Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Social Recruiting bescherrt mehr als 29000 Views pro Mitarbeiter!

Hast Du schon Deine Mitarbeiter ins Recruiting-Boot geholt? Mit einem Mitarbeiterempfehlungsprogramme belohnst Du Deine Angestellten für ihre mithilfe und profitierst gleichzeitig von ihrem Netzwerk. Diese Strategie, an neue Mitarbeiter zu kommen, nennt die Fachwelt Social Recruiting.

Heute stellt niemand mehr nur den einen Mitarbeiter ein, sondern sein ganzes Netzwerk. Durch ein Mitarbeiterempfehlungsprogramme machst Du noch mehr daraus, Du lässt ein ganzes Empfehlungsnetwork entstehen. Wie bei Nachrichten verbreitet sich eine vakante Stelle wie ein Lauffeuer. Vorher musst Du aber die Empfehlungsbereitschaft analysieren.

Was sagt die Praxis dazu? Ist ein Mitarbeiterempfehlunsgprogramme wirklich so gewinnbringend? Wie stehen die Mitarbeiter dazu und wie führst Du so ein Mitarbeiterempfehlungsprogramme ein? Was haben Unternehmenskultur und Betriebsrat damit zu tun?
Hier kommt Dein Guide zu Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Social Recruiting mit einer praktischen Checkliste und allerlei hilfreichen Tricks und Tipps aus der Praxis.

Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Was ist das?

Es handelt sich um ein Programm, dass sich zur Aufgabe gemacht hat, Anreize für Mitarbeiter zu schaffen, Mitarbeiter zu beschaffen.

Die Belegschaft erhält die Chance, Prämien in monetärer oder alternativer Form für die Vermittlung von einem neuen Mitarbeiter aus dem eigenen Netzwerk zu erhalten. Das Unternehmen steigert sein Recruiting-Potential.

Technisch betrachtet ist das Mitarbeiterempfehlungsprogramme also ein Mittel des HR Managements.

Was steckt hinter der Idee Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Social Recruiting?

Menschen umgeben sich mit ihresgleichen. Recruiting-Potential!
Neben Familie und Freundschaften aus Kindheitstagen besteht das Netzwerk jeder Person aus einem Füllhorn von Menschen, die ziemlich ähnlich sind: Die Ähnlichkeit bezieht sich vor allem auf den Bildungsstand, Wertevorstellung und Jobs.

Das ist für Unternehmen eine unerschöpfliche Quelle, potenzielle Bewerber zu finden. Schließlich wissen sie bereits, dass dieser eine Mitarbeiter ganz wunder passt. Was liegt also näher, als sich Gleichgesinnte zu angeln und die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen? Die Akzeptanz von Mitarbeiterempfehlungen ist hoch.

Apropos hohe Glaubwürdigkeit: In allen Quellen lässt sich der wissenschaftliche Beweis dafür vermissen, dass die über Mitarbeiterempfehlungsprogramme gefundenen Mitarbeiter bessere Fits sind oder gar loyaler. Beide Behauptungen existieren, doch für keine gibt es eindeutige Belege.

Was müssen die Mitarbeiter eigentlich genau bei einem Mitarbeiterempfehlungsprogramme machen?

Bevor das Unternehmen in den Genuss einer Auswahlentscheidung des Social Recruiting kommt, steht die Arbeit der Mitarbeiter.
Welche Anforderungen genau gestellt werden, legt jedes Unternehmen selbst fest. Gängig sind vor allem zwei Wege der Rekrutierung: Einmal können Mitarbeiter einfach die Stellenanzeigen in ihren Netzwerken weiterleiten und teilen und dann können sie auch gezielt Stellenanzeigen an Leute aus ihrem Bekanntenkreis weiterleiten, bei denen sie vermuten, dass es interessant für sie ist. Die Empfehlungsbereitschaft analysieren die Unternehmen vor der Umsetzung.

Spannend ist nun, wie sich ein solches Szenario Social Recruiting weiterentwickeln kann. Denn es ist denkbar, dass die angeschriebene Person selbst nicht an der vakanten Position interessiert ist, aber durchaus wen kennt, der dazu passt. Das Netzwerk erweitert sich also exponentiell.

Wie verhält es sich mit der Akzeptanz von Mitarbeiterempfehlungen? Empfehlungsbereitschaft analysieren im Bekanntenkreis

Bei Jobempfehlungen verhält es sich ähnlich wie bei Produkt Empfehlungen und Ratschlägen zu Ärzten. Menschen vertrauen eher darauf, was ihnen Familie und Freunde empfehlen, als auf die Hinweise fremder Menschen. Alle Empfehlungen von persönlichen Bekanntschaften sind mit einer hohe Glaubwürdigkeit konnotiert. Interessant ist, dass sogar die Freundes Freunde noch eine hohe Glaubwürdigkeit genießen. Die Akzeptanz von Mitarbeiterempfehlungen zeigt also ein großes Recruiting Potential. Die eigenen Mitarbeiter werden zu noch wichtigeren Markenbotschaftern als sie es von Natur aus sind.

Nur Mitarbeiter in einer gesunden und produktiven Unternehmenskultur sind bereit, Freunde und Familie zum Mitmachen einzuladen. Sobald es ihnen nämlich bei Dir im Unternehmen nicht gefällt, ersparen sie das den Leuten, die ihnen wichtig sind, lieber.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat aufgedeckt, dass die Unternehmensansprache mehr als 10 % weniger glaubwürdig wahrgenommen wurde als durch Freunde.

Wer nutzt Mitarbeiterempfehlungsprogramme /Social Recruiting schon erfolgreich?

Es ist schon lustig: Immer heißt es, Jobs würden nur durch Vitamin B vergeben. Dann gibt es nun eine ganz offizielle Auswahlentscheidung dieser Vetternwirtschaft, doch kaum einer spielt mit. Im IT Sektor gibt es die meisten Unternehmen mit einem Mitarbeiterempfehlungsprogramme. Ansonsten ist das Potential bei weitem noch nicht annähernd ausgeschöpft.
Auch kleine Firmen übersehen hier völlig, dass es sich gerade auch für sie lohnen kann. Wie sonst soll denn der Großstädter aus Köln erfahren, dass in Sachsen genau das Unternehmen auf ihn wartet, was seine EVP erfüllt? Das passiert nur, indem Heini aus Sachsen und Manni aus Köln zusammen in Göttingen studiert haben und jetzt in einem Sozialen Netzwerk verbunden sind.

Es heißt, jeder Mensch verfügt im Schnitt über 150 Kontakte in seinem sozialen Netzwerk. Wenn das hochgerechnet wird in der Annahme, die Stellenanzeige würde auch noch unter den Kontakten dritten grades geteilt, dann könnte ein Mitarbeiter dafür sorgen, dass 2920176 Personen die Anzeige sehen. Diese potentielle Auswahlentscheidung ist so gigantisch, dass jeder Zeitungsverleger davon träumen würde, jede Stellenanzeige auf Seite 6 würde so oft gelesen.

Wie können Mitarbeiterempfehlungsprogramme noch funktionieren?

Wir haben erwähnt, das Anzeigen gezielt weitergeleitete werden können oder aber einfach so geteilt werden. Es gibt aber noch eine dritte Option. Hier geht es darum, dass der Mitarbeiter Buttons seines Unternehmens einbaut. Warum sollte er das tun? Weil er stolz ist, hier zu arbeiten. Außerdem schaffen oft weitere Kampagnen aus dem Employer Branding einen Anreiz, diese Buttons einzupflegen. Es ist dem Unternehmen möglich, für die Leistung eine Prämie auszuschütten. Dabei kann es sich um Gutscheine handeln, einen freien Tag oder eben um Geld.

Wichtig für Dich: Wenn Du daran denkst, diesen Weg zu beschreiten, brauchst Du einen Spezialisten für IT. Denn es muss genau getrackt werden, um die Bewerbung Deiner Empfehlung zuordnen zu können. Stell es Dir so vor wie Affiliate Links. Deshalb musst Du außerdem unbedingt an die Anforderungen des Datenschutzgesetzes denken!

Tipp: Dein zukünftiges System für Mitarbeiterempfehlungsprogramme muss mit Deinem Perso-Wirtschaftssystem und Deinem Bewerbermanagementsystem nahtlos funktionieren.

Xing ist eines von vielen, mit dem die Umsetzung einfach klappt. Achte aber auf Deine eigenen Bedürfnisse. Wie sieht es etwa mit Schnittstellen aus und lässt sich die Mitarbeiterempfehlung gut in die Sozialen Medien einbinden? Ist es vielleicht sogar möglich die Stellenanzeige anonym zu empfehlen? Ebenfalls interessant: Könnten Punktesysteme integriert werden, wie sie bei Spielen vorkommen? Gamifaction kommt vor allem bei jüngeren Mitarbeitern gut an. Aber der Wettbewerbsgedanke reißt auch noch so manchen eingesessenen Hasen vom Hocher. Wer will schon verlieren?

Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Empfehlungsbereitschaft analysieren

Hast du mal nachgeforscht, wie zufrieden Deine Mitarbeiter sind? Was schreiben sie im Internet über Dich? Empfehlen Sie Dich weiter oder würden sie es tun? Es gibt Seiten wie glassdoor, auf denen kannst Du Dir genau darüber einen ersten Einblick verschaffen. Aber tatsächlich kommst Du nicht drum herum, mit Deinem personal offen zu sprechen.

Als Zwischenschritt rufe zu einer anonymen Befragung auf. Die kann in Form einer kleinen Umfrage stattfinden. Nutze ein Smiliesystem oder ein differenziertes Punktesystem. In jedem Fall willst Du alles dafür tun, dass wirklich jeder die Wahrheit kundtut. Ein unglücklicher Mitarbeiter kann Dir das Mitarbeiterempfehlungsprogramm um die Ohren hauen. Denn die Empfehlungsbereitschaft funktioniert genauso umgekehrt: Warnbereitschaft könnten wie es nennen.

Prämien als Incentives oder Alternative Prämien statt Geldzahlungen? Wofür empfehlen Mitarbeiter Dich weiter?

Jetzt geht es in einem nächsten Schritt darum, herauszufinden, für welche Gegenleistung Deine Mitarbeiter das Unternehmen weiterempfehlen. Hier kann es sein, dass gar keine Anerkennung notwendig ist – herzlichen Glückwunsch, Du bist ein Top Arbeitgeber mit super zufriedenen Mitarbeitern- , es kann sein, das Lob und Anerkennung reichen oder dass die Mitarbeiter gerne etwas handfestes für Ihre gute Tat bekommen möchten. Der größte denkbare Ausgleich ist eine Prämienzahlung. Die kann nach Gusto festgelegt werden.

Wenn Geld das Mittel zum Zweck ist, überlege Dir, ob Du das auch halten kannst. Du kannst dem Hund den Knochen nicht einfach wieder wegnehmen.

Hast Du einen Betriebsrat?

Wenn ja, musst Du den Betriebsrat konsultieren bevor Du die Mitarbeiterempfehlungsprogramme an den Start bringst. Er muss Gesetztes Thematiken klären. Denn der Betriebsrat hat Mitbestimmungsrecht bei den Incentives und ihm obliegt auch die Kontrolle von Leistungen und Verhalten. Dazu zählt dann auch wer wie oft empfiehlt und wie.

Im Grunde wird hier alles geklärt, was es für den transparenten Social Recruiting Prozess festzulegen gilt. Schließlich sollen die Mitarbeiterempfehlungsprogramme weiterhin eine hohe Glaubwürdigkeit besitzen, der Unternehmenskultur entsprechen und nicht zur Vetternwirtschaft verkommen.

