So bestimmst Du das perfekte Gehalt

Es ist die Frage aller Fragen: Wie viel Gehalt kannst Du fordern? Doch dazu gehören noch viele weitere Aspekte, wie Höhe des Einstiegsgehalt, was deine Kollegen verdienen und was Du eigentlich wert bist. Mitunter kann eine zu hohe Forderung oder eine zu niedrige Einschätzung von Dir dazu führen, dass Dir Dein Traumjob entgeht.

In diesem Artikel erfährst Du, warum es ratsam ist, schon vor dem ersten Vorstellungsgespräch intensiv über Dein Gehalt nachzudenken, welche spannenden Erkenntnisse Personaler über das Gehalt haben und wie Du Dich und Deinen Verdienst im Laufe der Zeit immer weiter verbessern kannst. Mit den folgenden Tipps findest Du Deine optimale Gehaltsvorstellung und kannst dein Gehalt selbst ermitteln.

Wie viel Einstiegsgehalt kannst Du fordern?

Wie ermittelst Du Deine optimale Gehaltsvorstellung? Im Internet gibt es verschiedene Rechner, die dir dabei helfen können. Hilfreich sind zudem Gehaltsspannen, die große Job-Webseiten Dir angeben. Diese Zahlen haben die Seiten aus der Erfahrung und den Angaben ihrer Nutzer. Dabei können meist nur ungefähre Zahlen oder eine Spanne angegeben werden.

Beispielsweise: Das Gehalt liegt zwischen 35.000 Euro und 40.000 Euro. Manchmal sind die Spannen auch größer, doch sie liefern Dir einen ersten Anhaltspunkt.

Anhand dieser Vorschläge lässt Du deine Ausbildung, deine Erfahrung, dein Können und dein eventuelles bisheriges Gehalt einfließen, um eine konkrete Summe zu erhalten. Denn vor allem am Anfang der Karriere und beim ersten richtig bezahlten Job, fragst Du dich sicher, wie Du dein Gehalt ermitteln kannst. Diese Faktoren helfen dir dabei.

Ausbildung oder Studium?

Ja, bereits die Wahl der Ausbildung oder des Studiums legen fest, wie viel Du später in etwa verdienen kannst. Grundsätzlich verdienen Akademiker etwa 30 Prozent mehr als Menschen mit einer Ausbildung. Das ist aber nur der Durchschnitt. So können Akademiker noch weitaus mehr Gehalt erhalten. Aber auch eine gute Ausbildung kann Dir einen besseren Verdienst einbringen, als ein Studium.

Dafür lohnt es sich, vor der Entscheidung mit Experten zu sprechen oder sich allgemein mit dem Karriereweg auseinanderzusetzen. Es gibt zahlreiche Statistiken, wie viel mit verschiedenen Berufen verdient werden kann. Mehr dazu kannst Du hier später noch lesen. Das richtige Gehalt einschätzen, ist gar nicht leicht. Doch mit einem Studium kannst du schon mal mehr fordern, als mit einer Ausbildung. Ebenso verdient ein Akademiker mit Master-Abschluss mehr, als mit einem Bachelor.

In welcher Region arbeitest Du?

Auch dein Arbeitsort entscheidet mit darüber, wie hoch dein Einstiegsgehalt ausfällt. In den Bundesländern Bayern, Hessen und Baden-Württemberg werden die besten Gehälter gezahlt. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fallen die Löhne tiefer aus.

Aber nicht nur das Bundesland spielt eine Rolle, sondern auch, ob Du in der Stadt oder auf dem Land arbeitest. Weil in den Großstädten mehr große Konzerne ansässig sind, werden hier meistens bessere Löhne als auf dem Land gezahlt. Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt.

Wie groß ist Dein Unternehmen?

Die Unternehmensgröße spielt eine große Rolle dabei, das Gehalt zu ermitteln. Warum? Große Konzerne zahlen meistens höhere Löhne als Kleinbetriebe. Das liegt oft daran, dass diese Unternehmen mehr Geld verdienen und zur Verfügung haben.

