Pluspunkte sammeln durch eine positive Körpersprache im Vorstellungsgespräch

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ ist eines der Axiome der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick. Jede Kommunikation enthält neben dem gesprochenen Wort auch einen Beziehungsaspekt, der über Mimik und Gestik ausgedrückt wird. Eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch beinhaltet deshalb nicht nur, was Du sagen möchtest, sondern auch eine positive Körpersprache im Vorstellungsgespräch.

Zweifellos solltest Du Dich sehr gut über die Firma, bei der Du Dich vorstellst, auskennen und die verbale Kommunikation gut beherrschen. Was Du sagst, wie Du Dein Können darstellst, auf Fragen antwortest und auch, welche Fragen Du stellst, ist natürlich außerordentlich wichtig. Aber auch die nonverbale Kommunikation, also die Körpersprache im Bewerbungsgespräch, ist von großer Bedeutung, denn Du wirst mit Sicherheit danach beurteilt.

Nonverbale Kommunikation – Körpersprache

Zwischenmenschliche Kommunikation ist viel mehr als die explizite Bedeutung von Wörtern, Informationen und Inhalten, die übermittelt werden. Sie enthält auch Botschaften, die absichtlich oder unabsichtlich, durch nicht-verbales Verhalten ausgedrückt werden. Die nonverbale Kommunikation umfasst Mimik und Gestik, die durch die Körpersprache dargestellt werden, die Körperhaltung, den Ton und die Tonhöhe der Stimme und die physische Entfernung zwischen den Kommunizierenden.

Diese nonverbalen Signale können über die gesprochene (verbale) Kommunikation hinaus Hinweise und zusätzliche Informationen und Bedeutungen vermitteln, deshalb ist besonders wichtig auf die Körpersprache im Bewerbungsgespräch zu achten. Wenn unsere nonverbale Kommunikation nicht mit unseren gesprochenen Wörtern übereinstimmt, wird unsere Nachricht womöglich falsch übersetzt. Wenn das bei der Körpersprache im Vorstellungsgespräch passiert, hast Du kaum eine Chance auf Richtigstellung.

Körperspache im Vorstellungsgespräch

Man könnte denken, dass bei Vorstellungsgesprächen die Person den Job bekommt, die die besten Antworten auf die Interviewfragen gibt. In der Tat ist das aber nicht unbedingt der Fall. Ein entscheidender Teil des Erfolgs Deiner Antworten ist die nonverbale Kommunikation. Dazu gehört neben der Körpersprache auch die sogenannte Parasprache. Darunter versteht man die Art, wie gesprochen wird, wie Intonation, Sprechgeschwindigkeit, Pausen und Seufzer. Die nonverbale Kommunikation umfasst auch Dein äußeres Erscheinungsbild. Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch ist von enormer Bedeutung.

Gepflegtes Erscheinungsbild

Dein Erscheinungsbild ist das erste, was einem potenzieller Arbeitgeber auffällt, wenn er Dich zu einem Vorstellungsgespräch trifft. Du kannst einen guten ersten Eindruck machen, indem Du Dich professionell kleidest und sehr gepflegt bis. Du kannst aber auch einen schlechten ersten Eindruck hinterlassen, wenn Du in unpassender Kleidung auftauchst. Durch einen professionellen Auftritt zeigst Du, dass Du Arbeit ernst nimmst, während ein ungepflegter Look einem Arbeitgeber den Eindruck vermitteln kann, dass Du unprofessionell bist und Dich nicht für Dein Erscheinungsbild interessierst. Hast Du ein gepflegtes Erscheinungsbild und auch eine aufrechte Haltung, ist das schon die halbe Miete.

Die Wahl der richtigen Kleidung

Die Wahl der richtigen Kleidung unterstreicht die Körpersprache im Vorstellungsgespräch. Welche Kleidung für das Vorstellungsgespräch die richtige ist hängt von der Stelle ab, für die Du Dich bewirbst. Für ein Bewerbungsgespräch für eine Position im Finanzbereich sind ein konservativer Businessanzug und Anzugschuhe ein muss, während für einen einfachen Bürojob Business-Casual-Kleidung ausreichend ist. Wer sich beispielsweise bei Levi Strauß vorstellt, sollte unbedingt in einer Levis Jeans kommen.

