In wenigen Schritten zum Wunschgehalt – Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch optimal verhandeln

Wenn es im Bewerbungsgespräch um die Frage der Gehaltsvorstellung geht, werden viele Bewerber schnell unsicher. Du möchtest keine überzogenen Gehaltsvorstellungen präsentieren und Dich so bereits bei der Bewerbung unbeliebt machen, aber Dich auch nicht unter Wert verkaufen. Für eine realistische Gehaltsvorstellung sind, neben der eigenen beruflichen Qualifikation, noch viele weitere Bausteine wichtig.

Auch die Größe des Unternehmens, die Region und eine Entwicklungsprognose des Marktes sind wichtige Faktoren, die mit einfließen sollten, wenn Du Deine Gehaltsvorstellung formulierst. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du beim Thema Gehalt Stolpersteine erfolgreich umschiffst und Dein Wunschgehalt im Bewerbungsgespräch optimal darstellst.

Gehaltsvorstellung im Anschreiben bereits erwähnen?

Bei manchen Stellenausschreibungen wird die Erwähnung der Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung bereits zwingend vorausgesetzt. In diesem Fall ist es natürlich wichtig, dass Du dem Wunsch des potenziellen Arbeitgebers nachkommst und Deinen Gehaltswunsch bezifferst. Dieser wird in der Regel als Brutto-Jahresgehalt ausgewiesen und im letzten Teil des Anschreibens erwähnt.

Verhandlungsspanne bietet Spielraum

Bist Du Dir unsicher, reicht in der Regel auch eine ungefähre Angabe, die noch eine Verhandlungsspanne zulässt- Deine Angaben bilden später im Bewerbungsgespräch die Grundlage für die Festlegung des Gehaltes. Deshalb solltest Du Dir in diesem Fall schon vor dem Anschreiben genau Gedanken machen, wie viel Du verdienen möchtest. Deine Gehaltsvorstellung im Anschreiben wird immer Brutto angegeben, also vor Abzug der Steuern und Abgaben.

Steuerklasse berücksichtigen

Bei der Berechnung des Nettoeinkommens ist also die Steuerklasse entscheidend für die Höhe des tatsächlichen Gehaltes. Berechne also vorher, wie hoch Dein Bruttogehalt monatlich sein muss, damit Du Deinen gewünschten Betrag X am Ende des Monats auf Deinem Konto hast. Wenn das Unternehmen bereits im Anschreiben die Angabe einer Gehaltsvorstellung wünscht, geschieht dies meistens, damit die Personalverantwortlichen einschätzen können, ob Deine Gehaltsvorstellungen mit den Vorstellungen des Unternehmens für diese Stelle ungefähr übereinstimmen. Dies kann auch Einfluss nehmen auf die Entscheidung, ob Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

Recherche ist das A und O

Bevor Du Deinen Gehaltswunsch im Anschrieben manifestierst, solltest Du daher umfassend recherchieren, wie die Tendenzen des Marktes sind und ob Deine Vorstellungen zu den branchenüblichen Gehältern in dieser Region passen. Wird in der Ausschreibung nicht ausdrücklich die Äußerung einer Gehaltsvorstellung genannt, kannst Du Dir diese auch für das Bewerbungsgespräch aufheben, denn das verschafft Dir mehr Zeit für eine ausführliche Vorbereitung.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend – Gehaltsvorstellung formulieren im Vorstellungsgespräch

Kommt es zum Bewerbungsgespräch, steht irgendwann auch die Frage des Gehaltes im Raum. Idealerweise sollte der Arbeitgeber während des Gespräches die Gehaltsfrage ansprechen. Wenn er dies nicht tut, wartest Du am Besten bis zum Ende des Gespräches, bevor Du die Initiative ergreifst. Ist ein zweites Gespräch anberaumt, kannst Du die Gehaltsvorstellung auch im Folgegespräch ansprechen.

