Home Office – Regeln für einen erfolgreichen Arbeitstag in den eigenen vier Wänden

Unser Arbeitsalltag dezentralisiert sich zunehmend. Arbeiten ist von nahezu überall aus möglich, ob im Büro, unterwegs in Bus und Bahn oder eben in den eigenen vier Wänden im Home Office. Was vor einigen Jahrzehnten noch unmöglich schien, ist heute für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine interessante Alternative zum starren Büroalltag und wird in vielen Unternehmen bereits mit Erfolg umgesetzt.

Doch für die effektive Arbeit im Home Office brauchen beide Seiten klar definierte Regeln, damit diese zum Segen und nicht zum Fluch wird. Hier erfährst Du, was Arbeitnehmer tun können, um erfolgreich das Konzept Home Office umzusetzen und welche Veränderungen dadurch auf Arbeitgeber zukommen.

Was ist Home Office und für wen kommt es in Frage?

Unter dem Home Office, also dem Büro zu Hause, versteht man die Verlagerung des Arbeitsalltages in die eigenen vier Wände. Ob diese Verlagerung ganz oder nur teilweise geschieht, liegt in der Hand des jeweiligen Unternehmens. Es gibt hierzu viele Konzepte und Regeln für Home Office, die stark davon abhängen, welche Art von Arbeit und welche Branche jeweils betroffen ist. Einige verleben nahezu ihre gesamte Arbeitszeit im Home Office und sind eher selten in den Firmenräumen präsent, während anderen nur bestimmte Wochentage für die Heimarbeit nutzen und an den übrigen Tagen im Büro anzutreffen sind.

In der IT Branche ist durch die digitale Vernetzung das Home Office schon länger weit verbreitet. Hier ist es möglich, das Fachleute aus verschiedenen Regionen im Home Office gemeinsam an einem Projekt arbeiten, ohne sich je persönlich getroffen zu haben. Durch diese Methode werden Skills und Fachwissen gebündelt und so ein geballtes Know-How in einem Projekt zusammen geführt.

Die Konzepte und Regeln für Home Office finden aber auch zunehmend Einlass in anderen Branchen. Viele Unternehmen reagieren damit auf den Strukturwandel im Arbeitsalltag und die damit einhergehenden Möglichkeiten der Digitalisierung. In Zeiten von Fachkräftemangel bieten Unternehmen potenziellen Mitarbeitern mit dem Home Office einen zusätzlichen Mehrwert, der die Work-Life Balance deutlich positiv beeinflusst. In Branchen mit einem regelmäßigen Kundenverkehr vor Ort, ist es eher schwierig, eine dauerhafte Home Office Regelung einzuführen.

Je größer der Anteil der Arbeit am Computer in einer Tätigkeit ist, desto leichter ist auch die Umstellung auf das Home Office, denn durch die Digitalisierung ist es ein Leichtes, gemeinsame Server auch von zu Hause aus nutzen zu können oder via Chat, Mail oder Videokonferenz mit den Kollegen Kontakt zu halten.

Arbeitgeber Regeln für Home Office Konzepte

Nicht jeder Mitarbeiter ist geeignet für ein Arbeiten im Home Office, daher sollte dies niemals ein Zwang, sondern immer nur eine Option sein. Bevor ein solches Konzept startet, musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du Deinen Arbeitnehmern zwangsläufig mehr Vertrauen entgegenbringen musst, als es bei einer ständigen Präsenz im Unternehmen der Fall wäre. Die Regeln für Home Office sollten transparent sein und einen klaren Vorteil für beide Seiten generieren.

Im Vorfeld gilt es, zu klären, was die Erwartungen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers sind, damit die Ziele und Rahmenbedingungen für die Arbeit zu Hause klar definiert sind. Regelmäßiger Kontakt hilft, die Arbeitsfortschritte zu verfolgen und die Wünsche und Bedürfnisse des Mitarbeiters nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser ist ja nicht mehr jeden Tag in der Firma anwesend, benötigt aber trotzdem weiterhin Führung und Ansprache.