Sauber, ordentlich und gepflegt erscheinen

Gewaschene Haare, die nicht ins Gesicht hängen, sind ein muss beim Bewerbungsgespräch. Die Haare sollten den Blick auf das Gesicht nicht einschränken. Bei einem Vorstellungsgespräch mit mehreren Beurteilern kann es sein, dass einige Personen Dein Gesicht nur im Profil sehen, deshalb dürfen Haare diese Sicht nicht blockieren. Lange Haare und Pferdeschwänze bei Männern könnten riskant sein.

Weniger ist mehr, wenn es um Make-up, Schmuck und vor allem Parfüm geht. Hier solltest Du nicht zu dick auftragen. Besonders Parfüm sollte auf ein Minimum reduziert oder weggelassen werden, da der Interviewer möglicherweise allergisch darauf reagiert. Aber stinken darfst Du natürlich auch nicht. Vermeide Mundgeruch und Körpergeruch, aber kaue keinen Kaugummi im Bewerbungsgespräch. Achte darauf, dass Deine Fingernägel sauber sind.

Obwohl gepflegtes Gesichtshaar (Bart, Schnurrbart) für Männer in Ordnung ist, sollte man auf einen Dreitagebart lieber verzichten. Verdecke Körperpiercings oder Tätowierungen. Während diese Verzierungen weniger riskant sind als früher, werden sie von vielen Arbeitgebern immer noch nicht geschätzt. Deshalb sollten sie besser nicht zu sehen sein.

Mimik und Gestik – der Gesichtsausdruck

Der Gesichtsausdruck ist das wichtigste Kommunikationsmittel bei der Körpersprache im Bewerbungsgespräch. Dabei solltest Du nie vergessen zu lächeln. Sicher gibt es Phasen im Bewerbungsgespräch, in denen ein Lächeln nicht angemessen ist, aber so viel wie möglich zu lächeln ist eine gute Gelegenheit, um Begeisterung zu zeigen. Ein Lächeln ist der beste Weg, um zu zeigen, wie sehr Du Dir den Job wünscht. Ein freundliches Lächeln ist besonders wichtig, wenn Du zum ersten Mal auf Deinen Gesprächspartner triffst. Wenn Du dann noch eine aufrechte Haltung hast, hast Du die ersten Pluspunkte schon gesammelt. Hier sind noch weitere Gesichtsausdrücke, die mit der Körpersprache im Vorstellungsgespräch gut ankommen:

  • Grinsen – ein Grinsen kann den Job gewinnen. Personalchefs suchen eine positive Einstellung und ein freundliches Auftreten. Es bedeutet, dass Du lächelnd mit Konflikten umgehen kannst.
  • Interessiert – wie sieht man interessiert aus? Am besten aufmerksam zuhören, dann stellt sich der Gesichtsausdruck von alleine ein.
  • Neugierig – Neugierde zeigt, dass Du voll dabei, interessiert und offen bist. Das Gegenteil wäre ein Ausdruck von Stolz oder sogar Verwirrung. Du willst etwas lernen und Dein Gesicht spiegelt das wieder.
  • Beeindruckt – wow, das ist ein Job, der anscheinend zu Deinen Fähigkeiten passt. Zeige das, indem Du beeindruckt schaust.
  • Intelligent – kann man intelligent dreinschauen? Ja. Ein Interviewpartner wird merken, ob Du das Thema verstehst und die Fähigkeit hast, es gründlich zu bearbeiten.
  • Zustimmend – es gibt auch einen Ausdruck der Zustimmung, man kann es an den Augen sehen. Du bist voll dabei, bereit für die anstehende Arbeit und Du hast eine positive Einstellung zum Job.
  • Positiv – auch ohne ein Lächeln auf den Lippen kannst Du eine positive Stimmung verbreiten. Personalverantwortliche mögen es, wenn Du für neue Ideen offen bist.
  • Ernst – Personalchefs sehen es gerne, dass Du auch Ernst sein kannst. Ein ernsthafter Blick kann ausdrücken, dass Du den Job wirklich willst und hart arbeiten wirst.
  • Konzentriert – bleib aufmerksam und halte den Augenkontakt. Damit zeigst Du, dass Du Dich bei der Arbeit genauso verhalten wirst. Vermeide es, abgelenkt zu wirken.
  • Erfreut – ist mehr als nur ein Lächeln oder ein Grinsen und der Schlüssel zum Erfolg.

