Referenzen – Wie wichtig sind persönliche Empfehlungen?

Referenzen in der Bewerbung sind nach wie vor etwas Besonderes. Während sich Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in nahezu allen Bewerbungsunterlagen finden, findet man persönliche Empfehlungen von der alten Arbeitsstelle nur sehr selten. Schließlich sprechen Vorgesetzte nicht einfach jedem Mitarbeiter eine Empfehlung aus. Eine Bewerbung, die eine Referenz enthält, hebt sich also selbst dann von anderen ab, wenn die Referenz gar nicht vom neuen Arbeitgeber eingeholt wird.

Wenn Du also die Möglichkeit hast, Deine Bewerbung durch eine Job-Referenz aufzuwerten, solltest Du dies tun. Für manche Stellen sind Referenzen noch wichtiger als für andere. Je weniger Deine Leistung im Job durch Zeugnisse oder Arbeitsergebnisse beurteilt werden kann, desto wichtiger ist die Einschätzung von Menschen, die bereits mit Dir zusammengearbeitet haben. Wer sich als Referenzgeber für Dich eignet, wie Du um eine Referenz bittest und wie Du Referenzen im Lebenslauf angeben kannst, erklären wir Dir in diesem Artikel.

Für welche Stellen eine Empfehlung sinnvoll ist

Da eine Referenz immer einen positiven Unterschied für die Bewerbung macht, kannst Du sie natürlich für jede Stelle angeben. Trotzdem gibt es Ausschreibungen, für die Referenzen wichtiger und sinnvoller sind als andere. Ob Du für Deine Bewerbung versuchen solltest, eine Referenz zu erhalten, hängt von den vier folgenden Fragen ab.

1. Wird in der Stellenanzeige konkret nach einer Referenz gefragt?

Wenn Empfehlungen gewünscht oder sogar gefordert sind, solltest Du Dich auf jeden Fall um eine bemühen. Eine Bewerbung, die keine Referenzen enthält, erfüllt dann nicht alle gestellten Anforderungen und fällt dadurch negativ auf. Deine Chancen sinken in diesem Fall drastisch.

2. Wie intensiv beschäftigt sich das Unternehmen mit einzelnen Bewerbungen?

Wenn das Unternehmen gerade zwanzig neue Mitarbeiter für ein neu eingerichtetes Call Center sucht, werden sie wahrscheinlich sehr viele Bewerbungen suchen und sichten. Die Chancen, zum Gespräch eingeladen zu werden, sind also auch ohne Referenzen hoch. Wenn durch die Stellenanzeige bereits klar wird, dass das HR-Team sich nur kurz mit jeder einzelnen Bewerbung auseinandersetzen kann, werden sie sich sicher keine Referenzen einholen.

Wenn Du bereits eine schriftliche Referenz oder die Zusage zu einer mündlichen Empfehlung hast, kannst Du natürlich diese Referenzen der Bewerbung beifügen. Du musst jedoch nicht extra versuchen, einen Referenzgeber zu finden.

3. Wie gut spiegeln Deine Zeugnisse Deine Arbeitsleistungen wider?

Wenn in der Stellenanzeige ein Ausbilder-Eignungsschein als Qualifikation gefordert wird und Du diesen besitzt, brauchst Du nicht unbedingt eine persönliche Bestätigung Deiner Qualifikation. Wird jedoch Erfahrung in der Ausbildung in einem bestimmten Bereich gefordert, kannst Du dies nicht mehr durch einen Schein nachweisen.

Wenn Dein letztes Zwischenzeugnis entsprechende Qualifikationen noch nicht erwähnt, können Referenzen sinnvoll sein. Grundsätzlich gilt: Wann immer es um den Nachweis persönlicher Eigenschaften oder die Bestätigung sehr spezieller Berufserfahrung geht, eignen sich Referenzen als Ergänzung zu Arbeitszeugnissen und Ausbildungsnachweisen.

Auch wenn Deine alte Stelle nicht genau dem entsprach, was im möglichen künftigen Job von Dir erwartet werden wird, Du aber grundsätzlich alles dafür mitbringst, können Dir Referenzen in der Bewerbung helfen. Wenn jemand, der schon eng mit Dir zusammengearbeitet hat, Dir die neue Stelle in Form einer Job-Referenz zutraut, ist dies ein sehr guter Indikator für mögliche neue Arbeitgeber.

