Die Begrüßung im Vorstellungsgespräch – So überzeugst Du von Beginn an

Die Begrüßung im Bewerbungsgespräch- mehr als eine Begrüßung

Ist eine Begrüßung einfach nur eine Begrüßung? Mitnichten, gerade wenn die Begrüßung in Deinem Vorstellungsgespräch geschieht. Schließlich begegnen Du und Dein potentieller Arbeitgeber euch zum ersten Mal. Oft entscheiden schon wenige Sekunden über den ersten Eindruck, den Dein Chef von Dir haben wird und dieser Eindruck entsteht nun einmal mit der Begrüßung im Vorstellungsgespräch.

Je nachdem, wie die Begrüßung verläuft, kann ein erfahrener Personalchef bestimmte Eigenschaften oder Charakterzüge aus der Begrüßung herauslesen, die Dir entweder nutzen oder auch eben schaden können. Damit Du einen optimalen ersten Eindruck hinterlässt und wie der Knigge bei einer Begrüßung überhaupt aussieht, diesen Fragen und Problemen widmet sich der nachfolgende Text.

Wenn Du einige Tipps aus dem Text beherzigst, dann kannst Du die Begrüßung im Vorstellungsgespräch ein Stück weit „steuern“, bzw. weißt, was auf Dich zukommen kann. Daher kannst Du Dich im Vorfeld perfekt auf das Vorstellungsgespräch, bzw. die Begrüßung vorbereiten und vermeidest unangenehme Fauxpas.

Der eigentliche Ablauf einer Begrüßung im Bewerbungsgespräch

Natürlich kann man keine Begrüßung richtig standardisieren, dennoch lassen sich einige Parallelen oder zumindest Gradmesser ziehen, wie im Vorstellungsgespräch die Begrüßung aussehen könnte. In so ziemlich jedem Vorstellungsgespräch suchst Du zunächst das Unternehmen/die Firma auf, bei der Du Dich beworben hast. Hierzu hast Du im Vorfeld natürlich einen Termin mit Uhrzeit erhalten, an dem Du pünktlich erscheinen solltest.

In der Regel wartet der Chef/Personalleiter nicht unmittelbar im Foyer oder Eingang des Unternehmens auf Dich, es kann daher sein, dass Du Dich zunächst am Empfang oder bei der Sekretärin anmelden musst. Sofern der Termin bestätigt wurde, wirst Du im Normalfall in ein separates Zimmer (Besprechungsraum, Büro) geführt, in dem das Gespräch stattfinden soll. Entweder befinden sich Chef/Personalleiter bereits im Raum oder stoßen nach einer kurzen Wartezeit hinzu.

Dann erfolgt die Begrüßung oder auch die Vorstellungsrunde, vielleicht erfolgt noch ein kurzer Smalltalk, wie Deine Anreise war oder ob Du gut hergefunden hast. Währenddessen oder nach diesem Vorgespräch, bittet Dich Dein Chef häufig, Platz zu nehmen, dann beginnt der eigentliche Teil des Bewerbungsgesprächs. Klang die Begrüßung nun für Dich besonders „schlimm“ oder „schwierig“? Ist sie natürlich nicht, dennoch gelten einige Regeln, die Du unbedingt beherzigen solltest, wenn es an das Vorstellungsgespräch und die Begrüßung geht.

Der Knigge und die Begrüßung: Respekt von Anfang an

Zwar bekräftigen diverse Ratgeber immer, dass Du nicht als Bittsteller für einen Job auftreten sollst, dennoch gelten natürlich Regeln und Höflichkeitsformeln, die Du unbedingt einhalten solltest. So besagt der Knigge der Begrüßung (und auch der menschliche Verstand), dass Du allen Personen, die zwischen Dir und dem eigentlichen Chef stehen, mit ausgesuchter Höflichkeit und Freundlichkeit begegnen solltest.

Dies beginnt somit schon beim Betreten des eigentlichen Gebäudes, bzw. Empfang, wo Du Dein Kommen anmeldest. So solltest Du die Sekretärin beispielsweise angemessen begrüßen („guten Tag“ „guten Morgen“), Deinen Namen nennen und den Grund Deines Besuchs.