Für den Transport und Austausch von Materialien und die damit einhergehende Kommunikation kannst Du moderne Kommunikationskanäle nutzen. Via Telefonkonferenz, Videokonferenz oder über geschützte Bürochats sind Deine Mitarbeiter stets optimal involviert und verlieren nicht den Kontakt zum Unternehmen.

Hier findest Du die 10 wichtigsten Regeln, die Du als Arbeitgeber beachten solltest, damit Deine Mitarbeiter im Home Office optimal arbeiten können:

1. Den direkten und regelmäßigen Austausch fördern

2. Moderne Kommunikationswege zur Verjüngung der Unternehmensstruktur nutzen

3. Arbeitsabläufe standardisieren durch regelmäßige Meetings, Reviews und Briefings

4. Mitarbeiter in der Heimarbeit in das Firmengeschehen einbinden, Präsenzphase helfen dabei

5. Führen und fordern auch im Home Office, damit die Bindung an das Unternehmen nicht verloren geht

6.  Parameter zur Messung der direkten Arbeitsleistung einführen

7.  Vertrauen in das selbstständige Arbeiten der Mitarbeiter haben

8. Nutzung als freiwillige Option, denn nicht jeder Mitarbeiter ist für die Arbeit im Home Office geeignet

9. Klare Strukturen schaffen, Regeln und Ziele auf beiden Seiten definieren

10.  Einbindung der Mitarbeiter in Weiterbildungs- und Fortbildungsphasen

Nur wenn Du bereit bist, Deinen Mitarbeitern zu vertrauen, sie aber weiterhin führst und förderst, kann eine Home Office Regelung gelingen. Geschieht das nicht, fühlen sich diese Arbeitnehmer oft allein gelassen und unterfordert, die Arbeitsleistung sinkt und die Motivation, sich einzubinden, ebenfalls.

Home Office – Regeln für Arbeitnehmer

Für den Mitarbeiter kann eine Home Office Regelung mehr Freiheit bedeuten, ohne dass die Effizienz seiner Arbeitsleitung sinkt. Besonders, wenn der Weg zur Arbeit lang ist und häufig viel Verkehr herrscht, ist es ein großer Vorteil, wenn der Weg zur Arbeit nur ein paar Schritte in ein anderes Zimmer beträgt. Starre Bürozeiten sind oft besonders für Familien mit Kindern nur schwer umzusetzen. Mit einer Home Office Regelung bist Du flexibel in der Lage, kurzfristig auf Änderungen in Deinem privaten Umfeld zu reagieren, ohne dass die Arbeitsleistung dadurch sinken muss.

Die liegen gebliebene Arbeit kann in Ausnahmefällen, also wenn private Termine anstehen oder ein Kind plötzlich krank geworden ist, auch noch am Abend bequem von zu Hause aus erledigt werden, die Ausfalltage reduzieren sich dadurch. Damit die Arbeit jedoch genauso zuverlässig und schnell erledigt wird, wie im Büro, bedarf es Regeln für Home Office Mitarbeiter. Um diese auch jeden Tag aufs Neue einzuhalten, musst Du ein gewisses Maß an Selbstdisziplin aufbringen.

Hier findest Du die 10 wichtigsten Regeln, die Du als Arbeitnehmer beachten solltest, damit das Konzept Home Office für Dich langfristig erfolgreich wird:

1. Der Feierabend ist auch zu Hause einzuhalten – auch wenn Überstunden in den eigenen vier Wänden leichter fallen

2. Kritische Selbstreflexion im Vorfeld, ob Du für eine Home Office Regelung geeignet bist

3. Selbstständiges Arbeiten – hier kommt mehr Verantwortung auf Dich zu

4. Flexibilität nicht grenzenlos gestalten – auch im Home Office hast Du ein Recht auf Pausen

5. Karriereziele nicht aus den Augen verlieren – auch von zu Hause aus kannst Du Dich beruflich weiter entwickeln

6. Zeit nehmen für den persönlichen Austausch mit den Kollegen, denn das hast Du im Büro vorher auch getan

7. Kommunikation ernst nehmen – Ziele, Termine, Aufgaben regelmäßig mit Deinen Kollegen austauschen

8. Arbeitszeiten klar definieren und an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen

9. Genau und präzise arbeiten – professionelle Ablagesysteme sind im Home Office Pflicht

10. Kleidung und Auftreten dem Büroalltag anpassen, denn auch im Home Office bist Du nicht zu Hause, sondern bei der Arbeit