Diversity: Social Recruitment darf offene Stellenanzeigen nicht ersetzen#

Vorsicht vor eingeschränkter Auswahlentscheidung

Es besteht die Gefahr, aus Bequemlichkeit und menschlichem Handeln, Mitarbeiterempfehlungen bevorzugt zu behandeln. Oft bleiben externe Bewerbungen gänzlich unbeachtet. Das ist nicht nur unfair, sondern birgt auch ein enormes Diversity Risiko: Denn erstens weiß niemand, ob die Empfehlung besser zum Unternehmen passt als einer der anderen Kandidaten und zweitens ist die Diversity in Gefahr. Besser wäre es doch von Zeit zu Zeit neues Netzwerke mit in den Pool zu holen.

Merke. Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind nicht die alleinige Zukunft des Recruitment Prozesses, sondern eine bisher noch nicht genügend ausgeschöpfte weitere Quelle, um potentielle Mitarbeiter zu finden. Eine große Vielfalt erreicht ein Unternehmen dann, wenn es bereits eine große Diversity im Team gibt.

Schon gewusst? Einer der Gründe, warum High Potentials auf unzureichende Stellenanzeigen durch Mitarbeiterempfehlung reagieren, sonst aber es nicht tun würden ist, dass Mitarbeiter noch Dinge dazu schrieben, die die Probleme ausbügeln. Beziehungsweise sie stellen Sachen richtig indem sie sagen „In der Anzeige steht zwar…aber eigentlich ist es ….“. Auch das steigert die Akzeptanz von Mitarbeiterempfehlungen.

Grundlegende Fragen zu Mitarbeiterempfehlungsprogrammen

Wenn Du vorhast, eines einzuführen, kläre für Dich, welche Prämien als Incentives in Frage kommen. Lege außerdem fest, ob es immer die gleichen alternative Prämien zu Geldzahlungen sind oder ob es von anderen Faktoren abhängt, wie hoch die Belohnung ausfällt. Das könnte etwa sein, wie problematisch die Stellenbesetzung ausfällt oder aber welches Jahresgehalt der neue Mitarbeiter bekommt.

Dann musst Du festhalten, wann Du die Prämie und die Prämien als Incentives an deinen Mitarbeiter auszahlen willst. Es empfiehlt sich, dass frühestens nach der Probezeit des neuen Mitarbeiters zu tun. Denke bitte auch an die Versteuerung (geldwerter Vorteil).

Ebenfalls zu bedenken ist folgendes: Werden Deine Mitarbeiter Dich in Zukunft nur noch für Geld oder für hohe Prämien als Incentives empfehlen? Schaue, dass nicht eine Unternehmenskultur Einzug hält, bei der jeder Handschlag vergütet werden muss.

Tipp: Bei der Auswahl der alternativen Prämien statt Geldauszahlungen sprich Prämien als Incentives kannst Du absolut fantasievoll sein. Wie wäre es mit einem zusätzlichen freien Tag? Gutscheine gehen immer. Was aber erstaunlicherweise ebenfalls gut ankommt sind Akte der Wertschätzung. Das kann eine Erwähnung im Geschäftsbericht sein oder aber in einer Pressemitteilung.

Best Practise: Weil die Mitarbeiterempfehlung so viel mit Mitarbeiterzufriedenheit zu tun hat, hat es sich bewährt, für die Teammitglieder Trostpreise zu vergeben, die stets aktiv empfehlen, aber keinen Erfolg haben. So kippt die Stimmung nicht um.

Kommunktation ist Key

Kern von funktionierenden Mitarbeiterempfehlungsprogramme ist die Kommunikation. Die Mitarbeiter sind als Markenbotschaftern mit Recruiting-Potential unterwegs und sollten entsprechend regelmäßig mit einer Checkliste gebrieft werden. Außerdem müssen sie bei Laune gehalten werden und mit Werbematerialien versorgt werden. Im Fall von Social Recruitment heißt das Storys, Videos, Bilder und nochmal Storys. Content, der begeistert, mitreißt, motiviert und Lust auf mehr macht, Dabei muss sich das Unternehmen auch als Experte positionieren. Auf welche Weise Du die Kommunikation umsetzt, bleibt Dir überlassen. Ein Mix aus analogen Aushängen, Treffen und digitalen Infos ist zu empfehlen.

Checkliste für Mitarbeiterempfehlungsprogramme

  1. Wer ist daran beteiligt, profitiert und muss informiert werden?

2. Wie groß ist die Empfehlungsbereitschaft?

3.  Welche Gegenleistung (Prämien als Incentives) verlangen die Mitarbeiter?

4.  Sind alle Beteiligten im Boot?

5. IT: System auswählen, Peronalresourcen freimachen, gegebenenfalls Fremdfirma beauftragen

6. Budget festlegen

7.  Wer darf zu welchen Bedingungen mitmachen? Wann wird ausgezahlt? Checkliste schreiben.

8.  Stellenanzeige schreiben

9.  Kommunikation organisieren und mit Inhalt befüllen

10. Personalschulung von Markenbotschaftern

11.  Option für Rückmeldungen einrichten

12.  Erste Bilanz ziehen: Wie ist das Projekt gelaufen? Inklusive Befragung der beteiligten.

13.  Projekt optimieren und weiter ausbauen.

Fazit

Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind sicherlich eine Art und Weise ist, neue Mitarbeiter zu finden. Zudem ist es eine gute Option um das Arbeitsklima so positiv wie möglich zu gestalten, damit Mitarbeiter anderen Menschen diesen Job empfehlen. Zudem kann man seine Mitarbeiter optimal durch Prämien oder ähnliches motivieren.

Karriere Turbo Networking – was Du darüber wissen musst

Keine Karriere ohne Kontakte

Ohne Networking kann heute niemand mehr etwas erreichen. Stimmt das? Wenn ja, gilt das wirklich für alle und wie baue ich mir überhaupt ein berufliches Netzwerk auf? Eigentlich ist es ganz schon anmaßend davon auszugehen, dass jeder Lust auf Menschen hat. Denn nichts anders bedeutet erfolgreich Netzwerken schließlich: dauernd Kontakt mit Menschen, sich ständig selbst darstellen – das ist nicht nur echte Arbeit, sondern auch für viele introvertierte Personen gar nicht machbar. Auch einige hoch intelligente Nerds fallen durch das Anforderungsraster des Networking. Da sind dann auch noch die Menschen ohne Freunde. Das soll es auch geben. Viele von ihnen haben die Entscheidung sogar selbst getroffen.

Gleich vorweg müssen wir deshalb etwas Wind aus den Segeln nehmen. Ja, Karriere Netzwerken sorgt für volle Fahrt auf Erfolgsgewässern, aber neben der Vorteile von Networking gibt es eben auch Sachen, die berufliche Netzwerke online nicht können: Networking mit Geschäftspartnern ist nicht mit dem Kontakt zu Freunden gleichzusetzen. Denn bei der Kommunikation Netzwerk von Vorteil und sonst eher weniger gerne gesehen: Alles, was Du tust verfolgt ein Ziel.

Wie Du alle diese Poller umschiffst Du Dich sicher durch die Menschen-Ozeane manövrierst, lernst Du jetzt.

Was ist Networking?

Networking beschreibt ein Sammelsorium an Kontakten, das sich bewegt. Am Gerund lässt sich schon erkennen, dass es sich um eine aktive Handlung dreht. Die reine Übersetzung berufliches Netzgeflecht wäre schlicht falsch. Ein solches Netzwerk ist auch niemals etwas das einfach so da ist, weil man es wie einen Abschluss erworben hat oder wie ein Haus gebaut hat. Es ist vielmehr eine Momentaufnahame. Wer erfolgreich netzwerken will beziehungsweise für seine Karriere netzwerken will, muss am ball bleiben.

Networking

Das heißt, Kontakte müssen gepflegt werden und es ist sehr wichtig, dass Du Dich anfangs stark einbringst. Menschen geben gerne erst zurück, wenn sie bekommen haben. Zudem fühlen sie sich auch gleich verpflichtet, etwas zurückzugeben. Das ist einer der wunderbraren Vorteile am Networking: jeder gibt, um zu bekommen. Auf diese Weise entsteht ein produktiver Austausch, der eine ganze Ausbildung ersetzten kann.

Berufliche Netzwerke online existieren sogar in der Form von bezahlten Communities. Dahinter verbergen sich Networking Mastermindgroups. Das ist eine spezielle Form von Kommunikation und Netzwerk der Vorteil ist denkbar einfach: Du bezahlst Deine Mitgliedschaft und musst nicht erst mühselig jemanden kennenlernen, der Dich zu einem Network einlädt. Allerdings war es das dann auch schon. Ansonsten funktionieren die Networking Mastermindgruppen auf denselben Werten. Geben und dann nehmen.

Vorsicht: Viele dieser bezahlten Networking Communities nehmen nur Menschen mit bestimmt definiertem Curriculum Vitae auf. Damit stellen sie sicher, dass Neuzugänge im Netzwerk einen echten Beitrag leisten und nicht nur einfach da sind, um die Großen auszusaugen.

Hier müssen wir noch einmal einhacken und die zwei Ziele für Networking benennen.

Denn ein Networking Ziel ist doch ganz deutlich, das Lernen von denen, die schon erreicht haben, was Du noch erreichen willst. Aber eben nicht mit einer Nulltarif Einstellung. Du kannst schließlich auch etwas tun – etwa kreative Ideen einbringen und konstruktive Kritik formulieren. Du kannst Lob aussprechend und um Probelesen/hören bitten.

Das zweite Ziel ist es, Mitmenschen kennenzulernen, die fast dasselbe Ziel haben. Sie sind nicht deine Konkurrenz. Höre auf so zu denken wie ein dummer Viertklässler. Es sind Deine Verschworenen. Ihr tauscht euch gemeinsam aus, lernt zusammen und versprecht Euch, gegenseitig nur Gutes vom anderen zu berichten. Blogger arbeiten seit Jahren auf diese Weise. So kommen Sie zu vielen Links.

Privates Networking vs. Berufliches Networking

Selbst die Sozialen Medien haben einst strikt zwischen privatem und berufliches Networking unterschieden. Heute verlaufen die Grenzen gerade bei Facebook schwimmend. Allen ist mittlerweile klar, dass wer erfolgreich Netzwerken will, sich nicht als Mallorca Asi präsentieren darf. Für gezieltes Karriere Netzwerken geht es jedoch auch heute noch eher zu LinkedIn oder Xing.
Mittlerweile haben auch Unternehmen die Vorteile vom Networking für sich erkannt.

Sie können durch Mitarbeiterempfehlungsprogramme gleichgeartete oder gar bessere Kandidaten für Ihre vakanten Stellen erreichen, wenn sie über die Kontakte ihrer vorhandenen Mitarbeiter agieren.

Berufliche Netzwerke online aufrecht zu erhalten ist sehr viel einfacher, wenn der Kontakt in Gruppen stattfindet. Eine solche Kommunikation im Netzwerk ist Vorteil haft, weil Du Dir damit viel Zeit sparst, jedem das gleiche zu berichten. Der Austausch erfolgt unkomplizierter. Doch Du musst aufpassen, dass Dir auf Deinem Profil nicht auch immer private Dinge dazwischengeraten.