Zum Beispiel, dass Du zum Vorstellungsgespräch mit Herrn X, Frau Y verabredet bist. Kennst Du den Namen Deines Chefs/der Person noch nicht oder bist Du unsicher, kannst Du diesen Teil natürlich weglassen und nur sagen, dass Du einen Termin für ein Vorstellungsgespräch hast. Entweder wirst Du nun aufgefordert zu warten (wenn Du beispielsweise von einem anderen Mitarbeiter oder dem Chef abgeholt wirst) oder die Sekretärin führt Dich direkt zum Büro/Besprechungszimmer.

Folge in höflichem Abstand und grüße Personen höflich, die Dir auf dem Weg dorthin begegnen mit einem guten Tag/guten Morgen und einem höflichen Lächeln. Schließlich weißt Du nicht, ob Du in diesem Moment an Deinem potentiellen Chef oder dem Personalleiter vorbeiläufst. In diesem Falle wäre ein „Nicht-Grüßen“ natürlich umso peinlicher, zudem ist es generell unhöflich, entgegenkommende Personen dann nicht zu begrüßen.

Die eigentliche Begrüßung zwischen dem Chef und Dir

Nun ist es also soweit. Du wurdest in ein Büro oder Besprechungszimmer geführt. Oftmals wird dann ein Satz fallen gelassen, wie zum Beispiel: „Setzen Sie sich ruhig/nehmen Sie Platz, Herr/Frau X kommt gleich“. Diese Geste ist zwar nett gemeint, allerdings solltest Du ihr laut dem Knigge der Begrüßung nicht nachkommen, sondern stehen bleiben.

Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: Du weißt zum einen nicht, ob es eine bestimmte Sitzordnung gibt (gerade wenn mehrere Chefs/Personaler das Vorstellungsgespräch führen) und wer wo sitzt. Dies kann schnell peinlich enden. Zum anderen befindest Du Dich, wenn Du sitzt und der Chef kommt herein, nicht auf Augenhöhe, sondern musst schnell aufstehen.

Diesen Fehler kannst Du also unterbinden, indem Du einfach stehenbleibst und auf die Vorgesetzten wartest. Zudem erfolgt auch die eigentliche Begrüßung (mit Händedruck) meist im Stehen. Manchmal kommt es auch vor, dass der Chef bereits im Büro auf Dich wartet. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, solltest Du Dich nicht einfach hinsetzen, sondern warten, bis Dir ein Platz angeboten wird.

Die Sache mit dem Händedruck

Beim Vorstellungsgespräch ist die Begrüßung natürlich Pflicht. Und hierzulande erfolgt die Begrüßung im Bewerbungsgespräch mit einem Händedruck. Zunächst gilt: strecke dem Chef/Personalleiter niemals von selbst die Hand entgegen, sondern warte ab, bis er es tut. Du kommst ihm mit deiner Hand sozusagen entgegen. Doch wie sieht nun der perfekte Händedruck aus?

Zunächst gilt:

Kein schlaffer Händedruck

Ein schlaffer Händedruck wirkt nicht nur irgendwie lustlos, sondern sendet Deinem Chef unbewusste Signale wie: schwaches Durchsetzungsvermögen, Unsicherheit, unmotiviertes Auftreten, möglicherweise lustlos, scheut es, Verantwortung zu übernehmen, lässt sich leicht überrumpeln oder übergehen.

Kein zu starken Händedruck

Wenn Du Deinem Chef beim Händedruck beinahe die Handknochen brichst, tut dies nicht nur weh, sondern hinterlässt bei Deinem Chef keinen guten Eindruck. Ein (zu) fester Händedruck wird meist als zu forsch, aggressiv, bedrohlich und rücksichtslos empfunden. Zudem kann Dein Chef sich in der Hierarchie bedroht fühlen, wenn Du Dich „stärker“ als er zeigst. Daher siehe von Ratgebern ab, die Dir weismachen wollen, ein fester Händedruck würde von Stärke zeugen. Das tut er nämlich nicht, wenn Du zu übertrieben vorgehst.

