Kreativer im Job? Wie Sarkasmus es möglich macht

Sarkasmus im Job macht Dich attraktiver, klüger und erfolgreicher.

Du hast Dir vorgenommen im Büro nicht mehr so sarkastisch zu sein? Dich mit dem Spott etwas zurückzuhalten? Das ist keine gute Idee. Ein bisschen sarkastisch zu sein ist nicht nur gut für Dich, Forscher an der Columbia und Harvard University haben herausgefunden, dass Sarkasmus kreative Denkprozesse fördert.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Sarkasmus den Menschen dazu zwingt, über eine Aussage stärker nachzudenken, um ihre tatsächliche Bedeutung des Gesagten zu entschlüsseln. Dafür ist ein höheres Maß an abstraktem Denken erforderlich. Das trägt wiederum dazu bei, dass die Menschen im Kopf kreativere Verbindungen knüpfen.

Der amerikanische Schriftsteller Oscar Wilde hat Sarkasmus einmal als die höchste Form der Intelligenz bezeichnet. Sarkasmus hilft den Menschen dabei über den Tellerrand hinauszuschauen und und neues kreatives Potenzial zu entdecken, Ideen zu finden und Problemlösungen zu entwickeln.

Was ist Sarkasmus eigentlich genau?

Sarkasmus leitet sich aus dem griechischen Wort Sarkasmós ab und bedeutet soviel wie „Verhöhnung oder beißender Spott.“ Diese Art von Humor ist ein rhetorisches Instrument, um eine Person oder Gruppe zu verspotten, zu verletzen und sich dabei noch zu amüsieren. Sarkasmus, auch kreativer Spott genannt, kann hässlich, grausam und verächtlich sein. Die Bedeutung des Sarkasmus erkennt man oft nur im gesprochenen Wort durch eine stimmliche Variation. Dieser offene Spott gilt nicht als Gesprächsstil, mit dem man sich Freunde macht.

Um sarkastisch zu sein oder diese Art Spott zu entschlüsseln, müssen sowohl die Ausdrücke als auch die Empfänger des Sarkasmus den Widerspruch (die psychologische Distanz) zwischen den wörtlichen und tatsächlichen Bedeutungen der sarkastischen Ausdrücke überwinden. Dies ist ein Prozess, der durch Abstraktion aktiviert und erleichtert wird, was wiederum das kreative Denken fördert.

Der Hauptunterschied zwischen Witz und kreativem Spott besteht darin, dass Sarkasmus als Humor verkleidet ist. Eine sarkastische Bemerkung soll weh tun und ist oft bitter und ätzend. Witzige Aussagen sind in der Regel eine Antwort auf die wenig hilfreichen Bemerkungen oder Verhaltensweisen eines Menschen. Sie zeigen die Absicht, das Problem aufzuklären indem die Absurditäten einer Situation hervorgehoben werden. Sarkastische Aussagen werden schneidend ausgedrückt, witzige Bemerkungen werden mit unverhülltem und harmlosem Humor geliefert.

Das heißt jedoch nicht, dass der kreative Spott immer schlecht ist. Es ist nur besser ihn sparsam zu verwenden – wie ein starkes Gewürz beim Kochen. Zu viel Gewürz und das Gericht wird davon zerstört. In ähnlicher Weise kann ein gelegentlicher Schuss sarkastischer Witz ein Gespräch aufpeppen und ihm etwas Humor hinzufügen. Aber eine zu große Portion Sarkasmus wird den emotionalen Charakter jeder Konversation beeinflussen und für den Empfänger sehr bitter schmecken.

Ironie und Sarkasmus – der Unterschied

Ironie (auch Doppeldeutigkeit) und kreativer Spott werden oft verwechselt, was verständlich ist. In einigen Fällen sind diese Spielarten des Humors sogar austauschbar. Dies liegt daran, dass Sarkasmus eine Art Doppeldeutigkeit ist, also sind alle Fälle von Sarkasmus Ironie, aber nicht alle Fälle von Ironie sind kreativer Spott. Das Wort Ironie stammt ebenfalls von den alten Griechen und bedeutet so viel wie Verstellung, Doppeldeutigkeit oder geheuchelte Unwissenheit.

