Herausforderung im Job – Warum Routine dich nicht weiterbringt!

Wir Menschen sind von Natur aus Gewohnheitstiere. Die meisten von uns haben eine feste Morgenroutine. Aufstehen, Waschen & Zähneputzen, Frühstücken und ab zur Arbeit. Abends zurück nach Hause Abendessen eventuell noch etwas in die Flimmerkiste glotzen und ab in die Federn. Von Montag bis Freitag ist somit das ewige Leiden Programm und am Wochenende beginnt dann das wahre Leben. Doch weshalb ist das so?

Warum sind viel Menschen die komplette Woche über gestresst und schlecht gelaunt und nur am Wochenende muss zum Lachen ausnahmsweise nicht in den Keller gegangen werden? Ein Punkt, weshalb dem so ist, ist die öde Routine, täglich grüßt das Murmeltier! Eine Herausforderung im Privatleben, ein neues Hobby o. ä. oder eine Herausforderung im Job sind der Ausweg aus der Trägheit und Unzufriedenheit.

In diesem Artikel nehmen wir uns diesem Thema einmal an und analysieren, weshalb eine Herausforderung im Job so wichtig ist!

Von der Herausforderung zur Routine – Warum wir Menschen Routinen haben!

Alles was wir heute können, sei es beruflich oder auch im privaten Leben, haben wir irgendwann einmal gelernt. Am ersten Tag war es noch eine Herausforderung, denn es war etwas neues, was wir da kennenlernen durften. Als Beispiel lässt sich hierfür hervorragend das Autofahren verwenden. Jeder, der einen Führerschein hat, musste sich neben der Theorie auch dem praktischen Teil stellen. Dieser stellte eine komplett neue Situation dar, die erst einmal kennengelernt und beherrscht werden musste.

Im Zuge der vielen Fahrstunden, die auf dem Weg zum Führerschein absolviert und die Fahrpraxis die auch danach gesammelt wurde, hat sich die damalige Herausforderung zu einer Routine entwickelt. Es ist nichts Außergewöhnliches mehr und während des Autofahrens lässt es sich noch nett unterhalten oder einen Kaffee schlürfen. Es erfordert also nicht mehr so viel Energie und Konzentration. Gerade dann nicht, wenn beispielsweise der Arbeitsweg zum tausendsten Mal befahren wurde.

Es gibt immer ein erstes Mal. An diesem Punkt ist es noch spannend, interessant und fordernd. Bei manchen Dingen kostet es eventuell noch Überwindung überhaupt damit anzufangen, doch einmal begonnen schon läuft es. Dieses Gefühl, wenn wir uns etwas getraut und erfolgreich abgeschlossen haben ist gigantisch. Es ist eine Mischung aus Stolz, Freude und Erhabenheit. Der eigene Schatten wurde übersprungen und das Selbstvertrauen ist angeschwollen. Wir sind als Mensch gewachsen und voller Positivität.

Ohne Routinen würde unsere heutige Welt zusammenbrechen!

Routinen an sich sind nichts Schlechtes! Ohne sie würde so einiges nicht funktionieren. Angefangen im Straßenverkehr, über alltägliche Dinge wie das Schlafen, Essen etc. bis hin zu komplexen Algorithmen und Maschinen. Für die Routine sprechen Sicherheit, Ordnung und Zuverlässigkeit. Alles Dinge, die wir in der heutigen Welt benötigen, um nicht im Chaos zu versinken. Es geht ohne sie also nicht und es geht auch nicht darum, ihr für immer Lebewohl zu sagen.

Neben den positiven Dingen entstehen durch sie auch negative Seiten. Viele Dinge werden schnell öde und langweilig. Die Spannung und Freude geht oftmals verloren und sie ist nicht selten mit Pflichten verknüpft. Vielmehr erscheint sie uns nur dafür da zu sein, dass wir bestimmte Regeln und Gesetzmäßigkeiten einhalten. Diese haben wir zu erfüllen und einzuhalten und fertig.

Der Arbeitsbeginn als auch der Feierabend, die Mittagspause sowie die zu erledigenden Arbeiten sind festgelegt. Diese Dinge wiederholen sich jeden Tag. Es ist so, als würden wir uns jeden Tag denselben Song anhören. Irgendwann hängt er uns zu den Ohren raus. Abwechslung ist hier die Abhilfe und genauso wichtig! Die Herausforderung bringt also die Veränderung!

Doch warum ist eine Herausforderung so wichtig?

Veränderungen und Herausforderungen im Job als auch im Privatleben sind gleichermaßen wichtig wie die täglichen Routinen. Nur durch diese haben wir das Gefühl wirklich zu leben und etwas zu schaffen. Immer wiederkehrende Aufgaben, die in einem festen Rhythmus erledigt werden müssen, schaffen bei vielen Menschen tierischen Stress. Der Grund hierfür ist nicht unbedingt der Punkt etwas zu machen, sondern etwas zu machen, was unterfordernd ist.

