Von Querulanten, Alphatieren und Megastars: Diese 7 Mitarbeitertypen können jedes Team zerstören

Auf Projekten und in Teams kommen immer verschiedene Mitarbeitertypen zusammen. Dies liegt zum einen daran, dass natürlich alle Menschen verschiedenen sind. Oft ist es aber auch für die Gruppendynamik und die fachliche Leistung eines Teams hilfreich, wenn nicht alle gleich sind, sondern unterschiedliche Kompetenzen und persönliche Eigenschaften mitbringen. Normalerweise ist dies kein Problem.

 

Nach einer ersten Eingewöhnungsphase des Teams kommen normalerweise alle Mitglieder gut miteinander aus. Doch wahrscheinlich kennst Du auch Menschen, die niemand sich als Kollege oder Kollegin wünscht. Denn wenn Einzelne so viel Aufmerksamkeit und Energie einer Gruppe auf sich ziehen, dass die Arbeit hinten ansteht, ist es schnell vorbei mit dem Team-Spirit.

 

Wir haben für Dich eine Liste mit den 7 schwierigsten Typen von Mitarbeitern zusammengestellt und geben Dir außerdem Tipps, sie Du mit diesen umgehen kannst. Denn richtig gesteuert können noch die nervigsten Eigenschaften schwieriger Mitarbeiter zu Stärken fürs Team werden.

Die 7 schwierigsten Mitarbeitertypen

Querulanten

Querulantinnen und Querulanten mögen Konflikte, und wenn sie keine finden können, schaffen sie welche. Wenn es im Team zu harmonisch zugeht oder die Arbeit zu glatt läuft, geben Querulanten alles, um den Frieden im Team zu stören. Sie finden beispielsweise etliche Gründe, warum der eingeschlagene Weg fürs Team nicht funktionieren kann und reden ihn schlecht.

Im schlimmsten Fall verfolgen sie auf eigene Faust einen anderen Weg. Dabei tut der Querulant dies nicht in erster Linie, um die Gruppendynamik zu stören, sondern weil er davon überzeugt ist, dass es an jeder Sache einen Haken gibt und dass er derjenige ist, der ihn finden und beheben muss – weil am Ende sonst sowieso alles an ihm hängen bleibt.

Querulanten können die Arbeit im Team erheblich erschweren und verlangsamen. Deswegen sind häufige klare Ansagen sehr wichtig – denn damit können Querulanten sehr gut umgehen. Das Team sollte diesem Mitarbeitertypen nicht zusätzlich „Futter“ geben, indem sich alle nur noch mit ihm und seinen Ideen beschäftigen. Stattdessen hilft es oft, ihn einfach zu ignorieren. Wenn er keine Zuhörer für sein Verhalten findet, wird er es zumindest reduzieren.

Das Gute am Querulanten ist, dass er den Finger häufig genau in die richtige Wunde legt. Denn natürlich hat er hin und wieder mit seinen Einschätzungen Recht, auch wenn seine Reaktionen selten angemessen sind. Wer einen Querulanten im Team hat, sollte ihn zwar nicht in seinem Quertreiben bestärken, aber doch zumindest hinhören, wenn er etwas sagt. Manchmal kann das nämlich das gesamte Team vor einem großen Fehler bewahren.

Megastars

In fast jedem Team gibt es auch den nächsten Mitarbeitertypen: den Megastar. Megastars haben oft in ihrem Leben gehört, wie gut sie in ihrem Beruf sind. Das stimmt meist auch tatsächlich, allerdings hat es die Selbstwahrnehmung dieser Typen stark beeinflusst. Alles, was sie selbst machen, ist besser, schöner und schneller als die Arbeit aller anderen Teammitglieder. Für die Gruppendynamik besonders schlecht ist, dass Megastars grundsätzlich sehr wettbewerbsorientiert sind. Sich ins Team einzuordnen kommt nicht in Frage. Viel lieber wollen sie für ihre Arbeit von allen gelobt und bewundert werden.