Da der Begriff der Heimarbeit bei Arbeitgebern nach wie vor negativ belegt ist, gilt es etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. Eine Probephase hilft Deinem Arbeitgeber dabei, zu prüfen, ob Deine Arbeitsleistung im Home Office genau so hoch ist, wie im Büro, oder vielleicht sogar ansteigt. Ist Dein Arbeitgeber erst einmal davon überzeugt, steht einer flexiblen Home Office Regelung nichts mehr im Weg.

Home Office Regelung – die Vorteile

Die Vorteile des Arbeitens in den eigenen vier Wänden liegen auf der Hand – allein die Zeitersparnis durch das Wegfallen des Arbeitsweges kann besonders im ländlichen Raum ein großer Faktor sein. Zusätzlich zu der Zeit sparst Du auch noch die Kosten für den öffentlichen Verkehr oder die Nutzung des Autos. Die Arbeitsumgebung ist in vielen Büros bereist festgelegt und kann vom Arbeitnehmer nur in kleinen Teilen individualisiert werden.

Anders sieht das im Home Office aus, denn dort kannst Du Deinen Arbeitsplatz so einrichten, wie es Dir gefällt. Das steigert den eigenen Wohlfühl-Faktor enorm und sorgt dafür, dass Du Dich in Deiner Arbeitsumgebung wohl fühlst. Ein weiterer Vorteil der Heimarbeit ist die Ruhe, denn hier telefonieren keine Kollegen oder unterhalten sich lautstark. Im Home Office bist Du in der Regel allein und kannst Dich störungsfrei um Deine Aufgaben kümmern.

Besonders für Familien ist dieses Konzept sehr attraktiv, denn auch, wenn die Zeit im häuslichen Büro allein der Arbeit gelten sollte, wenn etwas mit den Kindern ist, kannst Du jederzeit schnell eingreifen und musst nicht erst lange Wege zurücklegen.

Wir haben die Vorteile des Home Office hier noch einmal zusammengefasst:

1. Zeit- und Kostenersparnis durch den Wegfall des Arbeitsweges, die gewonnene Zeit kann anderweitig genutzt werden

2. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten des Arbeitsplatzes nach den eigenen Bedürfnissen

3. Ungestörte Arbeitsatmosphäre fördert konzentriertes Arbeiten und steigert die Effizienz

4. Flexibilität im Privatleben – kurzfristige Ereignisse können problemlos eingeplant werden

5. Kurze Wege für den Übergang von Berufsalltag zum privaten Bereich

Home Office Regelung – die Nachteile

Die Regeln für Home Office Konzepte erlauben den Arbeitnehmer viel mehr Freiheiten, als es im Büro der Fall ist. Dies bedeutet aber auch, dass Du ein hohes Maß an Disziplin aufbringen musst, um Deinen Arbeitsalltag genauso effektiv zu gestalten, wie er im Firmen-Büro ablaufen würde. Zu Hause locken auch viele Ablenkungen, Fernseher und Couch sind nur wenige Schritte entfernt und die Versuchung ist manchmal groß, diese auch zu nutzen.

Damit das Konzept funktioniert, musst Du die Bereiche für Privatleben und Berufsleben strikt voneinander trennen, denn wenn Deine Arbeitsleistung sinkt, wird Dein Arbeitgeber dieses Konzept nicht lange befürworten. Ein weiteres Risiko bei den Regeln für Home Office Konzepte ist die Isolation, denn wo vorher ein Gespräch mit den Kollegen und der Kaffee in der Büroküche für Ausgleich sorgten, bist Du nun den Tag über allein. Um dem vorzubeugen, solltest Du Dir Zeit nehmen für persönliche Kommunikation mit Deinen Kollegen.