Zahlreiche Tests belegen, dass wenn wir Dinge in der Arbeit oder auch sonst wo verrichten, die wir als unnötig und nervtötend empfinden, wir automatisch in einen höheren Stresslevel verfallen. Der Puls steigt, die Nerven liegen blank und jede Zelle unseres Körpers ist unglücklich. Durch eine Herausforderung entsteht genau das Gegenteil. Es entsteht Schwung und Motivation, etwas Neues wartet, nämlich eine Veränderung! Doch wo Sonne ist entsteht auch Schatten. Eine Herausforderung kostet Kraft und Überwindung!

Was hält uns davon ab, neue Wege und eine Herausforderung zu beginnen?

Mit den positiven Gefühlen gehen oftmals aber auch negative Gefühle einher. Angst und Selbstzweifel beispielsweise. Dinge die wir nicht kennen und vielleicht auch noch nicht verstehen bereiten uns Angst. Sie hindert uns daran voranschreiten und eine neue Sache in Angriff zu nehmen. Die Eigenschaft Angst zu verspüren ist schon Millionen Jahre alt und ist ein Überbleibsel unserer Vorfahren. Damals wie heute soll sie uns vor Gefahren und Bedrohungen schützen. Sie ist im Grunde genommen eine gute Sache, die allerdings in Bezug auf Veränderungen überwunden werden muss.

Ein weiterer, für viele Menschen unangenehmer Punkt ist, dass Routine auch Bequemlichkeit bedeutet. Durch eine Herausforderung im Job oder im alltäglichen Leben muss sie aufgegeben werden. Mit ihr lässt sich nichts verändern. Wir kennen diese als unseren inneren Schweinehund, den wir überwinden müssen. Die Bequemlichkeit bildet die sogenannte Komfortzone. Sprich den Bereich, in dem wir nicht viel nachdenken oder erforschen müssen, um zu überleben.

Sie gewährt und Sicherheit und Bequemlichkeit, in ihr fühlen wir uns gut. Das beste Beispiel für den inneren Schweinehund sind Neujahrsvorsätze. Etwas wird sich für das neue Jahr vorgenommen, vielleicht das Rauchen aufzuhören, weniger Süßigkeiten oder Fast Food zu konsumieren etc. doch der Schweinehund hat etwas dagegen. Die Bequemlichkeit ist doch was Schönes, deswegen hören wir auf ihn und verändern rein gar nichts.

Es wird für das nächste Jahr aufgeschoben, aber dieses Jahr darf noch gefaulenzt werden. Dieses Szenario läuft bei ganz vielen so oder so ähnlich von uns ab. Sie bedeutet den Tod für jede Herausforderung und macht uns nur für eine kurze Zeit glücklich.

Herausforderung anzunehmen bedeutet die Komfortzone zu verlassen – Doch wie geht das?

Wie eben schon angesprochen ist die Komfortzone dafür da, um Schmerzen zu vermeiden. In gewissem Maße ist das auch völlig in Ordnung und auch notwendig, auf das Große und Ganze gesehen aber nicht. Sie entsteht also wie wir bereits wissen aus Bequemlichkeiten und Ängsten. Doch wenn wir uns einmal an unsere ersten Tage zurückerinnern, dann mussten wir die Komfortzone schon sehr früh überwinden.

Vom getragen werden hin zum ersten Schritt. Als wir das Laufen lernen mussten stellte dies eine gigantische Herausforderung dar. Es war etwas Neues und musste gelernt werden. Mit der Zeit, durch das aufstehen und weitermachen, wurde es zur Routine. Wir sind dadurch gewachsen und heute ist es ganz normal. Dieses Szenario lässt sich in vielen Bereichen unseres Lebens erkennen. Der erste Kuss, die erste Klassenarbeit, die erste Fahrstunde und so weiter. Alles Dinge die wir bereits durchlaufen haben (die meisten zumindest) und heute müssen wir nur noch darüber schmunzeln, dass wir einmal davor Angst hatte.

Dasselbe gilt für unsere Arbeit. Die ersten Wochen und Monate waren, wenn der Herzensjob gewählt wurde, eine große Sache. Neue Dinge haben darauf gewartet in Angriff genommen zu werden. Ängste wurden überwunden und neue Dinge wurden gelernt. Im Laufe der Zeit sind die Tätigkeiten Routine geworden und so wird nur noch auf das wöchentliche Ziel gearbeitet, das Wochenende. Das langfristige Ziel hingegen ist die Rente! Objektiv betrachtet ist das sehr traurig. Immerhin verbringen wir den größten Teil unseres Lebens mit der Arbeit und diese einfach so sinnlos zu vergeuden ergibt einfach keinen Sinn!