4. Hast Du einen geeigneten Referenzgeber?

Eine wichtige Voraussetzung, um Referenzen im Lebenslauf angeben zu können, ist natürlich ein geeigneter Referenzgeber. Was einen guten Referenzgeber ausmacht, findest Du im nächsten Abschnitt in diesem Artikel. Grundsätzlich gilt jedoch, dass es sich lohnt, auch über ungewöhnliche Kandidaten nachzudenken, bevor Du die Suche nach einem Referenzgeber aufgibst. Denn es ist ziemlich wahrscheinlich, dass auch Du jemanden kennst, der eine persönliche Empfehlung für Dich und Deine Arbeit aussprechen wird.

Wer eignet sich als Referenzgeber?

Damit Du Referenzen angeben kannst in der Bewerbung, musst Du natürlich einen Referenzgeber finden. Dieser sollte vier Eigenschaften aufweisen:

1. Er sollte Deine Arbeitsleistung beurteilen können

Eine Referenz vom Geschäftsführer persönlich sieht auf dem Papier sehr gut aus. Wenn er jedoch nie mit Dir zusammengearbeitet hat und sich kaum an Deinen Namen erinnert, kann ein Gespräch über Deine Arbeitsleistungen mit ihm nicht wirklich empfehlenswert für Dich sein.

Denn wie soll er Dir eine Job-Referenz aussprechen, wenn er nur von anderen gehört hat, wie Du arbeitest? Der Wert von Referenzen in der Bewerbung ist ja gerade, dass Menschen von persönlichen Erfahrungen sprechen. Wenn sich also jemand für Referenzen anbietet, der Dich nicht wirklich einschätzen kann, suche lieber noch ein bisschen weiter.

2. Er sollte Dir wohlgesonnen sein

Dein Referenzgeber sollte Dir und Deiner Jobsuche wohlwollend gegenüber stehen. Ein Chef, der Dir noch nachträgt, dass Du das Unternehmen verlassen hast, wird Dich vielleicht – bewusst oder unbewusst – nicht im besten Licht dastehen lassen. Gut ist es, wenn Du eine vertrauensvolle Beziehung zu demjenigen während Deiner Tätigkeit im Unternehmen hattest und wenn derjenige Deine Gründe für einen Stellenwechsel gut nachvollziehen kann.

Daher sind Referenzen von Deiner letzten Stelle auch sinnvoller als von Deiner aktuellen – denn wahrscheinlich weiß nicht jeder, dass Du einen neuen Job suchst. Referenzen vom aktuellen Chef können außerdem so wirken, als solltest Du weggelobt werden, was auch wieder einen schlechten Eindruck macht.

3. Er sollte eloquent sein

Die meisten Referenzen werden mündlich im Telefongespräch abgegeben. Der potenzielle Arbeitgeber stellt dabei die Fragen, die ihn im Bezug auf die ausgeschriebene Stelle interessieren. In einem solchen Telefongespräch sollte der Referenzgeber sicher auftreten und Fragen souverän beantworten können.

Er sollte kein Problem damit haben, ein authentisches, aber positives Bild von Deiner Arbeit abzugeben, während er Fragen beantwortet, die er vorher nicht kennt. Denn der Eindruck, den der Referenzgeber während dieses Gesprächs hinterlässt, geht oft ebenfalls in die Bewertung ein. Bekommt Dein Referenzgeber am Telefon kaum ein Wort heraus, kann das für Dich keine gute Empfehlung sein.

4. Seine Position im Unternehmen sollte dem neuen Arbeitgeber Vertrauen in die Referenzen geben.

Referenzen in der Bewerbung werden meist von ehemaligen Vorgesetzten abgegeben, und dabei solltest Du auch bleiben. Auch wenn Dein direkter Kollege wahrscheinlich noch besser einschätzen kann, wie gut Du in Deinem Job warst, wird man Deinem Ex-Chef eher zutrauen, dass er unvoreingenommen Deine Leistung im Vergleich zur erwarteten Leistung oder zur Arbeit anderer Mitarbeiter beurteilen kann. Schließlich gehen die Referenzen auch an Deinen künftigen Chef, sodass dieser gerne die Meinung von jemandem hören möchte, der in seiner Position war.