Zu guter letzt…

Im Bewerbungsgespräch möchte der Arbeitgeber herausfinden, wie Deine Qualifikation und – noch wichtiger – Deine Motivation für die Stelle ist. Deshalb sollte das Gehalt erst am Ende besprochen werden, da sonst der Eindruck entsteht, dass es Dir ausschließlich um die finanzielle Vergütung geht. Das kommt bei keinem Arbeitgeber gut an, denn schließlich möchtest Du Dich optimal präsentieren.

Eine Gehaltsvorstellung formulieren ohne reifliche Überlegung kann auch schnell nach hinten losgehen, da Du in diesem Fall schnell zu wenig verlangst oder eine unangemessen hohe Vorstellung hast. Achte darauf, dass Deine Gehaltsvorstellung bei Bewerbung oder Anschreiben möglichst so gewählt ist, dass sie weder zu hoch, noch zu niedrig, sondern realistisch ist. Eine gute Übersicht über brancheninterne Gehälter in der jeweiligen Region findest Du in Wirtschaftsmagazinen oder bei den Berufsverbänden.

Analyse des Marktes & Selbstpräsentation sind ein Muss

Eine Analyse des regionalen Marktes und die eigenen Qualifikationen helfen Dir dabei, eine realistische Summe zu beziffern, die Dich nicht benachteiligt und den Arbeitgeber nicht verschreckt. Im persönlichen Gespräch, aber auch bei der Bewerbung, kannst Du Deine Gehaltsvorstellung positiv verpacken, indem Du im selben Zug mit Deinen Vorzügen und Qualifikationen argumentierst. Hier findest Du einige Satzbeispiele, die Dir helfen, Deine Gehaltswünsche positiv zu transportieren:

„Da ich mit meinen zusätzlichen Qualifikation XY Ihr Team verstärken kann, habe ich mir ein Bruttojahresgehalt von XY vorgestellt.“

„Auf Grund meiner zusätzlichen Qualifikationen halte ich eine Jahresbruttogehalt in Höhe von XY für angemessen.“

„Wegen meiner speziellen Kenntnisse im Bereich XY habe ich eine Gehaltsvorstellung in der Höhe von circa XY.“

„Meine Gehaltserwartung liegen im Branchenüblichen Bereich zwischen XY und XY Jahresbruttogehalt.“

Gehaltswunsch bei Bewerbung taktisch gut platzieren

Wenn Du im Bewerbungsgespräch bei der Frage nach dem Gehalt keine exakte Summe festlegst, sondern eine Spanne bei der Gehaltsvorstellung angibst, verschaffst Du Dir einen taktischen Vorteil. Dein Wunschgehalt sollte jedoch am unteren Ende der Spanne liegen, damit Du in jedem Fall Deine Gehaltsvorstellung erfüllst. Mit ein wenig Glück erhältst Du so auch etwas mehr, als Du Dir vorgestellt hast.

Für Stellen als Trainee oder Praktikant sind die Gehälter in der Regel firmenintern festgelegt. Dann macht es wenig Sinn, Verhandlungen zu führen, denn hier steht die Erfahrung und die Qualifikation, die Du in diesem Job erhältst, im Vordergrund. Wenn der Arbeitgeber zunächst skeptisch ist, hilft es oft auch, die Gehaltsvorstellungen zunächst etwas herunter zu schrauben, aber eine Anpassung des Gehaltes in naher Zukunft anzusprechen.

Dann hat der Arbeitgeber Zeit, Deine Leistungen und Deine Zuverlässigkeit im täglichen Berufsleben zu prüfen und Deine Verhandlungsposition ist im nächsten Gespräch gestärkt. Ist die eigene Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung völlig unterschiedlich zu den Vorstellungen des Arbeitgebers, hilft nur noch ein offenes Wort. Machen Sie deutlich, dass der Betrag XY Ihre Untergrenze ist, dann kann der potenzielle Arbeitgeber sich überlegen, ob er bereit ist, Ihnen dieses Gehalt zu zahlen, oder ob sich die Wege an dieser Stelle trennen.

In jedem Fall weißt Du dann aber, ob sich bei diesem Unternehmen eine Perspektive ergeben kann und kannst Dich gegebenenfalls frühzeitig anderweitig orientieren.

Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung selbstsicher argumentieren

Während des gesamten Bewerbungsgespräches, aber besonders bei den Gehaltsverhandlungen, ist es wichtig, dass Du Deine Argumente selbstbewusst und überzeugend darstellst. Nur wenn Du selbst davon überzeugt bist, dieses Gehalt auf Grund Deiner Leistungen und Qualifikationen zu verdienen, kannst Du auch Deinen zukünftigen Arbeitgeber davon überzeugen. Gute Argumente sind Deine Qualifikationen, Fremdsprachenkenntnisse, Auslandsaufenthalte oder auch erfolgreich angeschlossene Projekte.

Je differenzierter Du Deinem potenziellen Chef darüber Aufschluss geben kannst, welchen Mehrwert Du für das Unternehmen hast, desto mehr stärkt dies Deine Position bei den Gehaltsverhandlungen. Eine positive Grundlage hierfür ist auch der erfolgreiche Verlauf des bisherigen Gespräches. Wenn Du das Gefühl hattest, Dein gegenüber von Dir überzeugt zu haben und echtes Interesse geweckt zu haben, ist dies ein positiver Grundstein für die nun folgenden Gehaltsverhandlungen.

Verhandlungsgeschick beim Bewerbungsgespräch kann durchaus positiv bewertet werden, besonders wenn bei der anvisierten Stelle auch der Kontakt mit Kunden und Vertragspartnern gefragt ist. Wenn sich beide Parteien in punkto Gehaltsvorstellung auf einem Level bewegen, kann dieser Punkt auch schnell erledigt sein. Gehen die Vorstellung jedoch weiter auseinander, ist Dein Verhandlungsgeschick gefragt.

Hier ein paar Tipps, wie Du in einer Gehaltsverhandlung argumentieren kannst

  • Betone den Mehrwert, den du für das Unternehmen darstellst.
  • Berichte über erfolgreich abgeschlossene Projekte.
  • Wenn Du in ungekündigter Anstellung bist, betone Deine sichere Position – etwas Pokern bei der Gehaltsvorstellung ist erlaubt!
  • Biete Provisionen auf Erfolgsbasis an, damit Dein potenzieller Arbeitgeber sich von Deiner Einsatzbereitschaft überzeugen kann.

Gehaltswunsch bei der Bewerbung – was gehört dazu?

Das monatliche Bruttogehalt ist nur ein Faktor der Gehaltsvorstellung. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Dein Gehalt Deinen Wünschen anzupassen. Neben dem monatlichen Bruttolohn kannst Du Sonderzahlungen aushandeln, die Dir über das Jahr verteilt viele Vorteile bringen. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sind nicht zu unterschätzende Faktoren, wenn Du Deine Gehaltsvorstellung formulieren musst.

Zusatzleistungen lassen sich auch verhandeln

Auch vermögenswirksame Leistungen und Versicherungen sind Zuschüsse, die über das Gehalt abgewickelt werden können. Über Boni und Rabatte kann Dir Dein Arbeitgeber weitere Vorteile anbieten, die Dir im Alltag helfen können. Überprüfe, ob die Möglichkeit eines Dienstwagens gegeben ist, denn dieser Faktor spart über das Jahr viel Geld und kann deshalb ein Grund sein, die Gehaltsvorstellung nach unten zu korrigieren.

Fortbildungen und zusätzliche Qualifikationen nützen nicht nur dem Arbeitgeber, sondern erhöhen auch die Position des Arbeitnehmers. Natürlich sind diese Punkte kein Thema im Anschreiben der Bewerbung, sondern gehören ausschließlich in das Bewerbungsgespräch. Die Gehaltsvorstellung bei Bewerbung und Anschreiben hängt auch davon ab, wie viel Du Dir von Deiner neuen Wirkungsstätte versprichst.

Geld ist nicht alles

Ist die ausgeschriebene Stelle von großem Wert für Deinen Lebenslauf und versprichst Du Dir davon einen Karrieresprung, kann in solchen Fällen manchmal die Gehaltsfrage nebensächlich sein. Renommierte Firmen können eine gute Plattform und Basis für Deine spätere berufliche Entwicklung darstellen und es ist in diesem Fall oft sinnvoll, auch ein Gehalt zu akzeptieren, dass eher im unteren Bereich Deiner Gehaltsvorstellung angesiedelt ist.

