Trainee oder Direkteinstieg? Welcher Weg führt Dich sicher an Dein Ziel?

Wenn Du kurz vor dem Abschluss Deines Studiums stehst, fragst Du Dich vielleicht, ob Du Deinen Weg in ein Unternehmen als Trainee oder über den Direkteinstieg angehen sollst. Viele große Unternehmen bieten verschiedene Traineeprogramme an, auf das Du Dich bewerben kannst.

Aber auch Startups und kleinere Unternehmen schreiben mittlerweile Stellen für Trainees aus. Ob Dir als Trainee der Berufseinstieg leichter fällt oder ob Du doch besser einen Direkteinstieg wählen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von Deinem Studienabschluss (Bachelor oder Master), den Programmen, die Unternehmen anbieten, sowie den Möglichkeiten, die es zum Direkteinstieg in Deinem Traumjob überhaupt gibt.

Vorteile haben beide Optionen. Welche für Dich die richtige ist, kannst nur Du selbst entscheiden. Um Dir die Wahl zu erleichtern, haben wir jeweils fünf Gründe für ein Traineeprogramm und für den Direkteinstieg zusammengestellt. So kannst Du für Dich feststellen, auf welche Art von Stellen Du Dich bewerben solltest.

5 Gründe, die für ein Traineeprogramm sprechen

Grund 1: Leichter Übergang von der Uni in den Beruf

Gerade der erste Job kann eine Art Kulturschock sein. Herrschten in der Schule und an der Uni noch relativ viel Freiheit und Möglichkeit zur Gestaltung Deiner Tage, so ist der Arbeitsalltag von Strukturen und klaren Anforderungen geprägt. Gerade wenn Du neben dem Studium nicht oder nur wenig Berufserfahrung sammeln konntest, kann ein Direkteinstieg überfordernd sein. Traineeprogramme bieten dann einen geschützten Rahmen, in dem Du Dich nicht um alles gleichzeitig kümmern musst: Neue Aufgaben, neues Umfeld, neue Art des Arbeitens.

Stattdessen kannst Du einen begleiteten Übergang ins Berufsleben finden. Da die Anforderungen an einen Trainee im Allgemeinen geringer sind als an Direkteinsteiger, brauchst Du auch keine Befürchtungen zu haben, dass Du Fehler machst. Genau dafür sind Traineeprogramme ja da. Wenn Du also nicht von 0 auf 100 einsteigen möchtest, sondern lieber einen sanften Übergang suchst, findest Du diesen als Trainee.

Grund 2: Kennenlernen und Ausprobieren

Gerade in großen Unternehmen sind Traineeprogramme so ausgelegt, dass Du verschiedene Abteilungen durchläufst, das Unternehmen genau kennenlernst und verschiedene Tätigkeiten ausprobieren kannst. Du kannst so während der Trainee-Zeit wertvolle Kontakte knüpfen, die Dir später für Deine Karriere behilflich sein können. Außerdem lernst Du das Unternehmen von Grund auf kennen. Wenn Du Dich nach dem Programm dann für eine konkrete Stelle im Unternehmen entscheidest, verstehst Du die Zusammenhänge deutlich besser und kannst viel effizienter arbeiten.

Ein so gut ausgearbeitetes Programm ist natürlich auch für Unternehmen eine große Investition. Du kannst daher davon ausgehen, dass das Unternehmen ernsthaft daran interessiert ist, Trainees nach Abschluss auch zu übernehmen. Und da Du in einem guten Programm die verschiedensten Bereiche kennenlernst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich am Ende eine offene Stelle findet, die Deinen Interessen entspricht und auch für das Unternehmen wertvoll ist.

Bei einem Direkteinstiegdagegen wird man nicht zulassen, dass Du die Stellen ständig wechselst und neue Bereiche ausprobierst. Dazu ist dein Gehalt von Anfang an zu hoch – es wird also erwartet, dass Du entsprechenden Wert für das Unternehmen schaffst.