Mimik und Gestik müssen sich ergänzen und ein positives Gesamterscheinungsbild abgeben.

Der erste Händedruck

Initiiere das Händeschütteln zur Begrüßung, das ist der Einstieg zur Körpersprache im Vorstellungsgespräch. Warte nicht, bis Dir der Personalmanager die Hand reicht, sondern biete den ersten Händedruck an, wenn Du die Chance dazu hast. Damit zeigst Du, dass Du Dich sicher fühlst und bereit bist das Gespräch zu beginnen. Besonders hier bereits auf eine aufrechte Haltung und die Mimik und Gestik achten.

Feuchte Hände sollten dabei aber unbedingt vermieden werden, denn sie erwecken den Eindruck, man sei nervös oder unsicher. Wer stark schwitzt, besonders bei Aufregung, sollte sich kurz bevor der das Gebäude betritt erfrischen und immer ein Taschentuch dabei haben, um die Hände zu trocknen und Stirn und Hals abzuwischen. Der Druck sollte weder zu schlaff noch zu fest sein.

Ein schlaffer Händedruck kann den Einruck erwecken, dass Du Dich unsicher fühlst. Ein zu starker Händedruck, dass Du zu dominant bist oder Unsicherheit kompensieren möchtest. Das könnte negative Auswirkungen auf die weitere Interpretation Deiner Körpersprache im Bewerbungsgespräch haben.

Augenkontakt pflegen

Versuche, während der Einführung mit Deinem Gesprächspartner ein natürliches Lächeln, eine feste Stimme und ständigen Augenkontakt sicherzustellen. Wenn sich Deine Augen von Deinem Gesprächspartnern entfernen, kannst Du unsicher, unehrlich, gleichgültig oder geradezu arrogant wirken. Keine guten Voraussetzungen für die weitere nonverbale Kommunikation, also die Körpersprache im Bewerbungsgespräch.

Aufrechte Haltung und Sitzstil

Setz Dich gerade hin. Das scheint offensichtlich zu sein, aber wenn ein Stuhl Armlehnen hat, tendieren manche Menschen dazu, sich nach links oder rechts zu neigen. Das solltest Du vermeiden, den wenn Du leger im Stuhl hängst, könnte das leichtsinnig oder gleichgültig wirken. Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch erhält eine negative Note. Deshalb ist es wichtig, eine aufrechte Haltung einzunehmen, gerade zu sitzen und den Rücken gegen die Rückenlehne zu drücken.

Wenn Du Dich während des Gesprächs nach vorne beugst, halte die Schultern niedrig. Mache Dich nicht zu groß. Zudem solltest Du unbedingt den persönlichen Bereich, also die Distanzzone des Gesprächspartners respektieren. Ansonsten hinterlässt Du zu viel Eindruck. Wenn Du eine Auswahl an Sitzgelegenheiten hast, entscheide Dich für einen Stuhl mit gerader Rückenlehne. Plüschige, gepolsterte Stühle und Sofas sind zwar bequem, aber es ist schwierig, elegant darin zu sitzen.

Immer schön ruhig bleiben

Du solltest nicht zuviel herumwackeln und die Beine ruhig halten, sondern einen Ausgleich zwischen Bewegung und aufrechter Haltung schaffen. Zuviel Bewegung der Arme und Hände kann als störend empfunden werden. Das gilt allerdings auch, wenn man sich überhaupt nicht bewegt. Versuche nicht, Stress zu sehr zu verbergen. Um natürlich und authentisch zu wirken ist es in Ordnung etwas aufgeregt zu sein. Damit zeigst Du, dass Dir das Gespräch wichtig ist. Wer zu stoisch aussieht, kann gleichgültig wirken.