Häufig sind Megastars so sehr an neuen Aufgaben und dem damit verbundenen Prestige interessiert, dass ältere Aufgaben sie schnell langweilen. Es kommt daher vor, dass Megastars die ihnen übertragenen Arbeiten nicht ganz oder nicht richtig zu Ende bringen. Ihre Lösungen enthalten Fehler, die gerne jemand anders korrigieren kann, denn der Megastar ist längst auf dem Weg zu noch besseren Tätigkeiten.

Für die Gruppendynamik ist es am besten, wenn dem Megastar ein Mitarbeiter zur Seite steht, der besonders sorgfältig ist und dem es nichts ausmacht, Fehler zu korrigieren und die letzten 5-10 Prozent einer Aufgabe fertigzustellen. Dann kann der Megastar sich darauf konzentrieren, schnell Aufgaben zu erledigen, um Bewunderung einzuheimsen, die Arbeit bleibt aber am Ende nicht unvollendet liegen.

Das Alphatier

Ein Alphatier erkennst Du, sobald er oder sie ins Büro kommt. Denn das Alphatier erwartet, dass sich vom ersten Moment an alle nach ihm und seiner Meinung richten. Er hält sich für den geborenen Anführer und erwartet von allen anderen, dass diese das auch (an)erkennen. Zur Not setzt er sich aggressiv und kampflustig durch, um in der (meist inoffiziellen) Rangordnung des Teams ganz oben zu stehen.

 

Solche Mitarbeitertypen haben vor allem Probleme mit ihren Vorgesetzten. Denn ein Alphatier kann nicht verstehen, wieso irgendjemand die Erlaubnis haben sollte, ihm etwas zu sagen oder sogar vorzuschreiben. Diese Mitarbeitertypen sind davon überzeugt, dass sie einen besseren Chef abgeben als der eigene Vorgesetzte es tut. Und sie scheuen sich auch nicht, dies jedem gegenüber kundzutun. Für die Gruppendynamik kann ein Alphatier daher Gift sein, wenn er es schafft, das Team ebenfalls gegen den Chef aufzuwiegeln.

 

Dominiert ein Alphatier eine Gruppe so sehr, dass sie eher ihm als den offiziell Verantwortlichen folgt, so ist der Vorgesetzte in einer Zwickmühle. Hier hilft dann nur noch hartes Durchgreifen gegen das Alphatier. Gleiches gilt, wenn solche Mitarbeitertypen versuchen, gegen den Chef zu intrigieren, um sich am Ende im Unternehmen selbst durchzusetzen.

Gegen ein Alphatier hilft nur Dominanzverhalten, denn anderes erkennen solche Mitarbeiter nicht an. Eine Möglichkeit, ein Alphatier zu steuern, besteht darin, ihm einen konkreten Karrierepfad aufzuzeigen, der ihn dahin bringt, wo er sein möchte: in eine dominante Stellung im Unternehmen. Sind Alphatiere davon überzeugt, dass die Einordnung in ein Team ihnen mittelfristig helfen wird, die eigenen Ziele zu erreichen, so können sie aus Zweckdenken heraus zum Teamplayer werden.

Der Eigenbrödler

Manche Menschen sind gerne für sich, und das ist auch völlig in Ordnung so. In einem Team wird es jedoch schwierig, mit solchen Menschen zusammenzuarbeiten. Denn Eigenbrödler sind nicht daran interessiert, was das Team tut und wofür sich die Mehrheit entscheidet. Diese Mitarbeitertypen machen ihr eigenes Ding, und sie finden es auch nicht wichtig, den Rest des Teams darüber zu informieren, was sie gerade tun.

 

So kann es sein, dass ein Eigenbrödler die Aufgabe erhält, einen Bericht fertigzustellen, auf den der Rest des Teams wartet, und sich auf Nachfrage herausstellt, dass er an etwas ganz anderem gearbeitet hat, weil er dies für wichtiger hielt. Für die Gruppendynamik ist dies natürlich sehr schlecht. Teammitglieder werden anfangen, den Eigenbrödler nicht mehr in Aufgaben und Besprechungen einzubeziehen, was sein Verhalten natürlich nur noch verstärkt. Irgendwann ist dieser Mitarbeitertyp dann nur noch da, aber kein wirklicher Bestandteil des Teams mehr.