Ein kurzes Telefongespräch oder ein privater Chat sorgen dafür, dass Du Dir nicht außen vor vorkommst und nach wie vor in die Vorgänge im Büro eingebunden bist. Vielleicht sinkt auch die Anerkennung für Deine Arbeit, da diese in der Regel schwerer kommuniziert werden kann. Vielleicht denken einige Kollegen auch, dass Du zu Hause weiter arbeitest, da Du Dich ja nicht unter direkter Beobachtung befindest.

Diesen Vorurteilen kannst Du am Besten mit Leistung begegnen, denn wenn Deine Arbeitsleistung konstant bleibt oder sogar steigt, werden auch diese Stimmen verstummen. Wenn Du Deinen Büroalltag zu Hause genauso so gut organisierst, wie Deine Präsenztage im Unternemen, kann das Konzept Heimarbeit Dich deutlich entlasten und ist auch für Deinen Arbeitgeber nicht nachteilig.

Alle Nachteile und Gefahren im Home Office haben wir hier noch einmal zusammengefasst:

1. Ablenkungen in den eigenen vier Wänden müssen ignoriert werden

2. Strikte Trennung von Privat und Beruf erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin

3. Separiertes Arbeiten fördert die soziale Isolation

4. Die Anerkennung Deiner Leistung kann sinken, da diese nicht direkt im Sichtbereich liegt

Fazit

Um erfolgreich auf den Strukturwandel im Arbeitsleben einzugehen, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber klare Regeln für Home Office Konzepte einhalten und viel Innovationswillen mitbringen. Der Mitarbeiter sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass das Home Office klar zu trennen ist von den sonstigen Vorgängen zu Hause und ein gewisses Maß an Disziplin und Selbstständigkeit mitbringen.

Der Arbeitgeber muss lernen, seinen Mitarbeitern im Home Office zu vertrauen und den Erfolg über die Arbeitsleistung regelmäßig messen. Zusätzlich ist es die Pflicht des Arbeitgebers, für einen regelmäßige Kommunikation mit seinen Mitarbeitern zu sorgen und diese in firmeninterne Vorgänge einzubinden. Halten sich beide Seiten an die definierten Strukturen, steht einem effizienten und erfolgreichen Home Office Konzept nichts mehr im Wege!

Home Office – Chance oder Herausforderung?

Das Home Office ist eine Herausforderung für die Eigenverantwortung

Arbeiten im Home Office scheint vielen Arbeitnehmern der optimale Zustand zu sein. Sie müssen sich nicht auf den Weg zur Arbeit machen, können ihre Zeit frei einteilen und werden nicht beobachtet, wenn Sie während der Arbeitszeit private Angelegenheiten regeln. In den Vorstellungen der meisten Mitarbeiter bedeutet Home Office, im Morgenmantel bei einer Tasse Kaffee am PC zu sitzen und seine Arbeit zu genießen.

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Sich selbst zu organisieren, Fristen einzuhalten und keinen persönlichen Kontakt zu Kollegen zu haben, sind hohe Anforderungen. Nicht jeder bringt die persönlichen Kompetenzen mit, um aus dem Arbeiten im Home Office Vorteile zu ziehen. Die Vorteile und die Nachteile halten sich auch im Home Office die Waage.

Bevor Du Dich darauf einlässt, in Deinen Privaträumen arbeiten zu wollen, solltest Du überprüfen, ob Du der richtige Typ für diese Art Job bist.

 

Arbeiten im Home Office kann zum Chaos führen

Menschen brauchen eine Struktur. Die Natur und der eigene Biorhythmus geben einen Teil der Struktur vor. Das ist auch der Grund dafür, warum Schichtarbeiter häufig mit Stress und Krankheit reagieren. Zu Hause arbeiten unterliegt zwar nicht den Regeln der Büroarbeit, trotzdem kannst Du nicht arbeiten, wie und wann Du willst.

Viele unerfahrene Mitarbeiter im Home Office trennen das private vom beruflichen Leben nicht mehr. Plötzlich wird abends beim Krimi gearbeitet und gegessen wird während der Arbeit am PC. Es entsteht ein Modell aus „immer im Dienst“ und „immer irgendwie privat“.