Als Alternative zu ehemaligen Vorgesetzten kannst Du auch Referenzen aus dem universitären Bereich bringen. Vielleicht erklärt sich der Professor, bei dem Du Deine Abschlussarbeit geschrieben hast, bereit, eine Job-Referenz für Dich auszusprechen. Dies ist jedoch vor allem im akademischen Bereich sinnvoll, da Dein Professor nicht wissen kann, wie Du Dich im Arbeitsumfeld verhältst.

Um Referenzen bitten

Wenn Du einen möglichen Referenzgeber identifiziert hast, musst Du ihn oder sie fragen, ob Du seine Referenzen angeben kannst in der Bewerbung. Dies stellt für viele eine besondere Hürde dar, weil mögliche Referenzgeber meist sehr beschäftigt sind und man sie nicht gerne um einen so großen Gefallen bittet. Denke als Hilfestellung am besten daran, dass die Bitte um eine Job-Referenz auch ein Vertrauensbeweis ist, über den sich Dein Referenzgeber wahrscheinlich sogar freuen wird.

Um die Chance zu erhöhen, dass derjenige zustimmt, solltest Du ihn möglichst klar darüber informieren, was auf ihn zukommt. Willst Du die Referenzen angeben in nur einer Bewerbung oder in mehreren? Willst Du seine Telefonnummer angeben? Wie viel Zeit muss er sich einplanen?

Wenn der Aufwand überschaubar ist, wird wahrscheinlich jeder, der Dir eine persönliche Empfehlung aussprechen würde, einwilligen, dies auch zu tun. Jemand, der nicht bereit ist, für Dich zehn Minuten mit einem potenziellen Arbeitgeber zu telefonieren, eignet sich wahrscheinlich auch nicht als persönliche Referenz.

Schriftliche und mündliche Referenzen

Referenzen können schriftlich oder mündlich vorliegen. Schriftliche Referenzen sind dann Arbeitszeugnissen vergleichbar, nur dass sie aus einer persönlichen Perspektive geschrieben sind und sich vor allem auf schwer messbare Eigenschaften beziehen. Bei der Bewerbung um Uni-Stipendien werden häufig schriftliche Referenzen verlangt. Der Vorteil von schriftlichen Referenzen ist, dass sich der Referenzgeber nicht bereithalten muss, sondern die Empfehlung schreiben kann, wann er möchte und Zeit hat.

Außerdem kannst Du solche Referenzen immer wieder in der Bewerbung angeben, ohne dass es für den Referenzgeber mehr Arbeit bedeutet. Und Du hast selbst unter Kontrolle, welche Informationen über Dich gegeben werden. Wenn Dir die Referenz nicht gefällt, legst Du sie einfach nicht der Bewerbung bei. Im Telefongespräch bist Du nicht dabei und Du weißt daher auch nicht, was über Dich gesagt wird.

Allerdings musst Du häufig auf die Formulierung der Referenz warten, weil es für den Referenzgeber mehr Aufwand bedeutet als ein Telefongespräch. Dem kannst Du entgegenwirken, indem Du das Empfehlungsschreiben bereits vorformulierst und es dem Referenzgeber möglichst einfach machst, es anzupassen.

Schriftliche Referenzen veralten außerdem schnell. Ein Bewerbungsprozess kann sich mehrere Monate hinziehen. Legst Du dann eine Referenz bei, die ein halbes Jahr oder sogar noch älter ist, wirkt das vielleicht, als hätte sich Deine Arbeitsleistung seitdem stark verändert oder als wäre der Referenzgeber heute nicht mehr bereit, die Empfehlung in der selben Form auszusprechen.
Mündliche Referenzen haben außerdem den großen Vorteil, dass sie perfekt auf die jeweilige Stelle zugeschnitten werden können.