Eigenbrödler benötigen viel Kontrolle. Daher ist es sinnvoll, sie gerade nicht auszugrenzen und machen zu lassen, sondern sie regelmäßig einzubinden und am besten jeden Tag nach dem Stand ihrer Arbeit zu fragen. So merken diese Mitarbeitertypen auch, dass sie nicht einfach machen können, was sie wollen. Für die Gruppendynamik ist es auch besser, wenn alle dazu angehalten sind, sich als Teil des Teams zu fühlen oder zumindest so zu verhalten.

Der Wegducker

Es gibt eine Sonderaufgabe, für die Freiwillige gesucht werden? Dann ist der Wegducker sicher gerade auf der Toilette. Alle machen Überstunden, weil ein Projekt dringend fertig werden muss? Ausgerechnet an dem Abend kann der Wegducker leider nicht, weil er schon seit Monaten super teure Tickets für ein Konzert seiner Lieblingsband hat oder seiner Mutter schon ewig versprochen hat, beim Umzug zu helfen. Manchen Mitarbeitern macht es überhaupt nichts aus, dass alle anderen mehr arbeiten als sie. Wenn Arbeit auf sie zukommt, gehen sie schnell in Deckung.

Für Wegducker ist die Arbeit ein Job, mehr nicht. Sie wollen keine Freunde finden, keine Karriere machen und die Wertschätzung vom Vorgesetzten ist ihnen auch egal. Alles, was sie wollen, ist ein möglichst leichter Job und ein sicheres Einkommen. Für solche Mitarbeitertypen gibt es durchaus Platz in Teams, wenn sie zumindest ihre Aufgaben zuverlässig und pünktlich erledigen. Für die Gruppendynamik ist es jedoch nachteilig, wenn Einzelne immer wieder damit durchkommen, sich nicht an Sonderaufgaben zu beteiligen oder nur das absolut Nötigste zu machen.

Um den Frieden im Team zu sichern ist es daher erforderlich, auch den Wegducker besonders genau zu führen und zu kontrollieren. Freiwillig wird dieser Mitarbeitertyp nicht mehr tun, als unbedingt nötig. Wenn er aber weiß, dass sein Team und seine Vorgesetzten genau hinschauen und den gleichen Einsatz wie von allen anderen verlangen, wird er sich mehr Mühe geben. Denn neben aller Bequemlichkeit hat der Wegducker immer auch Sorge, dass er seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Schließlich ist die Suche nach einer neuen Stelle auch wieder mit viel Aufwand verbunden.

Die Klatschtante

Es gibt Mitarbeitertypen, die wissen immer als erste, wenn jemand befördert wird, wer vom Chef Ärger bekommen hat oder wer auf der Firmenfeier mit wem zu lange gesprochen hat. Manchmal wissen sie es auch nicht so genau, ahnen es aber. Und immer erzählen sie es weiter. Denn nichts lieben Klatschtanten so sehr wie die Aufmerksamkeit, die sie durch neue Geschichten erhalten.

In jedem Büro gibt es die eine oder den einen, der immer am besten informiert ist und notfalls auch mal mit Gerüchten nachhilft, wenn die Wahrheit zu langweilig ist. Anfangs bringen diese Mitarbeitertypen noch Leben ins Team, weil alle sich scheinbar gut verstehen und man gemeinsam (über andere) lachen kann.

Doch spätestens wenn klar wird, dass Klatschtanten vor niemandem Halt machen und für eine gute Story sämtliche freundschaftliche Bande vergessen, schaden diese Mitarbeitertypen der Gruppendynamik. Plötzlich hat nämlich jeder Angst davor, das nächste Opfer der Klatschtante zu sein. Und das hat ernste Folgen für einzelne Mitarbeiter, weil aus Klatsch sehr schnell Mobbing werden kann.