Doch zurück zur zum Thema. Herausforderung im Job bedeutet das Tal der Faulheit zu durchqueren bis hin zum nächsten Etappenziel unseres Lebens. Auf diesem Weg erkennen wir neue Dinge und wachsen an ihnen. Das Geheimnis, um diesen Pfad auch konsequent zu beschreiten liegt darin, dies Kontinuierlich zu tun. Schritt für Schritt, wie damals, als wir das Laufen gelernt haben. Sich selbst zu überfordern ist hier nur hinderlich. Es gilt viele kleine positive Erlebnisse zu sammeln, die am Ende ein ganz großes Bild entstehen lassen.

Am Ausgang warten noch die Lern- und die Panikzone!

Wer sich ein Herz gefasst hat, eine neue Herausforderung entdeckt hat und die Komfortzone verlassen hat, der wird auf zwei weitere Zonen treffen. Zum einen begegnet ihm die Lernzone. Sobald in Gebiete vorgestoßen wird, in denen die Sicherheit nachlässt und die Aufgaben sich als schwieriger erweisen, steht man mittendrin. Viele Tätigkeiten und Aufgaben erfordern nun mehr Energie, um diese erfolgreich zu meistern.

Das mag anstrengend sein, keine Frage, doch genau dann wird die Lernzone ihrem Namen gerecht. Diese Zone ist vielen auch als Wachstumszone bekannt, da neben der Persönlichkeit auch das Sortiment an Fähigkeiten anschwillt. Rückschläge und Fehler gehören zum Lernprozess ebenfalls dazu. Entmutigung und Aufgeben ist auf dem Weg aber keine Option! Die Etappenziele sollten also vom Schwierigkeitsgrad gestaffelt werden, um Erfolge sehen und Spaß haben zu können.

Die Panikzone ist nicht selten direkt neben der Lernzone anzutreffen. Sobald ungewohnte Aufgaben als besonders schwer wahrgenommen werden und negativer Stress und Unsicherheit sich breit machen, befindet man sich in dieser. Gerade dann, wenn die Ziele und Aufgaben zu hoch angesetzt wurden kann in der Panikzone im schlimmsten Fall sogar das Selbstwertgefühl zurückgehen!

Bewusste und kontrollierte Zielsetzung hilft dabei die Panikzone in einem erträglichen Rahmen zu halten. Dies wird auch als Flooding bezeichnet und ist sehr wichtig. Immer dann, wenn die Lernzone nicht erfolgreich gemeistert wurde, ist die Panikzone oft die nächste Instanz. Panik macht sich breit, die Selbstzweifel nehmen zu und es wird überlegt einfach alles hinzuschmeißen. Dies ist wohl neben dem Start die härteste Etappe, um zum Ziel zu gelangen. Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt und nur wer genug Willensstärke und Durchhaltevermögen beweist kommt an sein Ziel.

Der gesamte Prozess der Herausforderung ist aber keinesfalls einer, der nur aus Schmerz und Leid besteht. Sobald kleine Dinge gemeistert worden sind und dem Ziel ein kleines Stückchen näher gekommen ist, gibt dies Kraft und Motivation. Der Weg ist das Ziel, so ungern diese Frase gehört wird.

Fazit

Am Ende unseres Lebens stellen wir uns drei Fragen:

  1. War ich mit meinem Leben zufrieden?
  2. War ich in meinem erfolgreich?
  3. Habe ich die nötige Erfüllung gewonnen?

All diese Dinge sind nicht zu bejahen, wenn wir keine Herausforderung eingehen und unsere Träume nicht verwirklichen. Leben bedeutet Veränderung und niemals Stillstand! Eine Herausforderung ist also in allen Bereichen unseres Lebens wichtig und immer zu suchen! Durch sie können wir wachsen und werden stärker. Routinen in gewissen Bereichen sind wichtig und vollkommen okay.

Doch wer in seinem Berufsleben oder auch im Privatleben nicht glücklich ist, sich eher quälen muss morgens aus dem Bett zu kommen und Freude nur noch rar ist, dann ist dringend Veränderung nötig! Eine Herausforderung überhaupt erst einmal anzunehmen und zu beginnen ist nicht immer leicht. Der Weg, um diese zu bewältigen kann Probleme hervorrufen. Wer die Komfortzone bereits verlassen hat und sich dazu entschlossen hat, ein neues Ziel zu erreichen, der hat bereits gewonnen.

Die Lernzone hält viele neue Dinge bereit und die Panikzone härtet ab. Es ist wichtig den Weg Schritt für Schritt zu gehen um nicht aufzugeben. Gute Laune, Erfüllung und Freude sind die Früchte, die eine Herausforderung hervorbringen wird! Und wer weiß, sich einer Herausforderung im Job zu stellen kann sich außerdem in mehr Gehalt oder einer Beförderung auszahlen!

Schreibe einen Kommentar