Das ist für die Konzentration, die Entspannung und die körperliche Gesundheit schädigend. Schnell lassen die Arbeitsleistungen nach und das Privatleben wird unbefriedigend. Im privaten Umfeld zu arbeiten ist nur reizvoll für Arbeitnehmer, die die folgenden persönlichen Eigenschaften einbringen können.

Wenn Du die folgenden Aussagen für Dich überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, hast Du gute Aussichten, Dein Arbeiten im Home Office erfolgreich zu meistern.

  1. Ich kann einen Tagesplan selbstständig erstellen und einhalten.
  2. Ich kann Deadlines und Termine aus eigenem Antrieb einhalten und brauche keine Erinnerung.
  3. Ich will meine Familie und meine Arbeit in Einklang bringen.
  4. Ich fühle mich zuhause wohl, mir fällt nicht die Decke auf den Kopf, wenn ich dort lebe und arbeite.
  5. Ich kann mich selbst zur Arbeit motivieren, auch wenn Ablenkungen vorhanden sind.
  6. Ich kann mich meiner Familie gegenüber abgrenzen und meine Arbeitszeit verteidigen.
  7. Ich kann abschalten und auch zuhause pünktlich Feierabend machen.
  8. Ich kann mir in meinen eigenen vier Wänden einen Ort einrichten, an dem ich ungestört arbeiten kann.

 

Nachteile und Vorteile von Home Office

Wie jeder Arbeitsplatz bietet auch das Home Office Vorteile und Nachteile. Wenn Du die Nachteile akzeptieren kannst, kannst Du wahrscheinlich gut zu Hause arbeiten. Betrachten wir zuerst die Vorteile. Arbeiten im Home Office bringt auf jeden Fall eine Zeitersparnis, denn der Arbeitsweg entfällt. Styling etc. entfallen auch, Dich sieht ja niemand.

Wenn Du Kinder hast oder andere familiäre Verpflichtungen vorhanden sind, kannst Du Dein Arbeiten im Home Office gut an die privaten Bedürfnisse anpassen. Du kannst Dein Kind vom Kindergarten holen und zwischendurch einen Einkauf erledigen oder die Handwerker ins Haus lassen. Flexible Zeiteinteilung ist einer der Vorteile von Home Office.

Wer technisch versiert und interessiert ist, kann Kontakte zu Kunden und Kollegen relativ frei terminieren. Das schafft eine gewisse Entspannung. Der Umgang mit modernen Kommunikationswegen muss dafür aber sehr gut beherrscht werden. Allerdings gibt es auch im Home Office regeln. Meist erwarten die Arbeitgeber, dass der Mitarbeiter in einer vorgegebenen Kernarbeitszeit erreichbar ist.

 

Die Nachteile des Home Office dürfen nicht übersehen werden

Ein großer Nachteil liegt in dem Risiko, zu viel zu arbeiten. Im Home Office kommt es häufig vor, dass Arbeitnehmer Überstunden machen. Es geht ganz leicht und diese schlechte Angewohnheit setzt sich schnell fest. Abends noch eben Mails beantworten und eine kleine Aufgabe erledigen stellen nämlich keine Probleme dar, wenn der Rechner im Wohnzimmer steht. Niemand würde für 30 Minuten mitten in der Nacht ins Büro fahren. Im Home Office ist die Versuchung gegeben, rund um die Uhr im Dienst zu sein.

Das gilt auch für Krankheiten. Büroarbeiter gehen schneller zum Arzt. Sie wollen die anderen Kollegen nicht anstecken und merken, dass es sie überfordern würde, sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Im Home Office reagieren Mitarbeiter anders. Sie schlafen etwas länger und quälen sich dann zuhause an den Schreibtisch.

Langfristig kann sich das schädigend auf die Gesundheit auswirken. Wer wenig Selbstdisziplin hat, wird im Home Office entweder zu viel und ständig mit den Gedanken beim Job sein oder er vernachlässigt seine Arbeit zugunsten persönlicher Bedürfnisse. Wer den persönlichen Kontakt zu Kollegen braucht, wird sich im Home Office einsam fühlen. Kontakte werden hier meist über die Medien aufrecht erhalten.

Ein letzter Nachteil ist, dass Du zuhause einen Ort vorhalten musst, an dem Du arbeiten kannst. So wirst Du räumlich eingeschränkt.