Mittelständische Betriebe zahlen aber oftmals ebenso gut, weswegen hier kein Pauschalurteil gefällt werden kann. Es hilft Dir aber ein bisschen besser dabei, dein Gehalt einschätzen zu können.

In welcher Branche arbeitest Du?

Tatsächlich hat die Branche einen sehr großen Einfluss auf deinen späteren Verdienst. Dein Gehalt kannst du etwa so einschätzen, dass Du im Finanzbereich, in der Wissenschaft und in der Industrie am besten bezahlt wirst. Konkrete Listen mit realistischen Zahlen findest Du hier ebenfalls im Netz.

So hoch sollte Dein Einstiegsgehalt sein

Diese Frage beschäftigt die meisten Berufseinsteiger. Welches Gehalt kann ich am Anfang meines Berufslebens fordern? Schließlich hatte man wahrscheinlich noch nie ein Vorstellungsgespräch, bei dem man um sein Gehalt feilschte. Bei Praktika oder Werkstudententätigkeiten sowie der Ausbildungsstelle sind diese Verdienste schließlich meist vorgegeben.

Laut Absolventa lag das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Berufseinsteigern mit Studium im Jahr 2018 bei 43.000 Euro. Dabei hätten Master-Absolventen ein um etwa neun Prozent höheres Gehalt als Bachelor-Studenten erhalten. Allerdings schwanken die Gehälter teilweise deutlich. So verdienen Einsteiger in der SAP-Beratung rund 47.000 Euro pro Jahr, Webentwickler hingegen lediglich 35.000 Euro.

Fahrzeugtechniker kommen auf fast 50.000 Euro brutto, Architekten müssen sich mit 34.000 Euro zufrieden geben. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen, weil es dort große Unterschiede gibt. Um Dein ungefähres Einstiegsgehalt zu ermitteln, solltest Du also recherchieren, welche Gehälter im Durchschnitt in deiner Branche gezahlt werden. Damit hast Du bereits einen sehr guten ersten Anhaltspunkt.

Bei Ausbildungsberufen hingegen sind die Einstiegsgehälter teils deutlich niedriger. So verdient ein Bürokaufmann etwa 24.000 Euro brutto bei Berufsstart nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung. Ein Bankkaufmann kann aber bis zu 36.000 Euro im ersten Jahr verdienen und damit einige Absolventen mit Bachelorabschluss schlagen.

Man muss also nicht immer studieren, um dann besser zu verdienen. Dennoch scheint es so zu sein, dass in Sachen Einstiegsgehalt die Akademiker die Nase vorne haben. Dafür machen sich viele ehemalige Auszubildende eher mit einem eigenen Betrieb selbstständig oder gehen einer zweiten Tätigkeit nach. Das muss bedacht werden, das das Gehalt einschätzen zu können.

Um Deinen zukünftigen Verdienst genauer vorhersagen zu können, recherchierst Du in einem ersten Schritt also deinen Studiengang oder deine Ausbildung und das durchschnittliche Einstiegsgehalt. Gegebenenfalls musst Du es an die Region oder an die Größe des Arbeitgebers noch anpassen. Arbeitest du in einem Bundesland, das eher niedrigere Löhne zahlt, passt du dein Gehalt geringfügig an. Fordere den Durchschnitt, rechne aber damit, dass Du vielleicht fünf bis zehn Prozent weniger Lohn erhältst. Lebst du in einem Bundesland, das eher höhere Gehälter verzeichnet, dann schlage durchaus zehn Prozent auf den Durchschnittslohn drauf. Sei dabei selbstbewusst aber nicht maßlos fordernd.

Mit welchem Job verdienst Du am besten?

Wir haben bereits gesehen, in welchen Branchen mit welchen Jobs gute Gehälter gezahlt werden. Dennoch kommt es nicht nur auf das Einstiegsgehalt an. Um eine realistische Gehaltsvorstellung für Deine Karriere zu bekommen, ist auch die Möglichkeit nach einer Lohnerhöhung wichtig. Um wie viel kann sich dein Einstiegsgehalt noch nach oben entwickeln? Es ist nämlich nicht so, dass in allen Berufen mit der Zeit immer mehr Gehalt gezahlt wird.