Das ist wirklich unprofessionell und hat in Deinem beruflichen Networking nichts zu suchen. Du lernst sicherlich auch privat Menschen kennen, die für Deine Karriere interessant sein können, aber spiele mit offenen Karten, wenn Du etwas von ihnen des bezüglich willst, oder ob es Dir um freundschaftlichen Kontakt geht. Verwirrungen sorgen für Missfallen und wer weiß, wenn Du mal den falschen verärgert hast, kann das böse zurückschlagen.

Am besten networkst Du nur beruflich. Privat sollte es nicht in zielgerichtete Networking Arbeit ausarten.

Verhaltenskodex für Erfolgreich Netzwerken

a) Networking verlangt ein gewisses Maß an Anstand: Ziehe Dich nicht zu legere oder aufreizend an, wenn Du zu einem Event gehst.

b) Berufliches Netzworking ist nicht dazu da, es zu suchen, wenn Du es brauchst. Du baust es auf, wenn du selbst noch am Anfang stehst und es nicht benötigst.

c) In Karriere Netzwerken solltest Du stets konstruktiv mitwirken und dabei authentisch bleiben. Es hilft nicht, den Extrovertierten zu spielen, wenn Du dabei eigentlich ganz verspannt und unglücklich bist. Lerne Dich für Deine Art schätzen zu lassen. Oft ist der Introvertierte auch der gute Beobachter.

d) Die Vorteile des Networking erntest Du bitte erst nachdem Du gegeben hast. Niemand fragt am Anfang nach einem konkreten gefallen. Bringe bitte niemanden in die Bredouille ablehnen zu müssen oder ein versprechen geben zu müssen.

e) Berufliche Netzwerke im Internet verlangen auch nach persönlichen Kontakten. Da reicht eventuell schon ein Anruf im Vierteljahr oder das obligatorische Treffen, wenn Du mal wieder in der Stadt bist. Ganz im Notfall tut es auch eine persönliche Email. Aber nur über öffentliche Kommunikation Netzwerk Vorteil zu erzielen, ist auf Dauer schwer, weil furchtbar unpersönlich. Wer keinen Kontakt zu Dir hat, warum sollte er Dir einen Gefallen tun, wenn es drauf ankommt?

Stell Dich Sympathisch da. Suche aktiv nach Gemeinsamkeiten und interessiere Dich aufrichtig für die Projekte und Probleme des anderen. Löse seine Probleme mit. Auf diese Weise wirst Du als wertvolles Mitglied wahrgenommen, das weiterempfohlen wird und dem auch gerne unter die Arme gegriffen wird.

Denke daran, dass Netzwerke ineinandergreifen. Der Kontakt zweiten und dritten Grades ist oftmals erst der entscheidende, der Dein Karriereschiff herumreißen kann.

Karrieren ohne Networking? Ist das noch möglich?

Wo wir da beim Thema sind. Geht es auch ohne berufliches Netzwerk? Reicht es, intern erfolgreich zu netzwerken? Nein, die Antwort lautetet ganz klar Nein. Und noch schlimmer ist die Erkenntnisse, das Karriere Netzwerken auch danebengehen kann. Du kannst nämlich – ähnlich wie an falsche Freunde zu Schulzeiten, auch an das falsche Network gelangen. Die Vorteile vom Networking lassen sich dann vermissen.

Unter Frauennetzwerken ist das verbreitet. Es gibt zwar sehr viele solcher femininen berufliche Netzwerke online, doch sind das eher Sackkassen denn Sprungbretter. Woran das liegt? Vielleicht an der Stuten Bissigkeit? Vielleicht daran, dass die Kommunikation im Netzwerk Vorteil eher zum Lästern genutzt wird? Auf jeden Fall haben Studien festgestellt, dass Frauen sich unterirdisch selten gegenseitig weiterempfehlen.

Traurig aber erkenntnissreich: Frauen sollten sich in normalen, gemischten Netzwerken tummeln und nicht darauf bauen, dass ihnen die schwesterliche Loyalität zum Ruhm verhilft.
Ohne Networking kannst Du nur weit kommen, wenn Du bereit bist, viel Geld in die Hand zu nehmen. Aber auch dann stößt Du irgendwann an Deine Grenzen: Empfehlungen und Sympathie lassen sich nur begrenzt kaufen. Zudem. Anfangs wirst Du wohl kaum so viel Geld haben, oder?

Networking für Anfänger: So baust Du Dir berufliche Netzwerke online auf

  1.  Gehe zu Networking Veranstaltungen, um Dir ein berufliches Netzwerk aufzubauen. Suche Dir Themen heraus und Events, die Dich interessieren. Versuche, jemanden mitzubringen und ansonsten mache Dich vor Ort auf die Suche nach Gleichgesinnten. Sicherlich bist Du nicht die einzige allein reisende Person dort.
  2. Erfolgreich Netzwerken bedarf etwas Hardware: Du solltest gepflegte Profile in den gängigen SM Netzwerken haben. Außerdem noch in mindestens einem Branchen bezogenen Netzwerk. Vielleicht hast Du aber auch einen eigenen Blog? Bringe zudem unbedingt Visitenkarten mit. Viele! Wirklich, es interessieren sich mehr Menschen für Deine Kontaktdaten, als Du jetzt glauben magst.
  3.  Karriere Netzwerken heißt: Trenne die Spreu vom Weizen. Wer bringt Dich weiter? Wer nicht? Wer hält Dich nur zurück und ist einfach zu hilfsbedürftig? Mit kleinen Smileys oder dem Hosentaschentrick sortierst Du direkt die Visitenkarten aus, um die Du Dich nie wieder kümmern musst.
  4. Vorteile vom Networking kannst Du direkt auf einem Event Erfahren. Jemand lädt Dich direkt in eine Gruppe ein? Prima, dann honoriere das, indem Du Dich sofort aktiv in das Gespräch einbringst. Hast Du nichts zu sagen, dann stelle doch einfach höflich interessierte Fragen. Lob und die Option, Wissen zu teilen, gehen bei jedem Herunter wie Öl und tragen nachgewiesener maßen dazu bei, dass wir Menschen sympathischer finden.
  5. Nutze auch deine eigenen Arbeitskollegen, um mit dem Aufbau eines berufliches Netzwerk zu beginnen.

Berufliches Netzwerk ohne Freunde? Geht das?

Wir haben also klargestellt, Karriere Networking ist essentiell. Du musst Dich zeigen und sehen lassen. Aber was, wenn es sich komisch anfühlt, zu einem Event zu gehen mit dem Wissen, dass man gegen Null Kontakte in den einzelnen Netzwerken hat. Einfach, weil vielleicht die eigenen Freunde nicht präsent sind oder es keine gibt.

Es ist wirklich leichter, zu networken, wenn das Umfeld schon in der Kindheit und während des ganzen Studiums auf Karriere ausgelegt war. Da sammeln sich Eltern von Freunden, die Unternehmen haben, da sind die Leute aus dem Tennisclub oder dem Golfclub und da sind die Leute aus dem Studium und vielleicht sogar dem Auslandsaufenthalt.
Jemand aus einfachen Verhältnissen, der vielleicht noch mit seinem alten Umfeld gebrochen hat, hat es erst einmal schwerer. Das Tolle ist aber, aber dafür gibt es Netzwerke. Was Du tun musst, ist ziemlich simple:

Online suchst Du Dir Geschichten von Personen heraus, die Deiner ähneln und nimmst Kontakt aus. Im realen Leben hältst Du Dich in der Nähe der Menschen auf, die das widerspiegeln, was Du gerne sein möchtest. Es wird sich die Gelegenheit ergeben, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

Es sollte Dir nicht peinlich sein, Networking bei null anzufangen, Siehe es als ein Problem, dass gelöst werden muss. Sei ehrlich. Du wirst Dich wundern, wie viel Anerkennung Dein mutiger Schritt Dir am Ende einbringt.

Networking ist im Grunde das Ausleben einer ureigenen menschlichen Eigenschaft: Die Suche nach Gleichgesinnten. Halte Dir das immer wieder vor Augen. Du suchst nach Menschen, die den gleichen Weg beschritten haben wie Du oder beschreiten wollen. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass sich Dein Horizont erweitert und Du Netzwerke wechselst. Das ist okay so. Der Turbo bleibt trotzdem an. Manchmal kommt eben beim erfolgreich Netzwerken auch mal die NOS Einspritzung dazu.

Fazit

Networking ist extrem wichtig, wenn Du den Kontakt zu anderen Menschen suchst. Dabei muss es Dir nicht unangenehm sein, bei Null anzufangen. Wichtig ist, dass Du dich mit dem Thema beschäftigst und Dir mithilfe der oben genannten Tipps ein Netzwerk aufbauen kannst. Wenn Du erst einmal angefangen hast, ist es auch gar nicht mehr so schwer. Das wichtigste ist, überhaut angefangen zu haben, den Networking ist mittlerweile sehr wichtig, damit Du Karriere machen kannst.

Mit Köpfchen und Fingerspitzengefühl – wie kann ich meinen Chef richtig kritisieren?

Die Hierarchie und die Regelung der Weisungsbefugnis sind natürlich klar: hier hat der Chef das Sagen. Aber es gibt immer Situationen, in denen es nicht ganz so einfach ist. Nicht nur alte Hasen, sondern auch jüngere Kollegen können durch Fachkenntnis oder Erfahrung erkennen, dass eine Situation vielleicht einfach unglücklich verläuft oder sogar die Basis für eine weitere negative Entwicklung in sich birgt.

Vielleicht empfindet man aber auch einfach Abläufe als umständlich oder Verhaltensweisen des Vorgesetzten als ungerecht oder demotivierend. Andererseits ist Kritik am Chef natürlich schwierig. Kaum jemand möchte sich schon im Hinblick auf die eigene Zukunft im Unternehmen besonders weit aus dem Fenster hängen, wenn es darum geht den Chef zu kritisieren. Umso wichtiger ist die Frage, wie es Dir gelingt richtig zu kritisieren, wenn Du es für notwendig hältst oder Dir Dein Gerechtigkeitsempfinden das gebietet.

Analyse der Situation: Vorsicht mit Emotion und Spontanität

Was Dich bei Freunden und in der Familie in entsprechender Dosierung auch in Konfliktsituationen sympathisch erscheinen lassen kann, ist bei der Kritik am Chef in fast allen Unternehmen eine riskante Angelegenheit. Wenn Du richtig kritisieren willst, möchtest Du schließlich eine als negativ erkannte Situation nach Möglichkeit verbessern und nicht Dein Seelenleben nach außen kehren. Vor allem willst Du keine Angriffsfläche für Vorgesetzte und Kollegen bieten, die unter Umständen noch nach Jahren zu Deinem Nachteil genutzt werden könnte.

Wenn Dir also etwas wirklich negativ aufstößt, vielleicht sogar zum wiederholten Mal, horche erst einmal ganz für Dich allein in Dich hinein und werde Dir darüber klar, was genau Dich stört. Gerade im Berufsleben ist es wichtig, dass Du genau benennen und begründen kannst, warum Du eine andere Lösung, einen anderen Ablauf oder gar ein anderen Verhalten für geeigneter hältst.

Das gilt umso mehr, wenn Du daran gehst, Deinen Chef zu kritisiern, weil die Hierarchien auch für die Beurteilung von Sachverhalten und für jegliche Form von Kritik gelten. Gerade das ist ja das Wesen der Firmenhierarchie über die reine Weisungsbefugnis hinaus und macht es so schwierig, richtig zu kritisieren.