Doppeldeutigkeit ist, wenn man etwas auf eine Art darstellt, aber ganz anders meint. Deshalb wird Ironie auch gerne in der Kunst für Dramen oder für Komödien verwendet. Dieser Humor spricht die Dinge nur indirekt an und muss vom Hörer oder Leser erst entschlüsselt werden. Erkennt der andere die Doppeldeutigkeit nicht, verändert sich die Bedeutung der Aussage. Doppeldeutigkeit wird oft nur in Zusammenhang mit einer Situation deutlich. Häufig wird diese Methode verwendet, um eine Situation aufzulockern und andere zum Lachen zu bringen.

Häufig wird die Doppeldeutigkeit als abgeschwächte Form des Sarkasmus bezeichnet. Sarkastische Bemerkungen können ebenfalls verschlüsselt oder unverschlüsselt formuliert sein. Im Gegensatz zur Doppeldeutigkeit haben sarkastische Aussagen aber immer das Ziel, den Gegenüber zu verletzen. Ein Beispiel von Oscar Wilde: „Wer eine verständige, schöne und gute Frau sucht, sucht nicht eine Frau sondern drei.“

Durch das Stilmittel Doppeldeutigkeit wird immer das Gegenteil ausgedrückt, von dem was eigentlich gemeint ist. Im Unterschied dazu ist der kreative Spott eher ein verdeckter Angriff. Aus diesem Grund ist es oft schwierig, die beiden Begriffe auseinander zu halten.

Und was ist mit Zynismus?

Während sich kreativer Spott und Doppeldeutigkeit auf einzelne Situationen beziehen, geht der Zynismus darüber hinaus. Diese Art von Spott ist eine Philosophie, Haltung oder Lebensanschauung, die geltende Normen und Konventionen ablehnt und ins Lächerliche zieht. Auch Zynismus kann bitter und böse sein, wie zum Beispiel:

„Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft“ (Horaz).

Der Zynismus stammt ebenfalls von den alten Griechen und bedeutet soviel wie „spöttisch, beleidigend, verletzend.“

Diese Art von Spott ist das Gefühl von Misstrauen oder dass etwas nicht gut funktioniert. Manche Leute empfinden Zynismus, wenn Politiker große Versprechen machen. Zynismus verbindet sich gerne mit Sarkasmus. Diese Art von Spott entsteht aus dem Glauben, dass die Menschen im Herzen selbstsüchtig und nicht vertrauenswürdig sind.

Auch sarkastisch zu sein ist der Ausdruck negativer Gefühle wie Zynismus, indem er dramatisch das Gegenteil von dem ausdrückt, was gemeint ist:

„Ich bin ziemlich sicher, dass der Politiker diese Bestechung aus Versehen angenommen hat. Wir alle wissen, wie leicht es ist, das plötzliche Auftauchen von 20.000 Euro auf dem Girokonto zu übersehen.“

Theoretisch lassen sich Sarkasmus, Ironie und Zynismus gut und klar voneinander abgrenzen. In der alltäglichen Praxis kommt es aber immer wieder zu Überschneidungen.

Fünf Wege, um kreativer durch Sarkasmus zu sein

Kreativer Spott ist eine großartige Möglichkeit, um mit anderen zu lachen und aus einer schlechten Situation das Beste herauszuholen. Sarkastisch zu sein ist einfacher als Du vielleicht glaubst. Höre einfach aufmerksam zu, wie andere sarkastische Menschen sprechen. Suche dann nach kreativen Wegen, um in alltäglichen Situationen sarkastisch zu sein. Beachte jedoch, wenn Du zur falschen Zeit oder zur falschen Person sarkastisch bist, kannst Du am Ende die Gefühle von jemandem verletzen. Für den Anfang gilt: kreativen Spott sparsam einsetzen und nicht übertreiben.

1. Verwende Sarkasmus für bestimmet Ideen oder Ereignisse

Wenn Du beispielsweise einen langweiligen Film gesehen hast, kannst Du sagen: „Das hat aber Spaß gemacht.“ Betone das „das“, um Deiner Stimme einen sarkastischen Ton zu verleihen.