Wenn Du aber als SAP-Berater, Business Developper oder Unternehmensberater arbeitest, kannst Du nach zehn Berufsjahren dein Gehalt bereits um 50 Prozent oder mehr gesteigert haben! Dahingegen stagnieren Friseure, Berufskraftfahrer und Altenpfleger auch nach zehn Jahren fast auf ihrem Einstiegsgehalt. Erhöhungen gibt es, aber sie wirken sich nur schwach aus. Dieser Punkt muss bei der Karriereplanung eine wichtige Rolle spielen.

Generell scheint es so zu sein, dass Akademiker im Laufe ihrer Karriere zusätzlich zum besseren Einstiegsgehalt auch mehr und kräftigere Lohnerhöhungen erhalten. Auch hier ist die Branche und der gewählte Beruf wieder ausschlaggebend. Aber wie bekommt man eine solche angesprochene Gehaltserhöhung? Wie kannst Du dein Gehalt einschätzen, damit Du bei der Verhandlung nicht ahnungslos dastehst? Welche Gehaltsvorstellungen sind sinnvoll und wie holst du dir diese?

So holst Du Dir eine Gehaltserhöhung

Ja, es ist erlaubt, regelmäßig nach mehr Gehalt zu fragen. Viele Arbeitnehmer scheuen sich davor, aber es ist ihr gutes Recht. Schließlich bringen sie dem Unternehmen Geld ein. An diesen Erfolgen dürfen sie auch teilhaben. Es kommt aber auf den richtigen Moment und die richtige Strategie an. Hat der Chef gerade schlechte Laune, ist es nicht ratsam, nach einer Erhöhung zu fragen.

Einen guten Zeitpunkt abpassen

Doch hast Du soeben ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, einen Auftrag an Land gezogen oder Dich anderweitig hervorgetan, solltest Du auf jeden Fall nach einer Gehaltserhöhung fragen. Der Chef kann immer noch nein sagen. Doch Personaler verraten, dass man ein Mal im Jahr nach einer Gehaltserhöhung fragen soll. Selbst wenn es sie nicht regelmäßig gibt, kommt der Chef in Zugzwang und passt das Gehalt nach Deiner Gehaltsvorstellung an, weil Du bereits mehrfach gefragt hast.

Klare Vorstellungen haben

Aber wie forderst Du mehr Gehalt? Und wie viel mehr sollte es sein? Sind 100 Euro im Monat zu wenig? Sind 500 Euro mehr zu viel? Natürlich kommt das auf dein bisheriges Gehalt an und wie lange Du bereits keine Erhöhung hattest. Am besten solltest Du Dir vor dem Gespräch mit Deinem Chef genau darüber im Klaren sein, was du in der vergangenen Zeit für das Unternehmen geleistet hast. Warum hast Du eine Gehaltserhöhung verdient? Warum solltest Du sie gerade jetzt bekommen?

Konzentriere Dich dabei auf Deine Stärken und Leistungen und argumentiere nicht, dass andere ja auch mehr bekommen würden. Stelle dir schon vor dem Gespräch eine prozentuale Steigerung Deines Gehalts vor. Experten sagen, dass zehn Prozent Steigerung der Maximalbetrag sind. Doch Du kannst deinen Chef, dein Unternehmen und Dein Gehalt einschätzen. Fragst du jedes Jahr nach einer Erhöhung, wirst Du nicht jedes Jahr eine solche Erhöhung bekommen.

Doch drei bis fünf Prozent sollten auf jeden Fall möglich sein. Überlege dir eine prozentuale Steigerung, die Du gerne haben möchtest und schlage dann zwei Prozentpunkte drauf. Möchtest Du also fünf Prozent mehr verdienen, forderst du sieben Prozent. Schließlich verhandelt ihr auch noch. Mit gewissen Tricks und Kniffen holst Du dabei noch mehr für dich raus.