Gehaltsvorstellung formulieren aus der Arbeitslosigkeit

Gehaltsverhandlung aus einer ungekündigten Stellung heraus, sind eine wesentlich bessere Grundlage, als eine Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit. In diesem Fall rechne damit, dass Du zunächst Einbußen bei Deiner Gehaltsvorstellung hinnehmen musst, denn die Arbeitslosigkeit bringt Dich in keine gute Verhandlungsposition. Ideal ist es, wenn Du die Gründe für Deine temporäre Arbeitslosigkeit so darstellen kannst, dass der künftige Arbeitgeber den Eindruck bekommt, in Dir einen wertvollen Mitarbeiter zu erhalten.

Während der Arbeitslosigkeit solltest Du zudem jede Chance nutzen, Dich weiterzubilden und zu qualifizieren. Entsprechende Angebote gibt es bei den Jobcentern oder auch in Volkshochschulen. In diesem Fall ist es gut, wenn Du im Gespräch signalisierst, Deine Leistungsbereitschaft und Qualifikation erst einmal unter Beweis zu stellen, so dass in absehbarer Zeit das Gehalt auf dieser Grundlage nachverhandelt werden kann.

So sieht Dein künftiger Chef, dass Du ein wertvoller Gewinn für das Unternehmen bist und die vorherige Arbeitslosigkeit spielt in einem Folgegespräch nach ein paar Monaten bei Deiner Gehaltsvorstellung keine Rolle mehr.

Folgt bei einem Jobwechsel immer eine Gehaltserhöhung?

Nicht immer ist ein besseres Gehalt der ausschlaggebende Grund, den Job zu wechseln. In Zeiten des beruflichen Pendelns kann eine günstigere Lage der neuen Arbeitsstelle ein wichtiger Faktor für den Jobwechsel sein. Winkt einen neue berufliche Herausforderung und mehr Verantwortung, sind dies ebenfalls Gründe, die für Dich dazu veranlassen könnten, einen neuen Weg einzuschlagen.

Gleiches Gehalt bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Arbeitszeit und der Belastung kann ebenfalls ausschlaggebend dafür sein, dass Du den Job wechselst. Unter Umständen kann im Bewerbungsgespräch die Sprache auf Dein aktuelles Gehalt kommen. Diese muss jedoch vom Bewerber nicht beantwortet werden, Du kannst auch lediglich eine vage Richtung angeben.

Stellt Dein potenzieller neuer Chef Dir die Frage, warum Du freiwillig in eine niedrigere Gehaltsklasse wechseln möchtest, solltest Du mit einem Plus an Aufstiegschancen oder auch einem persönlichen Interesse an den Produkten oder Dienstleistungen argumentieren. Prüfe vor dem Jobwechsel genau, welche Vorteil die neue Stelle für Dich bereit hält, auch abseits von dem Gehaltswunsch bei der Bewerbung.

Fazit

Bei dem Thema Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch gibt es viele Faktoren, die zu einer erfolgreichen Verhandlung dazu gehören. Neben einem selbstsicheren Auftreten und einer stabilen Position, ist eine gute Vorbereitung und Recherche von Vorteil. Deine Gehaltsvorstellung im Anschreiben bildet die Grundlage für die Gehaltsverhandlungen im Bewerbungsgespräch und sollte von Argumenten begleitet werden, die Deinen Mehrwert für das Unternehmen in den Vordergrund stellen.

Die Verhandlung Deines Gehaltswunsches sprichst Du im Idealfall immer erst am Ende des Bewerbungsgespräches an. Wenn Du zusätzlich zu Deinem monatlichen Wunschgehalt noch Erfolgsprovisionen, Boni und zusätzliche Sachleistungen mit in die Gehaltsvorstellung einbeziehst, steht einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung nichts mehr im Wege!

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5 Kommentare zu „In wenigen Schritten zum Wunschgehalt – Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch optimal verhandeln“

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