In einer schriftlichen Referenz geht es vor allem um Dich und Deine Arbeitsleistung, was Du aber auch in einem Arbeitszeugnis darstellen lassen kannst. In einer mündlichen Referenz kann der potenzielle Arbeitgeber ganz konkret all das fragen, was ihn in Bezug auf Dich und die neue Stelle interessiert. An viele Fragen, die für die neue Stelle sehr wichtig sind, denkt man bei der Formulierung der Referenzen für die Bewerbung vielleicht gar nicht, und dann verfehlt sie ihren Zweck.

Schriftliche Referenzen solltest Du daher nur dann angeben, wenn explizit danach gefragt wird oder wenn Du sie sowieso hast und sie Deine Bewerbung stützen. Ansonsten ist immer eine mündliche Referenz vorzuziehen. Wenn Dein Referenzgeber Dir sehr wohlgesonnen ist, kannst Du auch fragen, ob er mit einer Kombination einverstanden ist. So könnte er eine schriftliche Job-Referenz schreiben (die Du wie gesagt am besten vorformulierst) und für Rückfragen zur Verfügung stehen.

So kannst Du jeder Bewerbung eine persönliche Referenz beifügen und Dein künftiger Arbeitgeber kann selbst entscheiden, ob er noch mehr Informationen vom Referenzgeber einholen möchte.

So kannst Du Deine Referenzen angeben in der Bewerbung

Referenzen sind sehr wertvoll, deswegen solltest Du dafür sorgen, dass sie in der Bewerbung nicht übersehen werden. Du kannst Referenzen entweder im Lebenslauf angeben oder Referenzen angeben in der Bewerbung, indem du sie direkt im Bewerbungsschreiben erwähnst. Damit die Referenz auf keinen Fall übersehen wird, solltest Du am besten beides tun.

Im Bewerbungsschreiben verfasst Du am besten einen eigenen Absatz vor dem letzten, in dem Du auf die Referenz hinweist. Eine gute Formulierung ist zum Beispiel: „Über meine beruflichen und persönlichen Qualifikationen gibt Herr Meier, Marketing-Leiter der XY GmbH, gerne telefonisch Auskunft. Zur Terminvereinbarung erreichen Sie ihn unter…“

An dieser Stelle gibst Du natürlich nicht die Telefonnummer Deines ehemaligen Vorgesetzten an, sondern seine E-Mail-Adresse. Alternativ kannst Du auch anbieten, dass Du einen Termin vereinbarst. So weißt Du zumindest, wenn eine konkrete Referenz eingeholt wirst, und Du kannst bei Deinem Ex-Chef auch noch einmal persönlich auf die Wichtigkeit für Dich aufmerksam machen.

Wenn Du Referenzen im Lebenslauf angeben möchtest, solltest Du dies vor allem bei konkreten Stationen angeben. Wenn Du verschiedene Stationen im Unternehmen durchlaufen hast, von denen vor allem eine für die Stelle, auf die Du Dich bewirbst, relevant ist, kannst Du an dieser Stelle einen Hinweis auf den Referenzgeber einbinden. So wird diese Station in Deinem Lebenslauf betont und erhält mehr Gewicht für Deine Bewerbung.

Fazit

Referenzen in der Bewerbung sind gerade im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr verbreitet. Dies kannst Du Dir zum Vorteil machen. Denn auch wenn Referenzen in der Bewerbung nicht verbreitet sind, so sind sie doch bei Personalern und Abteilungsleitern beliebt. Wenn Du eine positive persönliche Referenz von einem ehemaligen Vorgesetzten erhalten kannst, solltest Du diese in Deiner Bewerbung einbringen.

Dadurch unterscheidest Du Dich von anderen Bewerbern und Dein möglicher neuer Arbeitgeber kann sich ein umfassenderes Bild von Deiner Leistung verschaffen. Für die Auswahl des Referenzgebers solltest Du Dir jedoch ein wenig Zeit nehmen. Denn er empfiehlt Dich nicht nur mit seinen Worten, sondern kann auch durch seinen persönlichen Eindruck Einfluss auf Deine Bewerbung nehmen. Je eloquenter und Dir wohlgesonnener Dein Referenzgeber ist, desto besser ist dies für Deine Bewerbung.

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