Gibt es in Deinem Team eine Klatschtante, so hilft nur Ignorieren der Geschichten. Wenn diese Mitarbeitertypen durch das Gerede keine Aufmerksamkeit erhalten, verlieren sie selbst das Interesse daran. Und das ist das Beste, was allen Beteiligten passieren kann. Hilft diese Maßnahme nicht, so ist der Chef gefragt und eine deutliche Ansage muss her. Schließlich stören Klatschtanten mit ihren Geschichten den Betriebsfrieden.

Konzentrieren sich diese Mitarbeitertypen stattdessen darauf, ihre Netzwerke für berufliche Themen zu verwenden, so kann das Team sehr gut davon profitieren. Denn Klatschtanten können sehr gut auf andere Menschen zugehen und mit diesen Beziehungen knüpfen. So lange sie dabei keinen Klatsch erzählen, ist das eine durchaus hilfreiche Fähigkeit.

Der Verweigerer

Die schwierigsten Mitarbeitertypen sind diejenigen, die man als Team oder Vorgesetzter gar nicht mehr erreichen kann. Frustriert und nicht zum Dialog bereit, haben diese meist innerlich längst gekündigt. Der Verweigerer ist ein extremes Beispiel eines Mitarbeitertypen. Ihm sind Team, Chef und sogar der Job egal, er will einfach nicht mitmachen. Er verfolgt dabei gar keine persönlichen Ziele, sondern ist aufgrund lang anhaltender Frustration einfach destruktiv. Egal, was der Chef sagt, der Verweigerer wird es schon aus Prinzip nicht tun.

Oft sind einem solchen Zustand viele unglückliche Situationen vorangegangen, in denen der Verweigerer sich missverstanden gefühlt hat und Konflikte mit dem Team und dem Chef entstanden sind. Diese Konflikte blieben lange ungelöst und unausgesprochen, was dem Verweigerer vor sich selbst mit Recht gibt mit der Einstellung „Das bringt ja doch alles nichts“. Und natürlich zieht eine solche Einstellung auch die Gruppendynamik in Mitleidenschaft.

Einen Verweigerer im Team zu haben, an den niemand so richtig herankommt, löst auch bei den anderen Teammitgliedern Frustration aus. Im schlimmsten Fall verdirbt ein Verweigerer ein ganzes Team. Eine Entwicklung zum Verweigerer hängt meist mit einer schlechten persönlichen Beziehung zum Vorgesetzten oder zu einzelnen Teammitgliedern zusammen. Daher hilft es nicht, den Verweigerer von seinem Verhalten abbringen zu wollen.

 

Nur eine Veränderung des Teams kann etwas bewirken. Wenn gemeinsam mit dem Verweigerer eine andere Stelle für ihn im Unternehmen gesucht wird, kann der Knoten bei ihm platzen und auch die Gruppendynamik im alten Team sich wieder einrenken.

Fazit

Mitarbeiter sind unterschiedlich, und dennoch gelingt es im Team meist, die verschiedensten Mitarbeitertypen unter einen Hut zu bekommen. Manche Mitarbeiter sind jedoch so speziell, dass sie durch ihre Eigenheiten oder ihr Verhalten die Gruppendynamik im Team dauerhaft stören können. Meist hilft es, wenn das Team den entsprechenden Mitarbeitertypen geschlossen zeigt, dass eine Verhaltensänderung notwendig ist. Denn die meisten Menschen wollen keine Ausgrenzung auf der Arbeit erfahren.

Sind die Eigenheiten so stark, dass der Mitarbeiter keinerlei Einsicht zeigt, hilft oft nur noch ein Wechsel des Teams. Dies kann für beide Seiten eine befreiende Wirkung haben, da sich alle Beteiligten von lange eingeübten Rollen und Verhaltensweisen lösen können. Für schwierige Mitarbeiter kann ein solcher Neuanfang der Auslöser dafür sein, sich selbst zu reflektieren und zu ändern.

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