So findest Du die richtige Programmiersprache für Android Apps

Mit 85% Marktanteil ist das Android Betriebssystem mit großem Abstand Marktführer. Das liegt zum einen an der großen Verbreitung des Betriebssystems auf verschiedene Handymarken, zum anderen an den einfachen Erstellungsbedingungen für Apps. Mit ein bisschen Programmierkenntnis kann jeder eine eigene Android App entwickeln.

Der Google Play Store, in dem man Apps herunterladen kann, ist im Vergleich zum konkurrierenden Apple App Store sehr liberal und bietet Privatpersonen die Möglichkeit, eigene Programme einfach zu entwickeln. Auch kleine Unternehmen profitieren davon, denn sie können ihre Dienstleistungen einfach und effizient anbieten.
Bei der Erstellung der Apps gibt es viel Auswahl und jede Programmiersprache hat ihre Eigenheiten. Java ist am weitesten verbreitet, doch auch Kotlin oder C werden von Google unterstützt.

Welche Programmiersprache für Android Apps ist also am besten geeignet, wie funktioniert sie und welche Vorteile hast Du dadurch?

Die verschiedenen Programmiersprachen

Wer eine Android App entwickeln will, hat eine große Auswahl an Programmiersprachen vor sich. Diese unterscheiden sich oft grundlegend, doch mit allen ist es gleichermaßen möglich, eine App zu entwickeln. Hier lernst Du einige Alternativen kennen, die sich Dir anbieten.

Java

Java ist die verbreitetste Variante, um eine App zu programmieren. Sie ist eine objektorientierte Programmiersprache und wurde von Sun Microsystems entwickelt, welches 2010 von Oracle aufgekauft wurde. Objektorientiert bedeutet, dass bei der Programmierung das komplexe System als Zusammenhang von verschiedenen Objekten gesehen wird. Diese Objekte bilden den Mittelpunkt des Programmes. Von ihnen geht alles aus, sie haben die Möglichkeit, Algorithmen durchzuführen oder Entscheidungen zu treffen.

Ein Objekt besitzt Attribute und Methoden. Attribute sind Eigenschaften, die dieses Objekt speziell auszeichnen.

Objekt

Wenn Du jetzt von den verschiedenen Grundtypen in Java ausgehst, kannst Du einem Objekt, also zum Beispiel mit dem Datentyp Integer, einen Zahlenwert zuweisen, der künftig mit diesem Objekt in Verbindung gebracht wird. Das Objekt agiert dabei als Speicherort dieser Information.  Ohne es kann man schlicht und einfach keine App programmieren.

Methoden

Methoden, die auch mit Objekten verbunden werden, sind kleine Algorithmen, die am Objekt selbst aufgerufen werden können. Diese Methoden können auf die vorher festgelegten Attribute des Objektes zugreifen und sich zu Nutze machen.

Du hast also die Möglichkeit, diese Attribute in einer Methode zu verändern. Wenn einem Objekt beispielhaft Integer Werte zugeordnet sind, kannst Du eine Methode schreiben, die es Dir erlaubt, diese Werte zu addieren und ein Ergebnis auszugeben. Dafür muss die Methode an einem Objekt aufgerufen werden, was wiederum die Objektorientierung Javas unterstreicht. Ohne Objekte geschieht in Java nicht viel.

Ähnliche Objekte mit den gleichen Methoden oder Attributen werden in sogenannten Klassen zusammengefasst. Diese dienen als Struktur und sorgen für eine bessere Übersichtlichkeit und Ordnung in einem Programm, was Dir das Programmieren erleichtert.

Vorteile

Da nun die grundlegenden Eigenschaften erklärt wurden, stellt sich die Frage, welche Vorteile Du beim Programmieren mit Java hast:

  • Java ist übersichtlich:
    Durch das Klassensystem und die Objektorientierung ist kein großes Abstraktionsvermögen nötig.
  • Java ähnelt der realen Welt:
    Auch hier gibt es Objekte, die sich durch bestimmte Eigenschaften auszeichnen und mit denen bestimmte Aktivitäten ausführbar sind. Das erleichtert es, Anfängern das Prinzip Javas näher zu bringen und bietet einen einfache Einstieg in die Welt der App-Programmierung.
  • Java unterstützt das sogenannte Multi-Threading:
    Bei Programmen in dieser Programmiersprache ist eine gleichzeitige Ausführung mehrerer Prozesse möglich. So wird eine effiziente Ausführung der Apps garantiert, was die Leistung dieser erheblich steigert.
  • Es ist plattformunabhängig:
    Java kann auf jedem Betriebssystem ausgeführt werden, egal ob Windows, MacOS, Linux oder ein anderes Betriebssystem. Falls also ein größeres Team auf mehreren Systemen an der App Entwicklung beteiligt sein sollte, stellt das kein Problem dar.

Nachteile

Hier kommt aber auch der große Nachteil von Java ins Spiel.
Eine unabhängige Programmierung auf allen Plattformen muss durch einen eigenen Compiler bewerkstelligt werden. Ein Compiler bringt den erzeugten Code in die Form, die das jeweilige System benötigt. Da der Code bei anderen Programmiersprachen direkt für das bestimmte System entwickelt wird, kann dort dieser Schritt einfach übersprungen werden.
Der Einsatz eines Compilers verringert die Geschwindigkeit der Programme enorm, weshalb eine andere Programmiersprache für Android Apps teilweise deutlich mehr Leistung erbringt.