Wenn Du das Gefühl hast, die Nachteile gut auffangen zu können, indem Du auf Dich achtest und keine unbezahlte Mehrarbeit leisten wirst, könnte das Arbeiten im Home Office eine gute Möglichkeit für Dich sein, Geld zu verdienen.

 

Wie Du Dein Arbeiten im Home Office gestalten solltest

Wenn es Dir gelungen ist, einen Home Office Arbeitsplatz zu bekommen, solltest Du einige Tipps beherzigen, damit Deine Arbeit nicht zu einer Belastung ausartet.

 

1. Nimm Deinen Arbeitsplatz ernst

Viele Mitarbeiter beginnen ihre Arbeit zuhause auf der Couch oder auf dem Küchentisch. Das sind keine langfristigen Lösungen. Bevor Du Dich für diese Arbeitsform entscheidest, solltest Du sicher stellen, dass Du Platz zum Arbeiten hast.

Ein eigener Raum ist prima, ein ungestörter Platz im Wohnzimmer oder im Flur sind mögliche Kompromisse. Viele Eltern arbeiten auch im Kinderzimmer, während das Kind in der Schule oder im Kindergarten ist. Dein Arbeitsplatz sollte für die anderen Familienmitglieder tabu sein. Wenn rund um Dich Trubel und Lärm herrscht, wird Dir alles schnell auf die Nerven gehen.

Allein aus diesem Grund solltest Du mindestens Kernarbeitszeiten haben, die Deine Familie respektieren muss. Während dieser Zeit sind in deinem Zuhause laute Musik, toben und anderer Lärm verboten. Es ist sinnvoll, diese Kernarbeitszeiten vorher anzugeben und darauf zu achten, dass sie eingehalten werden. Das bedeutet, Du bist während dieser Zeiten definitiv nicht zu sprechen.

 

2. Verteidige Deine Freiräume

So, wie Du gegenüber Deiner Familie die Arbeit verteidigst, musst Du Deine Freiräume gegenüber dem Arbeitgeber, Kunden und Kollegen verteidigen. Es gibt auch im Home Office verschiedene Arbeitszeitmodelle. Von der Vertrauensarbeit mit weitgehend freier Zeiteinteilung bis hin zu festen Arbeitszeiten ist hier alles möglich.

In jedem Modell ist aber auch ein Feierabend vorgesehen. Außerdem haben auch Mitarbeiter mit einem Büro zuhause ein Recht auf Krankheit und Urlaub. Wenn Deine Arbeitszeit vorüber ist, nimm Dir Deine Freizeit. Geh zum Arzt, wenn Du zu krank zum Arbeiten bist und lass die Arbeit liegen, wenn Du Urlaub hast. Viele Arbeitgeber locken mit Diensthandy und Dienstcomputer.

Du solltest unbedingt auch private Geräte haben. Mit einem Dienstgerät ist der Job nämlich immer dabei. Handy und PC vom Chef gehören nach Feierabend ausgeschaltet und weggestellt. Das gilt vor allem, wenn Du krank bist und im Urlaub.

 

Zu Hause arbeiten bedeutet, sich durchsetzen

„Everybodys Darling is everybodys depp.“

Diese Redewendung kommt vor allem zum Tragen, wenn Du zu denen gehörst, die zu Hause arbeiten. Kollegen, Vorgesetzte und sogar Kunden, die wissen, dass Du zuhause arbeitest, halten sich selten an Bürozeiten. „Mal eben dies, mal eben das…“ Das sind Forderungen, mit denen Mitarbeiter im Home Office unaufhörlich konfrontiert werden.

Einem Kollegen zu sagen, dass man Feierabend hat, wird mit Unverständnis quittiert. „Du kannst den Rechner doch schnell mal hochfahren, oder?“ Um keine Sympathien zu verlieren, bist Du vielleicht zu nachgiebig und lässt Grenzen überschreiten.

Je früher Du Dich klar positionierst, umso schneller lassen diese Störungen nach. Wenn Du die Vorteile von Home Office nutzen willst, musst Du hinsichtlich Arbeitsplanung Dein eigener Chef sein.