Der Vergleich mit anderen

Fühlst Du Dich also unbehaglich, wenn Dein Chef mit Dir spricht, achte erst einmal darauf, ob sein Tonfall anderen gegenüber genauso ist. Vielleicht ist das seine persönliche Art, die Dir nur nicht gefällt. Versuche bei anderen zu beobachten, wie sie diesen Tonfall aufnehmen. Wenn Dir ihre Reaktion auch negativ scheint, kannst Du vielleicht vorsichtig vorfühlen, ob sich jemand äußert und wie er den Erfolg einer Kritik am Chef einschätzt.

Nun sind gerade Fragen des Empfindens sehr schwierig. Du kannst Dich gerade in einem solchen Fall schnell als überempfindlich positionieren. Noch schwieriger wird es, wenn Du feststellst, dass Du der Einzige bist, der unfreundlich behandelt wird. Wenn Du in einer eine solche Situation richtig kritisieren willst, musst Du eigentlich schon die Machtverhältnisse und die Wirkung des eigenen Auftretens gut einschätzen können.

Kann sich die Kritik vielleicht auch von selbst klären?

Deutlich einfacher ist eine Differenz in fachlichen Detailfragen. Hier geht es letztlich einfach darum, den Kritikpunkt sachgerecht und nüchtern zu analysieren und die bessere Variante sorgfältig zu analysieren und auf Einwände abzuklopfen. Das gleiche gilt für fachliche Fragen grundsätzlicher Art.

Eine genaue Analyse und ein sorgfältiges Abwägen der Alternativen ist bei jeder Fachfrage nötig, denn man will ja weder sich blamieren noch ein Projekt torpedieren. Je grundsätzlicher die Frage ist umso wichtiger wird dieses Vorgehen aber, weil zu dem Risiko des Chef kritisiern noch die Gefahr der fachlichen Blamage kommt.

Besonders schwierig ist die Analyse der Gelegenheiten, richtig zu kritisieren. In Unternehmen mit einer ehrlichen und offenen Gesprächskultur können gerade fachliche Fragen unproblematisch aufgeworfen und diskutiert werden. Damit erledigt sich Kritik fast schon von selbst, weil die Frage der Beurteilung eines Sachverhaltes nicht an Hierarchien gekoppelt ist. Lediglich die endgültige Entscheidung fällt als Frage der Verantwortlichkeit unter die Weisungsbefugnis des Vorgesetzten. Im Idealfall kann in einer solchen Firmenkultur auch persönlicher bedingte Kritik im Gespräch geklärt werden.

Wenn eine Kritik fast unmöglich ist

Bei einer Unternehmenskultur, in der die Hierarchie auch die Gesprächsführung bestimmt, ist es wichtig, sich sämtliche Möglichkeiten für eine Gespräch mit dem Vorgesetzten zu bestimmten Fragen klar zu machen. Hat man das für eine Situation erledigt, hat man sehr wahrscheinlich auch für spätere Zeit ein Muster für die Klärung von Konflikten.

Fast unmöglich kann eine Kritik Dich in einer stark machtorientierten Unternehmenskultur sein. Denn wenn es kaum um sachliche Klärung geht, kommst Du auch mit guter Argumentation und sorgfältiger Analyse nicht weiter. Es ist also fast unmöglich richtig zu kritisieren. Hier hilft nur gutes Abwägen der Vor- und Nachteile einer Kritik am Chef und ein gutes Gefühl für die eigenen Möglichkeiten.

Auf besonderer Mission: Wie verpacke ich die Kritik am Chef

Begründete Alternativen

Geht es um fachliche und organisatorische Themen, hast Du verschiedene Möglichkeiten. Am geschmeidigsten kannst Du einen gegensätzlichen Standpunkt anbringen, indem Du eine gut begründete Alternative vorstellst. Dazu musst Du gar nicht Details aus dem Vorschlag oder der Entscheidung von Deinem Chef kritisiern. Mit einigen geschickten Einleitungen weist Du höflich und souverän auf weitere Möglichkeiten hin:

– denkbar wäre doch auch
– ich könnte mir auch vorstellen, dass wir
– was halten Sie von der Idee, dass
– vielleicht könnte das Projekt noch besser gelingen, wenn
– wie wäre es, wenn
– zu einem Detail würde mir noch etwas einfallen
– erlauben Sie noch eine Bemerkung zu

Bei aller Zurückhaltung in der Form sollte Deine Stimme und Dein Auftreten natürlich so sicher wirken, dass Dein Chef und Deine Kollegen Dir zuhören. Jetzt kannst Du im Idealfall Deine Sicht der Dinge pointiert darstellen und mit schlüssigen Argumenten untermauert darstellen. Die Ansicht Deines Chefs musst Du dabei nicht richtig kritisieren, jedenfalls nicht direkt und ausdrücklich.

Im Grunde entwickelst Du die bisherigen Gedankengänge ja auch nur weiter. Wenn sich problematische Gegensätze zum bisher diskutierten Stand des Projektes ergeben, solltest Du die entscheidenden Punkte nach Möglichkeit erst dann anbringen, wenn Du Dir der wohlwollenden Zuhörerschaft des Chefs und der Kollegen sicher bist.

Kritik als Verbessungsvorschlag

Vielleicht hast Du aber gute Einwände gegen eine Entscheidung Deines Chefs, die Deinen direkten Arbeitsbereich betrifft und willst Abläufe oder den organisatorischen Rahmen ändern. Hier ist es angebracht, Deinen Chef um einen Gesprächstermin zu bitten. Natürlich suchst Du das Gespräch nicht schwerpunktmäßig um Deinen Chef zu kritisiern. Vielmehr

– möchtest Du einen Vorschlag unterbreiten
– über Ideen zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in Deinem Bereich sprechen
– kurz über ein Problem bei Deiner Arbeit sprechen

Auch in diesem Fall kannst Du am besten richtig kritisieren, indem Du die Kritik am Chef als Verbesserungsvorschlag der bestehenden Situation verpackst. Wichtig ist hier eine gute und schlüssige Begründung für die gewünschte Veränderung, insbesondere im Hinblick auf eine Verbesserung der Arbeitsergebnisse im Hinblick auf Ergebnis, Effizienz, finanzielle Ersparnis oder Synergieeffekte bei der Kooperation mit anderen Abteilungen.

Was Dir an der gegenwärtigen Situation missfällt, musst Du ja nicht unbedingt als Entscheidung Deines Chefs hervorheben. Um richtig zu kritisieren solltest Du deutlich machen, dass die Situation so wie sie ist und dass Dein Chef sie verbessern kann. Natürlich sieht er Dich im Idealfall als Urheber der Verbesserungsideen und wird Dich als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin im Gedächtnis behalten, der oder die mitdenkt. Aber das wird in erster Linie von seiner Persönlichkeit abhängen.

Auf seine Bewertung hast Du wenig Einfluss. Du konzentrierst Dich also vor allem darauf, dass Du Deine Arbeitssituation verbesserst und nicht als unzufrieden oder nörglerisch da stehst.

Nach der Ursache fragen

Wirklich schwierig wird eine Kritik am Chef im Hinblick auf den zwischenmenschlichen Umgang. Hier ist es besonders schwierig, den Chef richtig zu kritisieren., denn er wird sein Verhalten als den Maßstab nehmen, wie seine Vorgesetztenrolle auszufüllen ist. Insbesondere, wenn Dein Chef gleichzeitig Inhaber des Unternehmens ist und damit in der Tat die bestimmende Person, musst Du gut argumentieren, um den Chef zu kritisiern.

Bei gegensätzlichen Anweisungen kannst Du deutlich machen, dass nicht nur Du auf diese Weise nicht sinnvoll arbeiten kannst. Wenn Du ständig unfreundlich angegangen wirst, frage nach der Ursache der offensichtlichen Unzufriedenheit. Auch wenn Du natürlich nur für Dich reden kannst, ist der Hinweis erlaubt, dass man sich nicht vorstellen kann, dass andere unter dem ständigen Druck eines unfreundlichen Umgangston vernünftige Arbeit leisten können.

Mache dabei immer deutlich, dass es Dir unangenehm ist und schwerfällt. Richtig zu kritisieren bedeutet vielleicht sogar ungern zu kritisieren. Denn so wird dem Gegenüber deutlich, dass Du nicht bestimmen willst, sondern Dir einfach nicht mehr anders zu helfen weißt..

Natürlich solltest Du trotzdem Argumentation nicht durch Emotion ersetzen.

Mit anderen Betroffenen zusammentun

Wenn Dein Chef Vorgesetzter innerhalb einer mehrgliedrigen Hierarchie ist, steht er vielleicht selbst unter Druck, mit seiner Abteilung gute Arbeit zu leisten. Wichtiger als ausdrücklich den Chef zu kritisiern ist es hier, deutlich zum machen, dass man am gemeinsamen guten Arbeitsergebnis interessiert ist und es hilfreich wäre, das Arbeitsklima in bestimmten Punkten zu verbessern. Wenn das Verhalten des Chefs zweifelsfrei willkürlich und widersprüchlich ist, kann man in diesem Fall auch darauf bestehen, angemessen behandelt zu werden.

Ein solches konfliktträchtiges Gespräch solltest Du aber nicht unbedingt alleine führen. Wenn die Situation wirklich problematisch ist, trifft es vermutlich nicht dich allein, sondern auch andere Kollegen. In einer Gruppe mit zwei oder drei Personen vermeidet man eine Isolierung in dieser wirklich heiklen Lage. Natürlich musst Du auch hier sachliche Argumente für eine Veränderung des Gesprächsstils anführen, damit Dein Chef das Gesicht wahren und bei gutem Willen auch von sich aus an eine Verbesserung des Betriebsklimas arbeiten kann.

Es kann Dir aber auch passieren, dass Du in einer solchen Situation alleine stehst. Dann solltest du prüfen, ob Dir – soweit vorhanden – ein Betriebsrat helfen kann. Im äußersten Fall bleibt Dir nur eine arbeitsrechtliche Beratung. Das kann natürlich wirklich nur die äußerste Möglichkeit sein, wenn persönliche Gegensätze die Situation so erschweren, dass es Dir fast unmöglich ist, den Chef richtig zu kritisieren. Hier kann professioneller Rat eine Eskalation am ehesten vermeiden.

Der elegante Abgang: Was tun, wenn Kritik am Chef Gegenwind bringt

Die wenigsten Chefs reagieren subtil, wenn sie sich durch Alternativen, Verbesserungsvorschläge oder offen ausgesprochene Kritik angegriffen fühlen. Du wirst es vermutlich schnell merken. Darum ist der sachliche Vortrag und die schlüssige Begründung so wichtig. Denn so kannst Du Dich auch bei einer ruppigen Gegenreaktion auf die sachliche Ebene zurückziehen und zugestehen, dass Du Deine Argumentation noch einmal überdenkst.

Wenn zum gegebenen Zeitpunkt offensichtlich kein offenes Ohr für Deine Argumente zu erreichen ist, muss das ja nicht für ewig sein. Vielleicht ist bis zum nächsten Meeting oder dem nächsten Gespräch der eine oder andere Deiner Gedanken etwas gesackt und findet wohlwollende Unterstützung bei Kollegen oder sogar dem Chef.