C und dessen Varianten

Eine andere Programmiersprache für Android Apps ist C, die im Gegensatz zu Java eine imperative Programmiersprache ist. Das bedeutet, dass in C und dessen zahlreichen Weiterentwicklungen wie C# oder C++ keine Objekte programmiert werden, an denen die Algorithmen ausgeführt werden, sondern einfach eine Reihe von Befehlen. Indem unnötige Objekte von ihm entfernt werden, wird der Code sauberer gemacht.

Nachteile

Allerdings bedeutet das auch, dass C eine abstraktere Programmiersprache für Android Apps ist. Die Einfühlungszeit ist deutlich länger und es dauert etwas, bis alle Befehle und die Syntax verstanden werden.

Vorteile

In bestimmten Ausführungen von C, wie C++, wurde die Objektorientierung allerdings auch mit verbaut und ist daher einsteigerfreundlicher. Viele der Grundtypen, wie Integer, sind gleich oder zumindest vergleichbar.

Der geringe Satz an Schlüsselwörtern und Befehlen stellt einen Vorteil von C dar. Das hilft beim Erlernen, da so viele unterschiedliche Algorithmen mit wenigen Befehlen gebaut werden können.
Zudem benötigt C keinen Compiler, ist aber trotzdem auf verschiedenen Betriebssystemen anwendbar. Dafür sind nur kleine, ressourcensparende Programme nötig, die den Code vor der Verwendung passend umwandeln. Hier kommt es nur zu einer geringen Ressourcenverwendung, was C sehr schnell und effektiv macht.

Du hast also auch die Möglichkeit, eine Android App mit C zu programmieren, was allerdings weit nicht so verbreitet ist, wie die App Entwicklung mit Java. C ist als Programmiersprache für Android Apps zwar etwas schwieriger zu erlernen, jedoch gleichen es die Vorteile aus.

Kotlin

Kotlin ist eine eher kleine, aber aufstrebende Programmiersprache für Android Apps. Sie ist statisch typisiert, was heißt, dass der Code bereits vor der Kompilierung mit allen Variablen deklariert werden muss. Das ist soweit nicht untypisch, in Java geschieht dies zum Beispiel genauso. Kotlin ist allgemein sehr stark an Java angelehnt und kann nach ein bisschen Konvertierung sogar Java-Codes lesen und diese interpretieren.

Nun wirft das die berechtigte Frage auf, warum nicht einfach Java verwendet wird, um die Android App zu programmieren. Kotlin basiert zwar auf Java, entwickelt diese jedoch weiter, was die Programmiersprache für Android Apps besonders freundlich macht.

Ein großer Punkt sind hier die Null Pointer Exeptions. Diese beschreiben häufige Fehler, die in Java-Code auftreten kann. Diese treten auf, wenn eine Variable im Code nicht richtig deklariert wird oder gar keinen Wert besitzen. In Java sorgt das oft für Probleme, da sonst ein einwandfreier Code komplett unbrauchbar wird.

Kotlin bietet hierfür eine Art Frühwarnsystem, indem bereits vor der Kompilierung vor dem Fehler gewarnt wird und eine Lösung präsentiert wird. So können stundenlanges Rätseln und verlorene Arbeitszeit vermieden werden.

Des Weiteren ist Kotlin deutlich kürzer und übersichtlicher. Bestimmte Aktionen, wie die Umwandlung verschiedener Datentypen, passieren hier automatisch, ohne extra dafür Methoden schreiben zu müssen. Wenn Du hiermit eine Android App programmieren möchtest, läuft diese also effizienter. Kotlin ist eine durchaus gute Programmiersprache für Android Apps.

Entwicklungsumgebungen wie Android Studio

Neben den Programmiersprachen für Android Apps brauchst Du für deren Entwicklung noch das Interface der App selbst. Hier helfen Programme, wie das Android Studio, das von Android selbst zur Verfügung gestellt wird. Durch zahlreiche Schablonen und einfache Bedienung hilft das Studio bei der Programmierung. Während die Sprachen also die Logik liefern, wird hier mit XML die Oberfläche aufgebaut. Das kann durch einfaches Drag and Drop geschehen oder durch eigenes Programmieren.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, eine App zu programmieren. Java ist am verbreitetsten und bietet einen leichten Einstieg, sowie Plattformunabhängigkeit.

C ist im Einstieg etwas schwerer, macht das allerdings durch schnellere und effizientere Programme wett.
Kotlin ist darauf spezialisiert, eine App zu entwickeln. Es ist nicht sehr verbreitet, hat allerdings eine leichte Nutzbarkeit und ist mit Java kompatibel.

Eine Programmiersprache für Android Apps muss für jedes Projekt einzeln gewählt werden. Die App Entwicklung kann immer unterschiedlich aussehen und jede Sprache hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

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3 Kommentare zu „So findest Du die richtige Programmiersprache für Android Apps“

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