Augenkontakt halten

Möglicherweise hast Du mehrere Gesprächspartner in einem Vorstellungsgespräch. Versuchen, jedem die gleiche Menge an Augenkontakt zu geben, während Du sprichst. Du kannst nie wissen, wessen Argumente über Deine Zukunft entscheiden werden. Versuchen, jedem Gesprächspartner den gleichen Respekt zu zollen. Wenn jemand anderes spricht, versuche Augenkontakt mit dieser Person aufrechtzuerhalten. Damit zeigst Du, dass Du interessiert bist. Wenn jemand eine Frage stellt, schaue ihm zu Beginn Deiner Antwort in die Augen, und richte dann den Blick auf die anderen Gesprächspartner.

Nur Nicken, wenn Du zustimmst

Manche Leute nicken ständig mit dem Kopf, um zu zeigen, dass sie verstehen, was gesagt wird. Das kann als (zu) gehorsam oder nicht aufrichtig empfunden werden. Nicke deshalb nur mit dem Kopf, wenn Du zustimmst, einen wichtigen Punkt verstanden hast und Deinen Gesprächspartner einladen möchtest, weiter zu sprechen. Halte Deinen Kopf außerdem so ruhig wie möglich oder spiegle die Bewegungen des Kopfes Deines Gesprächspartners. Wenn Du die Bewegungen Deines Gesprächspartners subtil spiegelst, zeigst Du, dass Du mit dem Gesagten einverstanden bist.

Niemals die Arme verschränken

Gekreuzte Arme wirken „geschlossen“. Deshalb werden verschränkte Arme oft als Symbol für Unsicherheit, Unzuverlässigkeit oder mangelndes Interesse interpretiert. Versuche dies zu vermeiden, indem Du die Arme nicht verschränkst, damit keine negative Interpretation Deiner Körpersprache im Bewerbungsgespräch erfolgt. Verwende Arme und Hände nur, um Deine Botschaft zu unterstreichen. Das kannst Du zu Hause vor dem Spiegel oder mit Freunden üben. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungsvideos, die zeigen, wie man mit Armen und Händen verschiedene Botschaften hervorheben kann.

Wenn Du nicht sprichst, lege Deine Hände auf den Schoß oder auf den Tisch. Wenn Du Deine Arme und Hände auf den Tisch legst, lehne Dich leicht in Richtung Deines Gesprächspartners. Damit betonst Du, dass Du aufmerksam zuhörst. Du kannst Deine Hände auch locker falten. Halte und bewege Deine Hände ruhig und natürlich, wenn Du sprichst. Kreuze Sie nicht auf dem Tisch und mache keine anderen rhythmischen Bewegungen, die Deinen Stress zeigen und Gesprächspartner womöglich irritieren. Auch hier auf eine aufrechte Haltung für einen positiven Gesamteindruck bei der Körpersprache im Bewerbungsgespräch achten.

Berühre Dich nicht zu viel

Das mag seltsam klingen, aber es ist ein natürlicher Reflex, die Nase, Wangen und Lippen beim Sprechen zu berühren. Das ist ein typisches Verhalten zur Beruhigung, das Du vermeiden solltest. Wenn Du Dein Gesicht zu stark berührst oder mit Deinen Händen, Fingern oder Schmuck spielst, wird das als unsicher oder unzuverlässig empfunden und unterstreicht eine nicht gewollte Mimik und Gestik.

Fazit

Das waren jetzt sehr viele Punkte, die Du bei der Körpersprache im Vorstellungsgespräch beachten solltest und Du fragst Dich vielleicht, wie Du Dich auf all die Mimik und Gestik konzentrieren sollst? Mach‘ Dir darüber nicht zu viele Gedanken, denn diese Mimik und Gestik wirst Du zum größten Teil ohnehin schon intuitiv einsetzen. Du musst Dich nur auf die Punkte konzentrieren, von denen Du weißt, dass Du dazu neigst, sie falsch zu machen, wie vielleicht eine aufrechte Haltung oder eine etwas übertrieben Mimik und Gestik. Am besten vor dem Gespräch ein wenig üben, dann wird auch nichts schiefgehen.

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3 Kommentare zu „Pluspunkte sammeln durch eine positive Körpersprache im Vorstellungsgespräch“

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