Das sind die fünf besten Tipps für eine Gehaltserhöhung

Sammle Deine Leistungen über die letzten Monate und präsentiere sie dem Chef.

Was hast Du erreicht? Worin hast Du dich verbessert? Was hat das dem Unternehmen gebracht?

Mache den ersten Zug bei der Verhandlung.

Sag Deinem Chef, was Du gerne verdienen möchtest. Das ist dann die Obergrenze. Das Gegenangebot Deines Chefs ist die Untergrenze. In der Spanne wird sich Dein neues Gehalt befinden.

Nenne eine krumme Zahl

Beispielsweise 36.550 Euro anstatt von 36.000 Euro oder 37.000 Euro. Die Wissenschaftler Malia Mason und Daniel Ames von der Columbia Business School haben herausgefunden, dass mit dieser Methode am Ende mehr Gehalt resultiert. Man verhandelt in kleineren Schritten, als bei einer runden Zahl.

Bereite Dich auf Gegenargumente vor und entkräfte sie

Dein Chef wird vermutlich nicht gerne mehr bezahlen. Überzeuge ihn davon, dass Du es wert bist und lass Dich nicht abspeisen, wenn er sagt, das Budget sei knapp.

Trete überzeugt und selbstbewusst aber immer freundlich auf

Trage deine Meinung sachlich vor und argumentiere nicht, dass andere mehr bekommen würden und alles unfair sei.

Solltest Du Deine Gehaltsvorstellungen bei der Bewerbung angeben?

Ja, denn das hilft Personalern dabei, Dich und Dein Gehalt einschätzen zu können. Formuliere den Betrag nicht zu schwammig. Eine Spanne kannst Du aber angeben. So ist es möglich zu schreiben, Deine Gehaltsvorstellung betrage 35.000 Euro bis 40.000 Euro. Du müsstest aber erst im Gespräch feststellen, was genau von Dir gefordert wird und wie alle Rahmenbedingungen aussehen. Dann könntest Du die Vorstellung dementsprechend anpassen.

So lässt Du Dir und den Personalern etwas Freiraum. Zu überzogen sollte deine Gehaltsvorstellung nicht sein, denn dann kann sie abschreckend wirken. Es ist aber ebenfalls nicht ratsam, viel zu wenig zu fordern, nur um den Job zu ergattern. Personaler möchten erkennen, dass Du Dich selbstbewusst verkaufen kannst. Du solltest von Dir und Deinen Stärken überzeugt sein. Nur so wirst Du das Gehalt bekommen, das du erhalten möchtest.

Wie Du Dein Gehalt realistisch einschätzen kannst, hast Du bereits gesehen. Die Spanne richtet sich dann danach, in welcher Branche, in welcher Region und bei welchem Unternehmen Du arbeiten möchtest.

Fazit

Dein Gehalt einschätzen zu können, ist ganz elementar für eine erfolgreiche Karriere. Dabei kann Dir aber niemand sagen: So, dass ist jetzt die Summe, die Du forderst. Es kommt auf einige Parameter an, die Du beeinflussen kannst und auf ein paar, bei denen es schwieriger wird. Diese Parameter sind: Deine Ausbildung, die Branche, die Unternehmensgröße, deine Leistungen, der Unternehmensstandort und dein bisheriger Karriereweg.

Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass Akademiker später mehr verdienen und ihr Gehalt auch deutlicher steigern können, als Menschen mit einer Ausbildung. Eine erlernter Beruf muss deswegen aber nicht immer schlecht sein. Es kommt auf die Fortbildung an und ob man sich selbstständig macht oder nicht.

Um dein Gehalt einschätzen zu können ist es wichtig, alle Parameter zu kennen. Bereite Dich gut auf das Vorstellungsgespräch oder die Gehaltsverhandlung vor. Wenn Du alle Tipps und Dein Wissen anwendest, bekommst Du Dein Traumgehalt.

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