Grund 3: Geregelte Karrierelaufbahn

In einigen Konzernen ist es üblich, dass Uni-Absolventen als Trainee einsteigen und einem klar geregelten Karriereplan folgen. Das Traineeprogramm ist dabei nur der erste Schritt der Laufbahn, die das Unternehmen für einen vorgesehen hat.

Die Frage Trainee oder Direkteinstieg stellt sich dann gar nicht, weil für manche Stellen im Top-Management nur Kandidaten und Kandidatinnen in Frage kommen, die entweder das Programm durchlaufen haben oder extern die entsprechende Qualifikation erworben haben.
Hast Du also die Möglichkeit, in Deinem Traum-Unternehmen als Trainee zu beginnen, ist das möglicherweise der erste Schritt zu einer Traum-Karriere.

Grund 4: Umfassende Praxis-Ausbildung

Obwohl viele Studiengänge mittlerweile Praxis-Anteile aufweisen, lernst Du an der Universität vor allem Theorie. Nach manchen Studiengängen (Medizin, Jura, Lehramt) ist es daher ganz normal, dass man eine ein- bis zweijährige geringer bezahlte Praxiszeit absolviert, bevor man wirklich fertig ausgebildet ist. Der Grund bei diesen Berufen ist klar: Die Verantwortung, die Ärzte, Juristen und Lehrer tragen, ist so groß, dass die Ausbildung aus einem Theorie- und einem Praxis-Teil bestehen muss.

Andere Studiengänge sehen einen solchen Praxis-Anteil nicht vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass für diese Studiengänge Praxis-Erfahrung nicht wichtig ist. Im Gegenteil: Das BWL-Studium hat an vielen Universitäten aufgrund der hohen Studierendenzahlen kaum Praxis-Anteile, die Aufgaben, die später im Beruf erfüllt werden sollen, sind jedoch mit einer hohen Verantwortung verbunden. Wer hier zwischen Trainee oder Direkteinstieg wählt, entscheidet gleichzeitig, ob er sich selbst eine fundierte praktische Ausbildung gönnt.

Darüber hinaus sind gerade in den letzten zehn bis zwanzig Jahren viele Berufe gerade im digitalen Bereich entstanden, für die die Universitäten gar nicht ausbilden können. Wenn Du SEO-Manager, Data Scientist oder Employer Branding Manager werden möchtest, hast Du mit Glück davon schon an Deiner Uni gehört. Diese Bereiche sind jedoch so neu und so starkem Wandel unterworfen, dass Du sie ausschließlich durch Praxis lernen kannst. Dies geht zwar als Trainee oder über Direkteinstieg, aber der zweite Weg ist definitiv der härtere und der schwierigere.

Grund 5: Einzige Option bei manchen Unternehmen

Gerade wenn Du Dein Studium als Bachelor abgeschlossen hast, gibt es für Dich bei manchen Unternehmen gar nicht die Option, zwischen Trainee oder Direkteinstieg zu wählen. Vor allem viele Konzerne wollen Führungskräftenachwuchs selbst ausbilden und setzen voraus, dass Du als Trainee einsteigst. Wenn Dein Unternehmen so stark auf Trainees setzt, kannst Du Dich natürlich trotzdem für einen Direkteinstieg bewerben. Wenn Deine Argumente gut sind, kann es sogar sein, dass Du eine Chance erhältst.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man Dich als Trainee in Betracht zieht, ist jedoch deutlich höher. Außerdem hast Du bei späteren Job-Angeboten innerhalb des Unternehmens als (ehemaliger) Trainee bessere Chancen, in Betracht gezogen zu werden. Wenn Du Dich also bereits fest für ein Unternehmen entschieden hast, kann es sein, dass die Option Trainee oder Direkteinstieg Dir gar nicht offen steht.

5 Gründe, die für einen Direkteinstieg sprechen

Grund 1: Gehalt

Der wichtigste Faktor, der für viele für einen Direkteinstieg im Unternehmen spricht, ist das Gehalt. Denn Trainees verdienen weniger als Direkteinsteiger, und zwar deutlich. In manchen Unternehmen erhältst Du beim Direkteinstieg mehr als das Doppelte des Gehalts im Vergleich zum Trainee beim Berufseinstieg. Auf eine entsprechende Summe wollen und können viele Einsteiger nicht verzichten, sodass sie gar nicht erst nach Traineestellen suchen.