+ Hat jemand einen Termin platzen lassen, wäre eine sarkastische Aussage:

„Du wirst nur Ordnung in Dein Leben kriegen, wenn Du mindestens zwei Assistenten beschäftigst.“

+ Vermeide jedoch kreativen Spott auf eine Person zu richten, es sei denn, sie sind Freunde oder nicht anwesend. Durch Sarkastische Bemerkungen über schlechte Entscheidungen von Politikern, Chefs oder Geschäftsführern zu machen, kann andere leicht zum Lachen bringen.

2. Kommentare von anderen kritisieren

Werde kreativer durch Sarkasmus. Wenn jemand etwas offensichtliches sagt, kannst Du auf die unnötige Analyse antworten:

„Echt jetzt, Das habe ich ja noch gar nicht bemerkt.“

Oder

„Faszinierend, ich hatte ja keine Ahnung, dass es gerade regnet.“

3. Auf vorhersehbare Ereignisse aufmerksam machen

Wenn Dir jemand mitteilt, das ein Kollege ein Projekt in den Sand gesetzt hat, kannst Du zum Beispiel antworten:

„Was für eine Überraschung!“

Oder wenn Du erfährst, dass ein Freund, ein notorisch schlechter Autofahrer, einen Unfall hatte. In diesem Fall ist die Bemerkung:

„Hoffentlich ist dem Auto nichts passiert“

ein möglicher Kommentar.

4. Verwende Sarkasmus, um Fehler zu entschuldigen

Einem Freund von Dir misslingt beim Golf ein Schlag und der Ball landet im Nirgendwo. Deine Kommentare könnten lauten:

„Wundervoller Schlag“

oder

„Neue Golfbälle gibt es jetzt bei […] im Sonderangebot.“

5. Wenn etwas schrecklich schiefläuft

Du bist mit dem Auto unterwegs und hast eine Reifenpanne. Statt zu fluchen könntest Du sagen:

„Super, ich wollte schon immer einen Reifen wechseln“

oder

„Das macht meinen Tag perfekt.“

Oder wenn Du Geld aus dem Automaten holen willst und das Gerät ist defekt, könnte Dein Kommentar lauten:

„Ich mache mir sowieso nichts aus Geld.“

So kannst Du Sarkasmus anwenden

Damit Du kreativer durch Sarkasmus wirst, überlege Dir wer Dein Gesprächspartner ist. Jeder reagiert auf Sarkasmus unterschiedlich. Im Allgemeinen solltest Du die Personen gut kennen, mit denen Du zusammenarbeitest. Manche vertragen kreativen Spott besser als andere. Bei Freunden und in der Familie musst Du wahrscheinlich weniger zurückhaltend sein, aber selbst dort ist Sarkasmus nicht immer angebracht. Deine Gegenüber sollten sich trotzdem wohlfühlen, wenn sie mit Dir sprechen.

Auch bei folgenden Personen kann Sarkasmus Probleme machen:

+ Chefs, Lehrer, Polizisten und andere Autoritätspersonen
+ Kollegen und Kolleginnen, die keinen Humor haben oder einfach nicht in der Stimmung sind

Mache keine sarkastischen Kommentare zu Problemen, von denen Du weißt, dass es für Deinen Gesprächspartner ein sehr sensibles Thema ist. Du wirst zwar kreativer durch Sarkasmus, aber manchmal reicht auch ein Witz. Der ist weniger feindselig und leichter zu erkennen.

Überfordere Dein Talent nicht

Etwas Sarkasmus lässt andere lächeln. Aber zu viel Sarkasmus kann andere schnell vor den Kopf stoßen und Menschen dazu bringen, Dich nicht zu mögen. Sarkasmus solltest Du nicht zu oft anwenden, dass die Menschen das Gefühl haben, dass sie nichts um dich herum sagen oder tun können, ohne lächerlich gemacht zu werden. Es gibt keine Möglichkeit zu bestimmen, wie viel Sarkasmus Du anwenden solltest. Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Sarkasmus-Toleranzgrade.