Der perfekte Händedruck

Der perfekte Händedruck ist kurz und fest. Jedoch nicht zu feste. Achte darauf, dass Du die Hand des Chefs nicht zu fest „umschließt“. Nimm die ganze Hand, um eine größtmögliche Berührungsfläche aufzubauen. Dies wirkt entschlossen, gleichzeitig aber ausgewogen und freundlich.

Distanz und Nähe spielen beim Händedruck ebenfalls eine wichtige Rolle

Achte darauf, dass etwa eine Armlänge Abstand eingehalten wird, wenn ihr euch die Hände schüttelt. Kommst Du Deinem Chef zu nah und unterschreitest eine Distanz von etwa 50 Zentimetern, so könnte Dein Chef sich (unbewusst) bedrängt fühlen. Vermeide es zudem, Deinen Chef beim Händedruck „an Dich heranzuziehen“, sondern behalte einen angemessenen Abstand bei. Ist der Abstand länger als die oben beschriebene Armlänge, musst Du Dich nicht nur seltsam strecken, diese Pose wirkt auch seltsam distanziert und nicht gerade aufgeschlossen auf Deinen potentiellen Arbeitgeber

Was sagt der Knigge zur Begrüßung und Reihenfolge?

Nun kann es natürlich vorkommen, dass Dich nicht nur Dein Chef begrüßt, sondern noch der Geschäftsführer, Vorstand oder gleich mehrere Chefs. Nun stellt sich sicherlich auch Dir die Frage: wie regelt der Knigge die Begrüßung und die Reihenfolge? Hier sagt der Knigge zur Begrüßung und Reihenfolge, dass immer zuerst die ranghöchste Person im Raum begrüßt wird. Warte auch hier wieder ab, bis Dir die Hand entgegengestreckt wird.

Sind Damen anwesend, würden diese im Normalfall zwar zuerst begrüßt werden. Ist der Chef ein Mann, so wird dieser zuerst und dann die Dame(n) begrüßt, sofern es der Hierarchie entspricht. Im Normalfall stellen sich die anwesenden Personen auch dementsprechend vor, so dass Du hier Bescheid weißt. Ist die Hierarchie auf gleicher Ebene (es gibt beispielsweise mehrere Chefs), dann kannst Du auch die Dame zuerst begrüßen und dann den Mann. Ansonsten gilt: die Älteren werden zuerst begrüßt, dann die Jüngeren.

Der Knigge zur Begrüßung: Anrede, Name, Titel

Klar, zur Begrüßung gehört auch das Vorstellen der einzelnen Personen. Du solltest Dein Gegenüber (Chef/Personalchef) etc. stets mit korrektem, akademischem Titel ansprechen, wenn einer vorhanden ist. Heißt Dein Chef beispielsweise Prof. Dr. Hans Decker, reicht es aus, wenn Du ihn mit Prof. Decker ansprichst. Bei mehreren Titeln nimmst Du stets den höchsten Titel zur Anrede.

Hast Du selbst auch einen akademischen Titel, halte Dich zurück und bestehe nicht unbedingt darauf, mit diesem auch angesprochen zu werden. Dieses Verhalten wirkt auf sehr viele Arbeitgeber unhöflich, überheblich und zum Teil wirklich arrogant. Hat Dein Gegenüber einen Doppelnamen, wie beispielsweise Prof. Klaus Müller-Wohlfahrt, so solltest Du selbstverständlich auch den Nachnamen komplett aussprechen. Das gleiche gilt für Vornamen (zum Beispiel Hans-Peter). Möglicherweise wird Dir im Laufe des Gesprächs auch eine „Abkürzung“ angeboten.

Getränke im Vorstellungsgespräch

Auch dieser Punkt gehört zur Begrüßung. Entweder werden Dich die Sekretärin oder sogar der Chef fragen, ob Du etwas trinken möchtest. Selbst, wenn Du keinerlei Durst verspürst, solltest Du das Angebot annehmen. Wenn Du die Frage nach dem Getränk verneinst, kommt dies erstens einer Zurückweisung gleich und gilt als unhöflich.