Der Grund dafür, dass Unternehmen Trainees so viel weniger bezahlen, liegt darin, dass das Traineeprogramm als Ausbildung verstanden wird, der Trainee also eher mit einem Auszubildenden als mit einem Berufseinsteiger verglichen wird. Schließlich sollen Trainees auch während der Arbeitszeit lernen und ihre Arbeitskraft wird entsprechend nicht mit 100 % bewertet. Außerdem gibt es – in guten Traineeprogrammen – erfahrene Mentorinnen oder Mentoren, die sich um den Trainee beim Berufseinstieg kümmern. Diese Mentoren haben durch den Trainee weniger Zeit für ihre eigenen Aufgaben zur Verfügung, was bei der Kalkulation für das Gehalt ebenfalls berücksichtigt wird.

Absolventinnen und Absolventen, die nach Abschluss des Studiums dringend darauf angewiesen sind, Geld zu verdienen, um beispielsweise einen Kredit abzutragen oder ihre Wohnung zu finanzieren, können sich die Frage Trainee oder Direkteinstieg oft gar nicht leisten, weil sie ein normales Berufseinsteigergehalt für ihre Lebenshaltungskosten benötigen.

Grund 2: Jeder muss am Anfang lernen

Als Trainee lernst Du von Anfang an alles, was es im Unternehmen zu wissen gibt. Doch lernen muss am Anfang sowieso jeder. Selbst wenn Du zehn Jahre Berufserfahrung in Deinem Bereich mitbringst, musst Du beim Wechsel in ein neues Unternehmen neue Dinge lernen. Also ist es normal, dass Du auch beim Direkteinstieg in ein Unternehmen Gelegenheit haben wirst, Dinge zu lernen und Fragen zu stellen.

Niemand erwartet von jemandem ab dem ersten Tag, dass er oder sie alles kennt – auch nicht, wenn er sich für einen Direkteinstieg im Unternehmen entschieden hast. Die Hilfestellungen, die Dir bei einem Direkteinstieg zur Verfügung stehen, sind deutlich geringer als wenn Du Dich für einen Einstieg als Trainee entscheidest.

Wenn Du Dir jedoch zutraust, Dich in neue Themen eigenständig einzuarbeiten, auch neben dem Beruf Dinge zu lernen (zum Beispiel in einem Kurs oder aus Büchern) und Dich in schwierigen Situationen durchzubeißen, kannst Du auch als Berufsanfänger mit einem Direkteinstieg erfolgreich sein. Dir sollte nur klar sein, dass die Erwartungen an Dich von Anfang an höher sind und dass Du während der Probezeit wahrscheinlich genauer beobachtet wirst als ein Trainee.

Grund 3: Trainee ist nicht gleich Trainee

Eine Stelle, die für Trainees ausgeschrieben ist, muss nicht unbedingt ein komplettes Programm umfassen, in dem Du das gesamte Unternehmen kennenlernst. Solche Programme gibt es vor allem in Konzernen und großen Unternehmen. Mittlerweile bieten jedoch auch kleinere Unternehmen und auch Start-Ups Traineeprogramme an. Die Frage ist jedoch, wie diese Programme aussehen. Und das solltest Du auf jeden Fall herausfinden, bevor Du die Frage Trainee oder Direkteinstieg für Dich beantwortest.

Denn genauso wie aus Deiner Sicht der Faktor Gehalt für einen Direkteinstieg spricht, ist er aus Unternehmenssicht ein Argument für Traineeprogramme. Für ein deutlich niedrigeres Gehalt kann man (in der Theorie) gut ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finden und ans Unternehmen binden. Wenn das Programm, das für Trainees vorgesehen ist, allerdings darin besteht, dass Du on-the-job in einer einzigen Abteilung ein bis zwei Jahre sehr günstig arbeiten und nebenher lernen sollst, ist dies ein Zeichen dafür, dass hier einfach günstige Arbeitskräfte gesucht werden.

