinerei bewirbt und im Lebenslauf neben der E-Mail-Adresse unter Hobbys angibt, dass er leidenschaftliche gerne mit Holz arbeitet, muss sich im Gespräch mit der Personalleitung auf spezifische Nachfragen gefasst machen. Hinzu kommt, dass Vorstellungsgespräche für Personaler häufig eine absolute Routine darstellen, sodass es ihnen verhältnismäßig leichtfällt, entsprechende Unwahrheiten aufzudecken.

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich beim Verfassen von Anschreiben und Lebenslauf ausschließlich an der Wahrheit zu halten. Auch unehrliches Eigenlob sollte bei Bewerbungsgesprächen unbedingt vermieden werden. Handlungen dieser Art werden vom Gegenüber schnell als arrogantes Auftreten interpretiert und wirken entsprechend unsympathisch.

Die Tatsache, dass ein arrogantes Auftreten mit übermäßigem Eigenlob bei einer Bewerbung nicht zielführend ist, bedeutet allerdings auch nicht, dass notorisches Tiefstapeln im Umkehrschluss immer zum Erfolg führt. So neigen viele Menschen dazu, beim Vorstellungsgespräch die eigenen Fähigkeiten schlechter darzustellen als sie in der Realität sind. Allerdings besteht ein wichtiger Part bei einer Bewerbung daraus, für die eigene Person Werbung zu machen.

Die Kunst ist es hier, einen Mittelweg zu finden, der die eigene Person weder schüchtern noch übermäßig arrogant wirken lässt. Vor allem wenn der Bewerber in der Vergangenheit wichtige Leistungen erbracht hat, wie beispielsweise die selbstständige Leitung eines großen Projektes, sollte das unter keinen Umständen unerwähnt bleiben.

Bewerbungskiller Nr. 3: Unangemessenes Auftreten beim Vorstellungsgespräch

Neben bereits erwähnten Faktoren wie einer unseriösen E-Mail-Adresse, kann auch das persönliche Erscheinungsbild den Bewerbungsprozess negativ beeinflussen. Insbesondere die Bekleidung ist hier von großer Bedeutung.

So ist es im Normalfall keine gute Idee, einfach im Jogging-Anzug beim Bewerbungsgespräch in einem Bankunternehmen zu erscheinen. Hier stellt ein gut gebügeltes Hemd mit Krawatte und passender Anzughose definitiv die bessere Wahl dar. Auch in der offenen, modernen Zeit gilt nach wie vor der Grundsatz „Kleider machen Leute“.

Prinzipiell ist die Art der Bekleidung dabei in hohem Maß von dem Unternehmen bzw. der Branche abhängig. Während im Dienstleistungssektor meistens ein recht hoher Wert auf die Bekleidung gelegt wird, sind die Anforderungen bei naturwissenschaftlichen oder handwerklichen Berufen häufig weniger streng. Hier kann die Anzughose in der Regel auch mit einer gut sitzenden Jeans ausgetauscht werden. Wer sich unsicher ist, macht mit dem Klassiker bestehend aus Hemd, Krawatte, Anzughose und Lederschuhen normalerweise nichts falsch.

Nicht nur die Bekleidung mach den Unterschied beim Vorstellungsgespräch aus

Ein weiterer Bewerbungstipp ist, sich beim optischen Auftreten nicht nur auf die Bekleidung zu beschränken. Auch der Gesichtsbereich und die Haare haben einen großen Einfluss auf den Ersteindruck. Männern ist zum Beispiel zu raten, ihren Bart in eine gepflegte Form zu bringen.

Die Kopfbehaarung sollte ebenfalls gepflegt wirken und unter keinen Umständen das Gesicht bedecken. Ob bei einer Bewerbung die Haare offen oder als Zopf getragen werden ist letztendlich Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass die Haare nicht nach vorne ragen und Teile des Gesichts verbergen.