Wenn nötig, solltest Du klarstellen, dass Du sarkastisch bist. Manche Personen kommen mit Sarkasmus nicht so gut klar. Wenn Dein Gesprächspartner Deine Kommentare wörtlich nimmt, solltest Du ihn besser darüber informieren, dass Du sarkastisch warst. Das kannst Du leicht tun, indem Du einfach sagst: „Ich habe nur Spaß gemacht“ oder „Ich war sarkastisch.“

Sarkastischen Kommentare üben

Wenn Du gerne sarkastische Bemerkungen machst, solltest Du üben, wie Du diese in den verschiedenen Situationen einsetzen kannst. Überlege Dir sarkastische Kommentare und wo Du sie verwenden kannst.

Die Häufigkeit, mit der Du Deine sarkastischen Kommentare üben solltest, hängt von der Stärke Deines Gedächtnisses ab. Wenn Du Dir ein paar Kommentare eingeprägt hast, teste ihn und beobachte die Situation. Ist der Kommentar ein Erfolg, kannst Du ihn öfter verwenden. Aber denke daran: Selbst guter Sarkasmus ist irgendwann verbraucht.

Sei kreativ. Die besten sarkastischen Antworten oder Kommentare stützen sich auf Dein tiefes Wissen über Dein Publikum und dessen Vorlieben, Einstellungen und Überzeugungen. Überlege Dir genau, wie Du die unmittelbare Situation und das Gespräch anderer zu einem klugen, sarkastischen Kommentar zusammenfassen kannst.

Sprich mit anderen sarkastischen Kollegen. Wenn Du Dir die Zeit nimmst, um anderen Menschen zuzuhören, die im Sarkasmus gut geübt sind, wird das dazu beitragen, dass auch Du sarkastischer wirst. Achte darauf, wann und wie sie den Sarkasmus anwenden. Höre die Wendung in ihrer Stimme und die Gesichtsausdrücke, die sie verwenden, wenn sie sarkastisch sind.

Habe keine Angst zu versagen

Sarkastisch zu sein, braucht Zeit, Konzentration und Erfahrung. Wenn Du Deine Sarkasmus-Muskeln trainierst, wirst Du irgendwann sarkastisch. Versuche es immer wieder Sarkasmus zu verwenden, auch wenn Du ein paar Bemerkungen machst, die andere nicht verstehen oder nicht für witzig halten.

Fazit

Natürlich ist der Einsatz von Sarkasmus bei der Arbeit oder in sozialen Situationen nicht ganz ungefährlich. Es ist ein Kommunikationsstil, der leicht zu Missverständnissen und Verwirrung führen kann, oder, wenn es besonders hart ist, verletzte Egos oder Bestürzung hervorruft. Wenn sich die beteiligten Personen sich jedoch gegenseitig vertrauen, gibt es weniger Chancen für verletzte Gefühle. Selbst wenn dadurch Konflikte auftreten, führt das letztlich zu kreativen Vorteile für alle Parteien.

Ein bisschen Sarkasmus schadet nicht. Um die Nachricht entschlüsseln zu können, muss der Empfänger den wahren Sinn des Kommentars erkennen und das Gesagte und Gemeinte auseinander halten. Diese Fähigkeit zur Abstraktion ist es, die letztlich zu mehr Kreativität und neuen Lösungen führt.

Durch die neusten Forschungsergebnisse sollten sich Unternehmen dazu inspiriert fühlen, das Thema Sarkasmus erneut zu betrachten. Anstatt dieser Art von Humor vollständig vom Arbeitsplatz zu verbannen, könnten sie den Mitarbeitern helfen und sie über die geeigneten Umstände informieren, unter denen Sarkasmus eingesetzt werden kann. Dadurch würden sowohl die an sarkastischen Gesprächen beteiligten Personen als auch die Organisationen, denen sie angehören, kreativ profitieren.

About The Author

2 Kommentare zu „Kreativer im Job? Wie Sarkasmus es möglich macht“

  1. Pingback: Diese Fehler in der Bewerbungsmappe solltest Du vermeiden!

  2. Pingback: Was kostet eigentlich eine Neueinstellung? Was man wissen sollte

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top