Wenn Du Deine Gedanken also bei der nächsten Gelegenheit noch einmal ausführst, fallen Sie vielleicht doch auf fruchtbaren Boden. Natürlich solltest Du Deine Ideen wirklich überdacht haben, insbesondere, wenn es konkrete Kritik daran gegeben hat. Richtig kritisieren heißt auch, Gegenkritik anzunehmen und jeden sinnvollen Kern auch einer weniger sachlichen Gegenargumentation als konstruktiv im Sinne des gemeinsamen Ziels anzunehmen.

So machst Du auch deutlich, dass es Dir nicht darum geht, die Kollegen oder den Chef zu kritisiern und Dich so zu profilieren, sondern um den gemeinsamen Erfolgt. Außerdem hast Du ja vielleicht wirklich manche Aspekte nicht bedacht. Das kann Dir dann nur Ansporn sein, beim nächsten Mal noch besser zu analysieren und zu argumentieren.

Fazit

Den eigenen Chef zu kritisieren ist nie einfach. Jedoch ist es wichtig zu zeigen, wenn man sich nicht wohlfühlt. Dabei ist es auch nicht schlimm, seinem Vorgesetzten klar zu machen, dass Dir diese Gespräch nicht leicht fällt. Fakt ist, dass es wichtig ist, sich an seinem Arbeitsplatz wohl zufühlen. Ist dies nicht der Fall, solltest Du eventuell doch über ein Gespräch mit Deinem Chef nachdenken.

Vielleicht helfen Dir die oben genannten Tipps dabei, auch dieses Gespräch erfolgreich zu meistern.

Minjobs auf 450 Euro Basis: Die Vorteile und Tücken

450 Euro Jobs (früher 400 Euro Jobs) bzw. Minijobs sind abhängige Beschäftigungsverhältnisse, die häufig als Nebenjob ausgeübt werden. für Arbeitnehmer und Arbeitgeber können 450 Euro Jobs vorteilhaft sein, sofern man einige Dinge beachtet. Das Wichtigste ist die Einhaltung der Entgeltgrenze von 450 Euro im Monat bzw. 5400 Euro im Jahr, die aber durch Ausnahmen gerechtfertigt sein kann.

Der größte Vorteil, den Arbeitnehmer an 450 Euro Jobs haben, ist, dass der Brutto-Verdienst zugleich Netto-Verdienst ist und trotzdem auch arbeitsrechtliche Ansprüche beispielsweise auf Urlaub oder Lohnfortzahlung bei Krankheit bestehen. 450 Euro Jobs können entweder einzeln als Nebenjob, parallel oder neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt werden.

Was ist ein 450 Euro Job?

Bei einem 450 Euro Job handelt es sich um eine so genannte gerinfügige Beschäftigung, welche in § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB (Sozialgesetzbuch) IV geregelt ist. Seit 2013 darf die Entgeltgrenze von monatlich berechneten 450 Euro (5400 pro Jahr) nicht überschreiten. Vor 2013 lag die Entgeltgrenze bei monatlichen 450 Euro.

Wie die Arbeitszeiten in der Woche geregelt sind oder in wie vielen Monaten gearbeitet wird ist dabei grundsätzlich erst einmal unerheblich, sofern sich an die arbeitsrechtlichen Regelungen gehalten wird. 450 Euro Jobs können sowohl im gewerblichen Bereich als auch in Privathaushalten ausgeübt werden. Arbeitsrechtlich ist der Minijobber genauso zu behandeln wie ein Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigter.

Für wen 450 Euro Jobs geeignet sind

Jeder deutsche Staatsbürger kann einen Minijob auf 450 Euro Basis annehmen. 450 Euro Jobs sind besonders für ein Nebeneinkommen bei Schülern und Studenten sehr beliebt. Doch auch Empfänger von Arbeitslosengeld und Rentner können sich durch einen 450 Basis Job etwas dazu verdienen. Häufig entsteht ein geringfügiges Arbeitsverhältnis auch aus einem vergüteten Praktikum heraus.

Diese Vorteile hat man durch 450 Euro Jobs

Liegt Dein monatliches Einkommen unter 450 Euro, musst Du es nicht versteuern. Kurz gesagt: Du erhältst brutto für netto. Dennoch hast Du als Arbeitnehmer die gesetzlichen geregelten Ansprüche wie Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Mutterschutz und Kündigungsschutz. Doch aufgepasst: Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld fallen mit unter den Gesamtlohn.

Wenn Du monatlich bereits 450 Euro verdienst, wirst Du bei einer Sonderzahlung die vorgesehenen 5400 Euro überschreiten, was wiederum dazu führen kann, dass das Arbeitsverhältnis versicherungspflichtig wird. Das ist der Minijob nämlich nicht. Grundsätzlich werden lediglich 3,7 % vom Aushilfslohn in die Rentenkasse eingezahlt. Trotz des verhältnisäßig geringen Beitrags führt dies zu einem früheren Renteneintrittsalter, früher wirksamen Ansprüchen auf medizinische Leistungen oder Reha-Behandlungen und einem höheren Rentenanspruch.

Sofern Du dennoch keine Beiträge zahlen möchtest, kannst Du einfach eine Freistellung beantragen. Bezüglich Arbeitslosen- sowie Kranken- und Pflegeversicherung ist der Minijob wie oben schon erwähnt für den Arbeitnehmer versicherungsfrei.

Diese Abgaben zahlt der Arbeitgeber bei den 450 Euro Jobs

Auch für einen Minijob hat der Arbeitgeber einige Abgaben zu zahlen. Dies betrifft entweder 13 % oder bei Privathaushalten 5 % für die Krankenversicherung. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Arbeitnehmer privatversichert ist.

Weitere Abgaben sind 15 % bzw. nur 5 % bei Privathaushalten zur Rentenversicherung, 0,9 % Umlage U1 (im Falle der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall), weitere 0,24 % Umlage U2 (Auslage der finanziellen Belastungen durch den Mutterschutz), 0,09 % (Für Privathaushalte entfällt diese Abgabe) Umlage U3 (Insolvenzeldumlage) und ein individueller Beitrag oder 1,6 % bei Privathaushalten für die Unfallversicherung.

2 Minijobs parallel – Geht das?

2 Minijobs nebeneinander sind grundsätzlich möglich. Der monatliche Verdienst muss aber insgesamt unter 450 Euro bleiben. Es darf außerdem nicht mehr als 8 Stunden pro Tage und 6 Tage pro Woche gearbeitet werden. Die Wochenarbeitszeit des Arbeitszeitgesetztes beträgt 48 Stunden. Verdienst Du bei den 2 Minijobs monatlich mehr als 450 Euro, so werden alle Beschäftigungsverhältnisse versicherungspflichtig.

Die Aufnahme der zweiten Beschäftigung solltest Du außerdem dem Arbeitgeber mitteilen. Die Zweitbeschäftigung sollte das bestehende Arbeitsverhältnis nicht beeinträchtigen.
Übst Du eine Hauptbeschäftigung aus, darfst Du nur einen Minijob zusätzlich haben. Mehrere 450-Euro-Jobs neben dem Hauptberu sind zwar möglich, aber nicht gerade vorteilhaft. Eine Hauptbeschäftigung liegt vor, wenn mehr als 450 Euro im Monat über 3 Monate oder 70 Tage verdient werden.

Dazu gehören auch Ausbildungen, das Absolvieren eines freiwilligen ökologischen Jahres, Bundesfreiwilligendienst oder freiwilliger Wehrdienst. Mehrere 450-Euro-Jobs neben dem Hauptberu werden auf diesen angerechnet und dadurch versicherungs- und steuerpflichtig. 2 Minijobs sollten also nur ausgeübt werden, wenn keine Hauptbeschäftigung vorliegt.

So sieht der Arbeitsvertrag beim 450 Euro Job aus

Grundsätzlich muss der Arbeitsvertrag beim 450 Euro Job nicht schriftlich geschlossen werden. Dies ist jedoch in der Praxis meistens der Fall und auch aus gutem Grund. Durch den Arbeitsvertrag werden beide Vertragspartner, sind sowohl Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber abgesichert und können sich auch im Zweifel auf die jeweiligen Bestimmungen berufen.
Fälschlicherweise schreiben viele Menschen 450 Euro Jobs weniger Bedeutung zu als anderen Arbeitsverhältnissen.

Dieser Fehler ist fatal, denn Minijober haben dieselben Rechte wie andere Arbeitnehmer. Deshalb sollte darauf Wert gelegt werden, dass der Arbeitsvertrag alles beinhaltet, was relevant ist. Dazu gehören Name und Anschrift des jeweiligen Unternehmens, Name und Anschrift des Arbeitnehmers, Arbeitsort, Beschreibung der Tätigkeit, Arbeitsbeginn, ob das Arbeitsverhältnis befristet oder unbefristet ist, gegebenenfalls die Dauer der Beschäftigung, die Arbeitszeiten, der Urlaubsanspruch, die vereinbarte Vergütung und die Kündigungsfrist.

Wenn Du einen Arbeitsvertrag für einen Minjob unterschreiben sollst, lies ihn dir in Ruhe durch. Sollten uneindeutige Formulierungen oder seltsame Klauseln vorkommen, frag direkt nach oder erkundige Dich darüber, noch bevor Du den Arbeitsvertrag abschließt.

Die Unterscheidung zwischen gewerblichen und haushaltsnahen Minijobs

Für den Arbeitnehmer macht es keinen Unterschied, ob der Minijob dem gewerblichen oder haushaltsnahen Bereich zugeordnet wird. Für den Arbeitgeber geht es aber je nach Vorliegen von gewerblichen und haushaltsnahen Minijobs um eine unterschiedliche Höhe an Abgaben.

Mit haushaltsnahen Tätigkeiten sind Aufgaben gemeint, die normalerweise von Mitgliedern der Familie übernommen werden. Dazu zählen Putzen, Kochen, Gartenarbeit, Einkaufen, Babysitten und die Betreuung von Haustieren und pflegebedürftigen Personen.

Die Abgaben für 450 Euro Jobs im privaten Haushalt betragen 14,74 % und einen Rentenbeitrag von 13,6 %.
Bei einem gewerblichen Arbeitgeber betragen die Abgaben höchstens 31,2 %. Der Rentebeitrag liegt bei 3,6 %.

Welche Abgaben anfallen wurde bereits unter dem Punkt „Diese Abgaben zahlt der Arbeitgeber bei den 400 Euro Jobs“ behandelt.

Minijobs: Ein Nebenjob von Zuhause aus

Ein Nebenjob von Zuhause aus ist eine praktische Sache: Im besten Fall kannst Du ganz nebenbei einige Stunden arbeiten und verdienst dir auf diese Weise ein bisschen was dazu. Und das ohne das Haus verlassen zu müssen.

Wenn Du online nach einem Job suchst, den Du direkt von Zuhause aus machen kannst, solltest Du einige Dinge beachten: Lies dir die Minijob Angaben aufmerksam durch. Die Minijob Angaben sollten eine genaue Beschreibung der Tätigkeit enthalten. Eine kurze Recherche über das Unternehmen und ein Blick auf Erfahrungsberichte ist auf jeden Fall zu empfehlen und verringert die Gefahr, auf unseriöse Angebote reinzufallen.

Tätigkeiten, die sich als Minijob gut von Zuhause aus machen lassen sind zum Beispiel: Übersetzer, Lektor, Online-Nachhilfelehrer, Spieletester, Produkttester, Usability-Tester (Websites bewerten), App-Tester und Texter.

Wie hoch ist der Lohn bei einem Minijob?