Bewerbungskiller Nr.4: Bewerbung auf unerwünschtem Weg

Immer wieder hört man von Situationen, in denen Bewerber einen Traumjob über einen unkonventionellen Bewerbungsweg bekommen haben. Dies kann in der Tat durchaus funktionieren, birgt allerdings auch immer ein verhältnismäßig hohes Risiko sowie eine außergewöhnlich kreative Vorgehensweise. Besonders kritisch wird es jedoch, wenn ein Bewerbungsweg gewählt wird, der vom Unternehmen explizit ausgeschlossen wird.

So existieren viele Firmen, die ausschließlich Bewerbungen über ihre E-Mail-Adresse akzeptieren. Andere wollen hingegen keine Bewerbung per E-Mail-Adresse und wünschen sich deshalb ein Anschreiben über den Postweg. Wird eine Bewerbung auf dem unerwünschten Weg wie beispiel die E-Mail-Adresse eingesendet, so wirkt das nicht sehr seriös und führt in aller Regel zu einer Absage.

Im Vorfeld mögliche Bewerbungswege recherchieren

Um nicht in dieses Fettnäpfchen zu treten, sollten akzeptierte Bewerbungsformen bei jeder Firma individuell geprüft werden. Für gewöhnlich reicht für diesen Zweck ein kurzer Ausflug auf die Internetseite des entsprechenden Unternehmens. Die meisten Firmenseiten haben eine Rubrik mit dem Namen „Karriere“ bzw. „Jobs“. Hier lassen sich normalerweise Informationen darüber finden, ob eine Bewerbung per Post oder E-Mail-Adresse eingesendet werden kann.

Bewerbungskiller Nr.5: Einheitliche Massenbewerbungen

Je nach den individuellen Voraussetzungen kann die Suche nach einem Job sehr aufwändig sein. So muss nicht selten eine Bewerbung an viele Firmen gleichzeitig geschickt werden. Einige versuchen sich hier die Arbeit zu erleichtern, indem sie einfach ein und dieselbe Bewerbung an unterschiedliche Firmen versenden. Als Grundlage dienen hierbei universell formulierte Anschreiben und Lebensläufe, die dann geringfügig angepasst werden.

In der Einheitlichkeit liegt allerdings auch das Hauptproblem begründet. So bringt eine solche Bewerbung nur sehr wenig Individualität mit sich, was häufig zu einer vorzeitigen Absage führt. Aus diesem Grund sollten sich Bewerber im Notfall lieber weniger Firmen aussuchen und dafür mehr Zeit in eine individuelle Bewerbung investieren. Um dennoch Zeit einzusparen, sollte statt universellen Texten ein strukturelles Grundgerüst mit hohem Individualisierungsgrad genutzt werden.

Die Top 5 der Bewerbungskiller im Überblick:

  1. Fehler und Unvollständigkeiten bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen.
  2. Unwahrheiten und Lügen bei einer Bewerbung
  3. Nicht passende Kleidung in Kombination mit einem ungepflegten Äußeren
  4. Bewerbung auf Wegen, die von einem Unternehmen explizit nicht erwünscht sind.
  5. Verfassen von einheitlichen Massenbewerbungen ohne individuelle Aussagekraft.

Fazit

Egal ob falsche E-Mail-Adresse oder ein Auftreten, das einfach nicht seriös ist: Im Zusammenhang mit Bewerbungen gibt es gleich eine ganze Reihe an fatalen Fehlern. Wer die aufgeführten Bewerbungskiller effektiv vermeidet, erscheint nicht nur seriös, sondern steigert gleichzeitig ebenfalls massiv die Chancen auf Erfolg. Da die Bewerbung in der Praxis das Grundfundament für eine berufliche Karriere ist, sollten keine Mühen gescheut werden, wenn es um das Verhindern von Bewerbungskillern geht.

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6 Kommentare zu „Was Du bei Bewerbungen nicht tun solltest: Die Top 5 der Bewerbungskiller“

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