Am besten fragst Du vor einer Bewerbung nach, wie die Ausbildung im Unternehmen aussieht. Ein guter Indikator ist auch die Größe der Abteilung, in die Du einsteigen sollst. Wenn Du neben Deinem Vorgesetzten der einzige Mitarbeiter im Team bist, ist das ein Zeichen dafür, dass gar kein richtiges Programm vorgesehen ist. In dem Fall kannst Du Dich besser um einen Direkteinstieg bemühen.

Grund 4: Mehr Verantwortung

Wenn Du einen verantwortungsvollen Job suchst, ist der Trainee als Berufseinstieg wahrscheinlich nicht die richtige Wahl für Dich. Denn die Kehrseite davon, dass Du die Chance hast, Dich auszuprobieren und Fehler zu machen, ist, dass in manchen Unternehmen Trainees nicht so ernst genommen werden wie Direkteinsteiger. Also wirst Du auch nicht sofort Verantwortung übernehmen können.

In manchen Traineeprogrammen ist es so, dass die Arbeitsergebnisse immer noch vom Vorgesetzten abgenommen werden müssen. Während dies am Anfang hilfreich und auch nachvollziehbar ist, kann es nach einigen Monaten frustrierend sein. Wenn Du gerne eigenständig arbeitest und direkter Ansprechpartner für andere Abteilungen sein möchtest, sprich dies am besten von Anfang an beim Unternehmen an. Die Frage Trainee oder Direkteinstieg sollte für Dich nämlich nicht bedeuten, dass Du nach kurzer Zeit im Job frustriert bist.

Grund 5: Direkt richtig durchstarten

Ein Direkteinstieg ist mit vielen Erwartungen verknüpft, Deinerseits und von Seiten des Unternehmens. Für viele Uni-Absolventen ist das einer der wichtigsten Gründe, sich für einen Direkteinstieg zu entscheiden. Denn nach mehreren Jahren im Studium, sind viele wirklich daran interessiert, endlich loszulegen und durchzustarten.

Wenn Du ehrgeizig bist und kein Problem damit hast, wenn hohe Anforderungen an Dich gestellt werden, ist der Direkteinstieg vielleicht genau die Herausforderung, die Du gesucht hast. Zwar sind die Stellen als Direkteinsteiger direkt nach dem Studienabschluss nicht so breit gesät wie die Stellen als Trainee, aber es gibt sie dennoch. Und die Herausforderung fängt bereits bei der Suche und der Bewerbung an. Denn hier musst Du Dich wahrscheinlich auch gegen Kandidaten durchsetzen, die bereits erste Erfahrung im Berufsleben haben.

Deine Chancen stehen in diesem Fall am besten, wenn Du neben dem Studium gejobbt hast oder erste Praktika abgeleistet hast – auch wenn diese Erfahrungen nie genauso gewertet werden wie Berufserfahrung nach dem Studium.

Fazit

In manchen Fällen stellt sich die Frage zwischen Trainee oder Direkteinstieg gar nicht, sondern wird vom Markt und von den Unternehmen vorgegeben. Wenn sich in Deinem Traumjob keine Direkteinsteiger-Positionen finden oder Du über das fachliche Wissen nicht aus dem Studium verfügst, führt in vielen Fällen kein Weg am Trainee vorbei. In diesem Fall solltest Du zumindest versuchen, das für Dich beste Programm mit einer wirklich guten praktischen Ausbildung zu finden.

Hast Du jedoch die Wahl zwischen Trainee oder Direkteinstieg, so solltest Du Dich fragen, ob Traineeprogramme Dir dabei helfen können, Deine beruflichen und persönlichen Ziele zu verwirklichen, und ob ein Direkteinstieg für Dich der richtige Weg ist oder Dich vielleicht überfordert. Für beide Wege gibt es gute Gründe und beide können zu sehr guten Karrieren führen.

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