Für Minjobs gilt der Mindestlohn, der vorher bei 8,84 Euro und seit dem 01. Januar 2019 bei 9,19 Euro pro Stunde liegt. Ab 2020 soll er auf 9,35 Euro steigen. Der Stundenlohn eines Minijobers muss dementsprechend 9,19 Euro oder höher sein. Sollte Dein Lohn darunter liegen, ist das arbeitsrechtlich unzulässig.

Zulässiges Überschreiten der Entgeltgrenze

Auch wenn ein Überschreiten der Entgeltgrenze nicht vorgesehen ist, gibt es einige Ausnahmen. Erst mal sei noch mal darauf hingewiesen, dass das Minijob-Einkommen als Jahreseinkommen von 5400 Euro bestimmt ist.

Je nach Arbeit und Zustand vor Ort sind unterschiedliche Wochenstunden und damit ein abweichender Verdienst im Monat manchmal gar nicht zu vermeiden. Typische Beispiele sind dafür Schwangerschaften und Krankheitsausfälle unter den Angestellten. Man spricht dann von unvorhergesehenen Überschreitungen. Eine solche Überschreitung darf in bis zu drei Monaten im Jahr vorkommen, ohne dass der Arbeitnehmer aus dem Minijob fällt und den Brutto für Netto-Vorteil einbüßen muss.

Urlaubsvertretungen oder der Einsatz aufgrund der Mehrbelastung im Weihnachtsgeschäft gehören nicht zu den unvorhergesehen. Sie sind planbar und rechtfertigen kein mehrfaches Überschreiten der Entgeltgrenze.

Abgaben- und steuerfreie Zuschüsse für Arbeitnehmer von 450 Euro Jobs

Arbeitgeber haben die Möglichkeit ihre Angestellten in den 450 Euro Jobs auch auf andere Weise als mit einem Weihnachtsgeld zu belohnen, damit es nicht zu einer Überschreitung der Entgeltgrenze kommt.

Einige Gehaltsextras sind abgaben- und steuerfrei oder die Abgaben werden durch den Arbeitgeber selbst übernommen. Darunter fallen der Fahrtkostenzuschuss, Benzingutscheine, Gesundheitförderung und Erholungsbeihilfen, der Kindergartenzuschuss, die betriebliche Altersvorsorge und die Überlassung eines Computers.

Der Fahrtkostenzuschuss beträgt bis zu 30 Cent pro Kilometer und kann vom Arbeitgeber zu 15 Cent versteuert werden. Benzingutscheine dürfen einen Wert von bis zu 44 Euro haben. Bis zu 500 Euro Gesundheitsförderung sind ebenfalls steuer- und abgabenfrei. Die Beihilfe zur Erholung kann für einen Angestellten bis zu 156 Euro, für dessen Ehegatten bis zu 104 Euro und pro Kind 52 Euro betragen. Die Beihilfe muss im Rahmen zur Erholung gegeben werden, worunter beispielsweise ein Urlaub fällt.

Der Kindergartenzuschuss darf die Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten decken. Eine Weitere Alternative zum Weihnachsgeld ist die Einzahlung in eine betriebliche Altersvorsorge. Auch die Schenkung eines Computers ist möglich, wobei es sich dabei auch um ein Notebook, Smartphone, Tablet oder ähnliches handeln darf. Der Arbeitgeber muss den Geldwert mit 25 % versteuern.

Minijob und ALG I und II

Grundsätzlich ist es möglich, sein Arbeitslosengeld I mit 450 Euro Jobs aufzustocken. Der Job muss dem Jobcenter aber rechtzeitig, d.h. spätestens am Tag der Arbeitsaufnahme gemeldet werden. Die Arbeitsstunden pro Woche müssen außerdem unter 15 Stunden bleiben, denn wer eine Arbeit 15 Wochenstunden ausübt, gilt nicht mehr als arbeitslos.

Wer ALG I bezieht, darf 165 Euro anschlagsfrei dazu verdienen. Jeder Cent mehr wird auf das Arbeitslosengeld gerechnet. Eine Ausnahme ist, wenn innerhalb von 18 Monaten vor der Arbeitslosigkeit bereits ein Minijob ausgeübt worden ist. Dann wird der Lohn nicht nicht auf das ALG I angerechnet.
Empfänger von ALG I bzw. Hartz 4 können 100 Euro anschlagsfrei verdienen.

Minijob und Rente

Bezieher der Regealtersgrenze dürfen grundsätzlich so viel hinzu verdienen wie es ihnen lieb ist. Rentner, die aufgrund von Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder aus anderen Gründen Frührente beziehen, dürfen 450 Euro dazu verdienen. Das heißt ein 450 Euro Basis Job ist in diesem Fall sogar optimal.

Fazit

450 Euro Jobs sind abhängige Beschäftigungsverhältnisse. Es handelt sich hier um Arbeitsverhältnisse, die gleichwertig mit Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigungen sind und aus denen sich auch dieselben Rechte ergeben. 450 Euro Jobs eignen sich besonders für Schüler und Studenten, stellen aber auch Möglichkeiten für Nebeneinkünfte von Rentnern und Empfängern von ALG I oder II dar.

Der Aushilfslohn eines 450 Euro Jobs richtet sich nach dem aktuellen Mindestlohn, der momentan bei 9,19 Euro liegt und vermutlich in den nächsten Jahren noch weiter ansteigt. In der Regel darf bei 450 Euro Jobs die Entgeltgrenze von 5400 Euro im Jahr nicht überschritten werden. Es gibt jedoch Ausnahmen bei unvorhergesehenen Überschreitungen.

Wer ein Jahr lang regelmäßig um die 450 Euro verdient, sollte auf Sonderzahlungen verzichten, um nicht über die Entgeltgrenze zu kommen. Statt Weihnachtsgeld können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern jedoch mit steuer- und abgabenfreien Zuschüssen eine Freude machen.

Kreativer im Job? Wie Sarkasmus es möglich macht

Sarkasmus im Job macht Dich attraktiver, klüger und erfolgreicher.

Du hast Dir vorgenommen im Büro nicht mehr so sarkastisch zu sein? Dich mit dem Spott etwas zurückzuhalten? Das ist keine gute Idee. Ein bisschen sarkastisch zu sein ist nicht nur gut für Dich, Forscher an der Columbia und Harvard University haben herausgefunden, dass Sarkasmus kreative Denkprozesse fördert.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Sarkasmus den Menschen dazu zwingt, über eine Aussage stärker nachzudenken, um ihre tatsächliche Bedeutung des Gesagten zu entschlüsseln. Dafür ist ein höheres Maß an abstraktem Denken erforderlich. Das trägt wiederum dazu bei, dass die Menschen im Kopf kreativere Verbindungen knüpfen.

Der amerikanische Schriftsteller Oscar Wilde hat Sarkasmus einmal als die höchste Form der Intelligenz bezeichnet. Sarkasmus hilft den Menschen dabei über den Tellerrand hinauszuschauen und und neues kreatives Potenzial zu entdecken, Ideen zu finden und Problemlösungen zu entwickeln.

Was ist Sarkasmus eigentlich genau?

Sarkasmus leitet sich aus dem griechischen Wort Sarkasmós ab und bedeutet soviel wie „Verhöhnung oder beißender Spott.“ Diese Art von Humor ist ein rhetorisches Instrument, um eine Person oder Gruppe zu verspotten, zu verletzen und sich dabei noch zu amüsieren. Sarkasmus, auch kreativer Spott genannt, kann hässlich, grausam und verächtlich sein. Die Bedeutung des Sarkasmus erkennt man oft nur im gesprochenen Wort durch eine stimmliche Variation. Dieser offene Spott gilt nicht als Gesprächsstil, mit dem man sich Freunde macht.

Um sarkastisch zu sein oder diese Art Spott zu entschlüsseln, müssen sowohl die Ausdrücke als auch die Empfänger des Sarkasmus den Widerspruch (die psychologische Distanz) zwischen den wörtlichen und tatsächlichen Bedeutungen der sarkastischen Ausdrücke überwinden. Dies ist ein Prozess, der durch Abstraktion aktiviert und erleichtert wird, was wiederum das kreative Denken fördert.

Der Hauptunterschied zwischen Witz und kreativem Spott besteht darin, dass Sarkasmus als Humor verkleidet ist. Eine sarkastische Bemerkung soll weh tun und ist oft bitter und ätzend. Witzige Aussagen sind in der Regel eine Antwort auf die wenig hilfreichen Bemerkungen oder Verhaltensweisen eines Menschen. Sie zeigen die Absicht, das Problem aufzuklären indem die Absurditäten einer Situation hervorgehoben werden. Sarkastische Aussagen werden schneidend ausgedrückt, witzige Bemerkungen werden mit unverhülltem und harmlosem Humor geliefert.

Das heißt jedoch nicht, dass der kreative Spott immer schlecht ist. Es ist nur besser ihn sparsam zu verwenden – wie ein starkes Gewürz beim Kochen. Zu viel Gewürz und das Gericht wird davon zerstört. In ähnlicher Weise kann ein gelegentlicher Schuss sarkastischer Witz ein Gespräch aufpeppen und ihm etwas Humor hinzufügen. Aber eine zu große Portion Sarkasmus wird den emotionalen Charakter jeder Konversation beeinflussen und für den Empfänger sehr bitter schmecken.

Ironie und Sarkasmus – der Unterschied

Ironie (auch Doppeldeutigkeit) und kreativer Spott werden oft verwechselt, was verständlich ist. In einigen Fällen sind diese Spielarten des Humors sogar austauschbar. Dies liegt daran, dass Sarkasmus eine Art Doppeldeutigkeit ist, also sind alle Fälle von Sarkasmus Ironie, aber nicht alle Fälle von Ironie sind kreativer Spott. Das Wort Ironie stammt ebenfalls von den alten Griechen und bedeutet so viel wie Verstellung, Doppeldeutigkeit oder geheuchelte Unwissenheit.

Doppeldeutigkeit ist, wenn man etwas auf eine Art darstellt, aber ganz anders meint. Deshalb wird Ironie auch gerne in der Kunst für Dramen oder für Komödien verwendet. Dieser Humor spricht die Dinge nur indirekt an und muss vom Hörer oder Leser erst entschlüsselt werden. Erkennt der andere die Doppeldeutigkeit nicht, verändert sich die Bedeutung der Aussage. Doppeldeutigkeit wird oft nur in Zusammenhang mit einer Situation deutlich. Häufig wird diese Methode verwendet, um eine Situation aufzulockern und andere zum Lachen zu bringen.

Häufig wird die Doppeldeutigkeit als abgeschwächte Form des Sarkasmus bezeichnet. Sarkastische Bemerkungen können ebenfalls verschlüsselt oder unverschlüsselt formuliert sein. Im Gegensatz zur Doppeldeutigkeit haben sarkastische Aussagen aber immer das Ziel, den Gegenüber zu verletzen. Ein Beispiel von Oscar Wilde: „Wer eine verständige, schöne und gute Frau sucht, sucht nicht eine Frau sondern drei.“

Durch das Stilmittel Doppeldeutigkeit wird immer das Gegenteil ausgedrückt, von dem was eigentlich gemeint ist. Im Unterschied dazu ist der kreative Spott eher ein verdeckter Angriff. Aus diesem Grund ist es oft schwierig, die beiden Begriffe auseinander zu halten.

Und was ist mit Zynismus?

Während sich kreativer Spott und Doppeldeutigkeit auf einzelne Situationen beziehen, geht der Zynismus darüber hinaus. Diese Art von Spott ist eine Philosophie, Haltung oder Lebensanschauung, die geltende Normen und Konventionen ablehnt und ins Lächerliche zieht. Auch Zynismus kann bitter und böse sein, wie zum Beispiel:

„Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft“ (Horaz).