 

Arbeitsplatz der Zukunft

Die Digitalisierung ist ein Paradies für Menschen, die sich wünschen, im Home Office zu arbeiten. Studien haben ergeben, dass etwa 40 Prozent der Arbeitnehmer sich einen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden wünschen. In der Praxis ist der Anteil derer, die im Home Office tätig sind, wesentlich kleiner. Obwohl die technischen Möglichkeiten längst gegeben sind, scheuen viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich, das Home Office umzusetzen.

Die Gründe der Arbeitgeber sind häufig, dass sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren. Die meisten Arbeitgeber haben ihre Mitarbeiter gern im Blick. Sie fürchten um deren Produktivität. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Im Home Office ist die Produktivität um mehr als zehn Prozent höher als an klassischen Arbeitsplätzen. Der Chef, der immer mal seinen Kopf durch die Tür setzt und die Kollegin, die von ihrer letzten Shoppingtour erzählt, stören nämlich bei der Arbeit. Mitarbeiter haben andere Vorbehalte.

Sie fürchten die Isolation von den Kollegen, wenn sie ihr Büro zuhause haben. Manche können sich auch im privaten Umfeld nicht selbst steuern und wünschen einen Vorgesetzten in der Nähe, der Anweisungen geben kann. Home Office ist nur für Menschen geeignet, die absolut selbstständig arbeiten können.

Der Trend geht jedoch klar zum Arbeitsplatz zuhause. Große Unternehmen machen es vor. Sie sparen Geld, weil sie keine Büroräume mieten müssen und auch die Vorgesetzten können flexibler arbeiten. Außerdem sind gerade Teilzeitkräfte im Home Office eine geringere Belastung für die Unternehmen, weil keine komplizierten Dienstpläne erstellt werden müssen.

 

Wie Du Deinen Chef vom Home Office überzeugen kannst

Wenn Du den Wunsch hast, die Vorteile von Home Office zu nutzen, solltest Du mit Deinem Chef sprechen. Unter Umständen musst Du erst einige Überzeugungsarbeit leisten, bevor er sich auf einen Versuch einlässt. Mit den folgenden Argumenten kannst Du im Gespräch punkten.

  • Home Office ist billiger für den Chef. Er kann Deinen Arbeitsplatz im Büro einsparen.
  • Aktuelle Statistiken belegen eine höhere Produktivität beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Besorge Dir die Zahlen im Internet und lege sie ihm beim Gespräch vor.
  • Zeige auf, dass Du bisher ein fleißiger und Engagierte Mitarbeiter warst. Faulpelzen wird selten mehr Freiheit gewährt. Wenn Dein Chef erkennt, dass Du Dich in der Vergangenheit für das Unternehmen eingesetzt hast, wird er eher mit sich reden lassen.
  • Weise nach, dass Du zuhause Platz und Ruhe zum Arbeiten hast.
  • Schlage eine Probezeit vor und lege ihm ein Konzept vor, wie Du trotz Home Office für ihn, Deine Vorgesetzten, Kollegen und Kunden erreichbar sein willst.
  • Wenn er sehr hartnäckig ist, schlage ihm vor, an zwei Tagen der Woche zuhause und an den anderen Tagen im Büro zu arbeiten. Wenn das klappt, kommst Du Deinem Ziel schrittweise näher.

 

Fazit zum Home Office

Die Digitalisierung kommt und das Home Office wird an Bedeutung gewinnen. Dabei entstehen zwar höhere Produktivitätsraten und geringere Kosten für die Arbeitgeber, doch die Arbeitnehmer haben mit vielen Risiken zu tun.

Es erfordert viel Selbstdisziplin, im Home Office zu arbeiten. Wer den autoritären Führungsstil und regelmäßige Anweisungen braucht, um arbeiten zu können, ist nicht geeignet für diese Arbeitsweise. Aber auch Workaholics könnten im Home Office ihre Gesundheit und ihr Privatleben schädigen.

Wenn Du die persönlichen Voraussetzungen für eine überwiegend selbstständige Arbeit zuhause mitbringst, kann Home Office für Dich das Optimum darstellen.