Zum anderen entsteht der Eindruck, dass Du nicht vorhast, lange zu bleiben, bzw. Du davon ausgehst, dass das Gespräch eh nicht lange dauern wird. Orientiere Dich bei der Getränkewahl nur an den Dingen, die Dir tatsächlich angeboten werden und frage nicht nach Extrawünschen.

Wenn Dir beispielsweise ein Kaffee und ein Wasser angeboten werden, kannst Du natürlich beides annehmen. Achte jedoch darauf, dass Du beide Getränke am Ende des Gesprächs ausgetrunken hast. Ausnahmen können gemacht werden, wenn Dir zum Beispiel Alkohol oder Zigaretten angeboten werden, die musst Du natürlich nicht annehmen.

Begrüßung im Bewerbungsgespräch: Totale No-Gos

Damit im Vorstellungsgespräch die Begrüßung kein Desaster wird, solltest Du folgende Punkte beherzigen, bzw. nicht machen, da sie sonst einen denkbar schlechten Eindruck hinterlassen:

Die Sekretärin/Mitarbeiterin am Empfang nicht ordentlich begrüßen

Dies ist unhöflich und macht keinen guten Eindruck, vielleicht berichtet sie später Deinem potentiellen Chef davon

Bei der Begrüßung mit dem Chef / Personalleiter forsch die Hand entgegenstrecken

Dies wirkt einfach nur fordernd und stellt die Position des Chefs in Frage. Warte stets mit dem Händedruck, bis der Chef Dir die Hand reicht

Ein schlaffer Händedruck oder ein zu fester Händedruck

Entscheide Dich für die goldene Mitte und halte den Händedruck entsprechend kurz

Beim Händedruck die andere Hand in die Hosentasche stecken

Dies wirkt zu cool, beinahe schon arrogant. Lass die freie Hand einfach locker am Körper baumeln

Wenn der Chef schon da ist, nach „dem Klo“ fragen

Erstens hättest Du früher auf Toilette gehen können und zweitens solltest Du „nach einer Möglichkeit zum Frischmachen/Händewaschen“ fragen.

Deine Jacke/Mantel anbehalten oder über den Arm legen

Du bist nicht auf der Flucht, noch willst Du nach zwei Minuten wieder los. In der Regel bietet Dir Jemand einen Platz an, an dem Du Deine Jacke/Mantel aufhängen kannst

Setze Dich nicht ungefragt einfach irgendwo hin

Warte lieber ab, bis Dir ein Platz angeboten wird

Bei der Begrüßung woanders hinschauen

Dies bescheinigt auch der Knigge zur Begrüßung: halte stets Augenkontakt mit Deinem Gegenüber, bleibe dabei freundlich, aufgeschlossen und höflich. Sehr schön wirkt auch immer, wenn Du freundlich lächelst

Ist die Begrüßung vorbei und ihr nehmt Platz, achte auch auf Deine gesamte Körperhaltung und Deine Hände

Du kannst sie entweder auf den Armlehnen Deines Stuhls ablegen oder auf Deinen Oberschenkeln ruhen lassen. Verstecken oder bedecken solltest Du die Hände nicht, da es sonst so aussieht, als würdest Du etwas verbergen

Ungünstig auf Smalltalk reagieren

Gerade während der Begrüßung ist es üblich, dass Chef oder Personalleiter ein bisschen Smalltalk mit Dir betreiben wollen. So fragen sie beispielsweise, wie Deine Anreise gelaufen ist. Spiele hier mit, vermeide es aber, negative Antworten zu geben, selbst wenn Deine Anreise die reinste Katastrophe war. Du kannst zum Beispiel erwähnen, dass Du den Weg fast nicht gefunden hast, Dich aber zum Ziel gefragt hast.

So sehen es die Chefs: Der Bewerber kann gut Probleme lösen. Zudem erleben sie Dich im alltäglichen Gespräch und Umgang mit Menschen

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