Der Zynismus stammt ebenfalls von den alten Griechen und bedeutet soviel wie „spöttisch, beleidigend, verletzend.“

Diese Art von Spott ist das Gefühl von Misstrauen oder dass etwas nicht gut funktioniert. Manche Leute empfinden Zynismus, wenn Politiker große Versprechen machen. Zynismus verbindet sich gerne mit Sarkasmus. Diese Art von Spott entsteht aus dem Glauben, dass die Menschen im Herzen selbstsüchtig und nicht vertrauenswürdig sind.

Auch sarkastisch zu sein ist der Ausdruck negativer Gefühle wie Zynismus, indem er dramatisch das Gegenteil von dem ausdrückt, was gemeint ist:

„Ich bin ziemlich sicher, dass der Politiker diese Bestechung aus Versehen angenommen hat. Wir alle wissen, wie leicht es ist, das plötzliche Auftauchen von 20.000 Euro auf dem Girokonto zu übersehen.“

Theoretisch lassen sich Sarkasmus, Ironie und Zynismus gut und klar voneinander abgrenzen. In der alltäglichen Praxis kommt es aber immer wieder zu Überschneidungen.

Fünf Wege, um kreativer durch Sarkasmus zu sein

Kreativer Spott ist eine großartige Möglichkeit, um mit anderen zu lachen und aus einer schlechten Situation das Beste herauszuholen. Sarkastisch zu sein ist einfacher als Du vielleicht glaubst. Höre einfach aufmerksam zu, wie andere sarkastische Menschen sprechen. Suche dann nach kreativen Wegen, um in alltäglichen Situationen sarkastisch zu sein. Beachte jedoch, wenn Du zur falschen Zeit oder zur falschen Person sarkastisch bist, kannst Du am Ende die Gefühle von jemandem verletzen. Für den Anfang gilt: kreativen Spott sparsam einsetzen und nicht übertreiben.

1. Verwende Sarkasmus für bestimmet Ideen oder Ereignisse

Wenn Du beispielsweise einen langweiligen Film gesehen hast, kannst Du sagen: „Das hat aber Spaß gemacht.“ Betone das „das“, um Deiner Stimme einen sarkastischen Ton zu verleihen.

+ Hat jemand einen Termin platzen lassen, wäre eine sarkastische Aussage:

„Du wirst nur Ordnung in Dein Leben kriegen, wenn Du mindestens zwei Assistenten beschäftigst.“

+ Vermeide jedoch kreativen Spott auf eine Person zu richten, es sei denn, sie sind Freunde oder nicht anwesend. Durch Sarkastische Bemerkungen über schlechte Entscheidungen von Politikern, Chefs oder Geschäftsführern zu machen, kann andere leicht zum Lachen bringen.

2. Kommentare von anderen kritisieren

Werde kreativer durch Sarkasmus. Wenn jemand etwas offensichtliches sagt, kannst Du auf die unnötige Analyse antworten:

„Echt jetzt, Das habe ich ja noch gar nicht bemerkt.“

Oder

„Faszinierend, ich hatte ja keine Ahnung, dass es gerade regnet.“

3. Auf vorhersehbare Ereignisse aufmerksam machen

Wenn Dir jemand mitteilt, das ein Kollege ein Projekt in den Sand gesetzt hat, kannst Du zum Beispiel antworten:

„Was für eine Überraschung!“

Oder wenn Du erfährst, dass ein Freund, ein notorisch schlechter Autofahrer, einen Unfall hatte. In diesem Fall ist die Bemerkung:

„Hoffentlich ist dem Auto nichts passiert“

ein möglicher Kommentar.

4. Verwende Sarkasmus, um Fehler zu entschuldigen

Einem Freund von Dir misslingt beim Golf ein Schlag und der Ball landet im Nirgendwo. Deine Kommentare könnten lauten:

„Wundervoller Schlag“

oder

„Neue Golfbälle gibt es jetzt bei […] im Sonderangebot.“

5. Wenn etwas schrecklich schiefläuft

Du bist mit dem Auto unterwegs und hast eine Reifenpanne. Statt zu fluchen könntest Du sagen:

„Super, ich wollte schon immer einen Reifen wechseln“

oder

„Das macht meinen Tag perfekt.“

Oder wenn Du Geld aus dem Automaten holen willst und das Gerät ist defekt, könnte Dein Kommentar lauten:

„Ich mache mir sowieso nichts aus Geld.“

So kannst Du Sarkasmus anwenden

Damit Du kreativer durch Sarkasmus wirst, überlege Dir wer Dein Gesprächspartner ist. Jeder reagiert auf Sarkasmus unterschiedlich. Im Allgemeinen solltest Du die Personen gut kennen, mit denen Du zusammenarbeitest. Manche vertragen kreativen Spott besser als andere. Bei Freunden und in der Familie musst Du wahrscheinlich weniger zurückhaltend sein, aber selbst dort ist Sarkasmus nicht immer angebracht. Deine Gegenüber sollten sich trotzdem wohlfühlen, wenn sie mit Dir sprechen.

Auch bei folgenden Personen kann Sarkasmus Probleme machen:

+ Chefs, Lehrer, Polizisten und andere Autoritätspersonen
+ Kollegen und Kolleginnen, die keinen Humor haben oder einfach nicht in der Stimmung sind

Mache keine sarkastischen Kommentare zu Problemen, von denen Du weißt, dass es für Deinen Gesprächspartner ein sehr sensibles Thema ist. Du wirst zwar kreativer durch Sarkasmus, aber manchmal reicht auch ein Witz. Der ist weniger feindselig und leichter zu erkennen.

Überfordere Dein Talent nicht

Etwas Sarkasmus lässt andere lächeln. Aber zu viel Sarkasmus kann andere schnell vor den Kopf stoßen und Menschen dazu bringen, Dich nicht zu mögen. Sarkasmus solltest Du nicht zu oft anwenden, dass die Menschen das Gefühl haben, dass sie nichts um dich herum sagen oder tun können, ohne lächerlich gemacht zu werden. Es gibt keine Möglichkeit zu bestimmen, wie viel Sarkasmus Du anwenden solltest. Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Sarkasmus-Toleranzgrade.

Wenn nötig, solltest Du klarstellen, dass Du sarkastisch bist. Manche Personen kommen mit Sarkasmus nicht so gut klar. Wenn Dein Gesprächspartner Deine Kommentare wörtlich nimmt, solltest Du ihn besser darüber informieren, dass Du sarkastisch warst. Das kannst Du leicht tun, indem Du einfach sagst: „Ich habe nur Spaß gemacht“ oder „Ich war sarkastisch.“

Sarkastischen Kommentare üben

Wenn Du gerne sarkastische Bemerkungen machst, solltest Du üben, wie Du diese in den verschiedenen Situationen einsetzen kannst. Überlege Dir sarkastische Kommentare und wo Du sie verwenden kannst.

Die Häufigkeit, mit der Du Deine sarkastischen Kommentare üben solltest, hängt von der Stärke Deines Gedächtnisses ab. Wenn Du Dir ein paar Kommentare eingeprägt hast, teste ihn und beobachte die Situation. Ist der Kommentar ein Erfolg, kannst Du ihn öfter verwenden. Aber denke daran: Selbst guter Sarkasmus ist irgendwann verbraucht.

Sei kreativ. Die besten sarkastischen Antworten oder Kommentare stützen sich auf Dein tiefes Wissen über Dein Publikum und dessen Vorlieben, Einstellungen und Überzeugungen. Überlege Dir genau, wie Du die unmittelbare Situation und das Gespräch anderer zu einem klugen, sarkastischen Kommentar zusammenfassen kannst.

Sprich mit anderen sarkastischen Kollegen. Wenn Du Dir die Zeit nimmst, um anderen Menschen zuzuhören, die im Sarkasmus gut geübt sind, wird das dazu beitragen, dass auch Du sarkastischer wirst. Achte darauf, wann und wie sie den Sarkasmus anwenden. Höre die Wendung in ihrer Stimme und die Gesichtsausdrücke, die sie verwenden, wenn sie sarkastisch sind.

Habe keine Angst zu versagen

Sarkastisch zu sein, braucht Zeit, Konzentration und Erfahrung. Wenn Du Deine Sarkasmus-Muskeln trainierst, wirst Du irgendwann sarkastisch. Versuche es immer wieder Sarkasmus zu verwenden, auch wenn Du ein paar Bemerkungen machst, die andere nicht verstehen oder nicht für witzig halten.

Fazit

Natürlich ist der Einsatz von Sarkasmus bei der Arbeit oder in sozialen Situationen nicht ganz ungefährlich. Es ist ein Kommunikationsstil, der leicht zu Missverständnissen und Verwirrung führen kann, oder, wenn es besonders hart ist, verletzte Egos oder Bestürzung hervorruft. Wenn sich die beteiligten Personen sich jedoch gegenseitig vertrauen, gibt es weniger Chancen für verletzte Gefühle. Selbst wenn dadurch Konflikte auftreten, führt das letztlich zu kreativen Vorteile für alle Parteien.

Ein bisschen Sarkasmus schadet nicht. Um die Nachricht entschlüsseln zu können, muss der Empfänger den wahren Sinn des Kommentars erkennen und das Gesagte und Gemeinte auseinander halten. Diese Fähigkeit zur Abstraktion ist es, die letztlich zu mehr Kreativität und neuen Lösungen führt.

Durch die neusten Forschungsergebnisse sollten sich Unternehmen dazu inspiriert fühlen, das Thema Sarkasmus erneut zu betrachten. Anstatt dieser Art von Humor vollständig vom Arbeitsplatz zu verbannen, könnten sie den Mitarbeitern helfen und sie über die geeigneten Umstände informieren, unter denen Sarkasmus eingesetzt werden kann. Dadurch würden sowohl die an sarkastischen Gesprächen beteiligten Personen als auch die Organisationen, denen sie angehören, kreativ profitieren.

Private Telefonate, Facebook und Internet – was im Job erlaubt ist und was nicht

Eine kurze Email an die beste Freundin oder eben mal im Internet nach Angeboten nachgesehen und rasch die letzte Rechnung mittels Online Banking zahlen. Was auf den ersten Blick ganz selbstverständlich und einfach klingt, kann im Büro zum Bumerang werden. Wie Du Dein Smartphone am Arbeitsplatz richtig nutzt, oder ob das überhaupt erlaubt ist, solltest Du im Vorfeld klären.

Privates Surfen meist erlaubt

Die Mehrheit aller deutschen Unternehmen gestattet es den Beschäftigten, am Arbeitsplatz privat online zu gehen. Laut der entsprechenden Umfrage des Hightec-Verbandes Bitkom haben knapp 60 Prozent der Firmen kein Problem damit, wenn ihre Angestellten ihr Smartphone am Arbeitsplatz für die private Internetnutzung verwenden.

 

Bei elf Prozent der Firmen gibt es – laut der genannten Umfrage – auch keine expliziten Regelungen, was Privattelefonate oder privates Surfen im Netz betrifft. Knapp ein Drittel verbietet allerdings, dass ihre Mitarbeiter online gehen oder Privattelefonate tätigen.

Private Internetnutzung kein Grundrecht

Du solltest davon ausgehen, dass es Unternehmen nicht automatisch erlauben, dass Du Dein Smartphone am Arbeitsplatz für private Zwecke nutzt. Zu beachten ist, dass etwas nicht grundsätzlich erlaubt ist, weil es schriftlich nicht explizit verboten wurde. Grundsätzlich musst Du als Angestellter eines Unternehmens davon ausgehen, dass Dir sämtliche Arbeitsmittel wie PC, Internet und möglicherweise auch Dein Smartphone ausschließlich für dienstliche Zwecke bereit gestellt bekommst.

 

Gibt es Handyverbote und ein Verbot der privaten Nutzung des Internets, riskierst Du ziemlich viel. Dieses Verhalten wird nämlich nicht als Bagatelle eingestuft und kann mindestens eine Abmahnung bzw. in besonderen Fällen sogar eine verhaltensbedingte Kündigung zur Folge haben. Gibt es Handyverbote im Unternehmen, in dem Du beschäftigt bist, musst Du auch davon ausgehen, dass Du ein Betriebshandy nicht für private Gespräche nutzen darfst.

Privattelefonate können als Arbeitszeitbetrug gewertet werden

Du kannst Dein Smartphone am Arbeitsplatz insofern nutzen, als Du damit in der Pause telefonieren, surfen oder Dich sonst beschäftigen kannst. Grundsätzlich darfst Du das nicht während der Arbeitszeit. Dabei ist klar, dass ein kurzes Telefonat in Notfällen, etwa ein Anruf bei Deinem Arzt oder ein Telefongespräch mit der Kita, von Deinem Arbeitgeber kaum geahndet wird. Ein entscheidender Faktor, wenn es Probleme bei der Nutzung Deines Smartphone am Arbeitsplatz, ist ein unangemessen langes Telefonat.

 

Das kann Dir als Arbeitszeitbetrug ausgelegt werden, womit es eine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung darstellt. Immerhin bezahlt Dich Dein Chef für diese Arbeitszeit, auch wenn Du dabei Privattelefonate tätigst und nicht Deiner tatsächlichen Arbeit nachgehst.

Die Frage nach der Angemessenheit eines Telefongesprächs ist nicht klar definiert. Du kannst Dich aber daran orientieren, dass Du Deinen vereinbarten Arbeitsumfang vollumfänglich erfüllen musst. Zudem dürfen Deine Privattelefonate nicht die Arbeit der Kollegen stören. Kann Dir Dein Chef nachweisen, dass Du aufgrund von privater Nutzung Deines Smartphones am Arbeitsplatz nicht auf die vereinbarte tägliche Arbeitszeit kommst, kann dies schwerwiegende arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Privattelefonate können Kündigung ohne Abmahnung zur Folge haben

Geht es um den Begriff Arbeitszeitbetrug, können die Gerichte Privattelefonate durchaus als Grund für eine verhaltensbedingte Kündigung anerkennen. Meist muss davon allerdings eine Abmahnung erfolgen, erst im Wiederholungsfall erhältst Du die Kündigung. Du kannst aber auch fristlos entlassen werden, wenn Du zum Beispiel immer wieder und stundenlang trotz erteilter Handyverbote telefonierst.

 

Natürlich ist es auch nicht gestattet, von einem dienstlichen Telefonanschluss kostenpflichtige Hotlines anrufst. Denn das verursacht nicht nur immense Kosten, sondern auch mitunter eine Rufschädigung für Deinen Chef.

Handyverbote müssen nicht sein

Grundsätzlich gilt, dass Du Privattelefonate auch dann nicht führen darfst, wenn es kein ausdrückliches Verbot Deines Vorgesetzten darüber gibt. Anders verhält es sich nur dann, wenn Du ein Smartphone am Arbeitsplatz seit langen Jahren privat nutzen darfst und Dein Chef davon weiß, aber nichts dagegen macht. Zu beachten ist, dass er diese stille Genehmigung jederzeit beenden kann und darf, womit es meist generelle Handyverbote gibt.

 

Der mögliche Hinweis, dass Deiner Firma ja keine Telefonkosten entstehen, wenn Du Dein privates Smartphone am Arbeitsplatz verwendest, zählt hier nicht. Denn es geht ja um Deine Arbeitsleistung, die Du für die Firma erbringen musst. Deshalb hat Dein Chef auch das Recht auf eine ungeteilte Arbeitsleistung von Dir während der Arbeitszeit.

Handyverbote benötigen keine Begründung

Um Handyverbote oder das generelle Verbot für Dein Smartphone am Arbeitsplatz – Dein Chef kann Dir beides einfach so verbieten und muss dazu keine Begründung angeben. Das Unternehmen benötigt dazu auch keine Zustimmung des jeweiligen Betriebsrates. Denn als Arbeitnehmer bist Du einfach per Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, Deinen Job ordnungsgemäß unter Nutzung Deiner persönlichen Fähigkeiten zu erledigen.

 

Es kann von Dir also verlangt werden, dass Du konzentriert und sorgfältig arbeitest und auch Deine Arbeit nicht unterbrochen wird, um private Interessen umzusetzen.

Auch wenn es Handyverbote gibt, ist klar, dass Du während der Pausen Dein Smartphone am Arbeitsplatz durchaus nutzen darfst. Du bist auch in absoluten Ausnahme- und Notfällen berechtigt, rasch einen privaten Anruf zu tätigen. Eine Ausnahme ist zum Beispiel wenn Dein Chef kurzfristig Überstunden anordnet und Du deshalb Deine Frau / Deine Partnerin / Deinen Mann / Deinen Partner darüber informieren musst. In diesem Sonderfall darfst Du sogar Dein Firmenhandy für diesen privaten Anruf nutzen.

Kontrolle durch den Chef stark eingeschränkt

Wenn Dein Chef Handyverbote entsprechend kontrollieren möchte, hat er dazu nur einen sehr engen Rahmen, der ihm rechtlich zur Verfügung steht. Eine lückenlose Kontrolle während der Arbeitszeit ist nicht gestattet, immerhin gelten Überwachungsmaßnahmen als Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Wenn Dein Vorgesetzter technische Hilfsmittel wie

  • Kameras
  • Mikrofone
  • Spiegel oder
  • Einwegscheiben

verwendet, um Dich und seine übrigen Mitarbeiter zu „überwachen“, muss im Vorfeld der Betriebsrat gefragt bzw. informiert werden. Unzulässig ist es außerdem, wenn Dein Chef Privattelefonate abhört. Immerhin gilt für alle Angestellten die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes. Das bedeutet, dass Du allein bestimmten können musst, ob Du mit Deinem Gesprächspartner am Smartphone am Arbeitsplatz allein sprechen möchtest oder ob Du gewährst, dass Dritte mithören.

 

Denn gerade das Abhören ist nur dann gestattet, wenn ein besonderer Grund dazu vorliegt, zum Beispiel der konkrete Verdacht auf eine Straftat oder sehr schwerwiegende Arbeitspflichtverletzungen wie die Weitergabe von Betriebsdaten bzw. Betriebsgeheimnissen.

Verbindungsdaten dürfen ausgewertet werden

Zwar darf Dich Dein Chef nicht abhören, während Du Privattelefonate führst. Er darf jedoch Verbindungsdaten Deines dienstlichen Anschlusses entsprechend abfragen und auswerten. Die Zulässigkeit dieser Kontrollen ist zwar gegeben, doch sind sie immer eine Frage des konkreten individuellen Einzelfalles. Dies gilt im übrigen nicht nur, wenn es Handyverbote gibt, sondern auch wenn Du Dein Smartphone am Arbeitsplatz zum Surfen im Internet nutzt.

 

Denn damit riskierst Du mindestens eine Abmahnung, da Du ja in der Zeit, in der Du privat telefonierst oder im Internet suchst, nicht für Deinen Arbeitgeber produktiv sein kannst.

Um Probleme generell zu vermeiden, egal ob es Handyverbote in Deinem Unternehmen gibt oder nicht, solltest Du diesen Sachverhalt mit Deinem Vorgesetzten direkt absprechen. Noch mehr absichern kannst Du Dich durch eine entsprechende Regelung in Deinem Arbeitsvertrag.

Internetnutzung privater Art ist kaum komplett verboten

Das Internet im Büro privat zu nutzen ist kaum einmal tatsächlich komplett verboten. Damit musst Du zwar keine fristlose Kündigung fürchten, wenn Du zwei Minuten pro Tag dazu verwendest, rasch Deinen Kontostand zu prüfen oder schnell das aktuelle Kinoprogramm für den Besuch am Abend zu checken. Konflikte drohen allerdings dann, wenn Du ständig die Möglichkeit zum privaten Surfen missbrauchst und immer wieder für Stunden online surfst statt Deiner Beschäftigung nachzugehen.

Auch wenn mittlerweile in allen modernen Büros internettaugliche PCs vorhanden sind, bedeutet das nicht automatisch, dass Du diese auch privat nutzen darfst. Dazu braucht es auch kein explizites Verbot, denn die Rechner in einem Unternehmen sind in erster Linie Arbeitsmaterialien, um der vereinbarten Beschäftigung nachgehen zu können. Auch hier ist es, ebenso wie es für Handyverbote gilt, mit dem Chef die Vorgehensweise bzw. eine eventuelle private Nutzung im Vorfeld abzuklären.

Emails schreiben im Job – ist das erlaubt?

Eigentlich muss Dein Vorgesetzter Dir nicht extra erlauben, private Dinge online zu erledigen. Wenn es in Deinem Arbeitsvertrag beispielsweise verboten ist, dann hast Du auch keine Möglichkeit, dies zu ändern. Wenn Du das Verbot ignorierst, kann Dir mindestens eine Abmahnung drohen.

 

Auch hier sind wieder – ähnlich wie beim Verbot privater Handynutzung – Ausnahmen bei Notfällen erlaubt, etwa wenn Du einen Krankheitsfall innerhalb der Familie hast und erreichbar sein musst. Auch eine kurze Nachricht mittels SMS an Deinen Partner, dass Du dich verspätest, ist nicht grundsätzlich verboten.

Wichtig zu wissen ist, dass Dein Chefs Emails, die Du geschrieben hast, nicht kontrollieren darf. Für Accounts, von denen Emails gesandt werden können, gilt ebenso wie bei Briefen das Persönlichkeitsrecht. Nur wenn Dein Vorgesetzter ganz begründete Verdachtsmomente hat, darf er Deine Emails prüfen und lesen. Dauerhaft überwachen darf er das jedoch nicht.

Radio hören, streamen – eine eindeutige Rechtslage

Wenn Du Dich jetzt fragst, ob Du Dein Smartphone am Arbeitsplatz nutzen darfst, um Musik zu hören oder Videos zu schauen, ist eine ähnliche Antwort gegeben wie bei der privaten Onlinenutzung generell. Chatten während der Arbeitszeit ist grundsätzlich verboten, da es ja erwiesenermaßen und erfahrungsgemäß von der Arbeit ziemlich ablenkt. Ein Problem kann es dann geben, wenn Du als Angestellter in einem Unternehmen bereits seit Jahren den Arbeitsrechner für private Zwecke nutzen darfst.

 

Damit kann das sogenannte Gewohnheitsrecht zur Anwendung kommen, das Dein Chef nicht von heute auf morgen ändern kann. Will er das private Surfen plötzlich verbieten, muss er das schrittweise durch individuelle Einschränkungen machen, bevor ein komplettes Verbot durchgesetzt werden kann.

Das eine oder andere Video auf Youtube ansehen oder rasch eine Kontaktanfrage auf einem Social Media tätigen, ist also grundsätzlich erlaubt. Es liegt allerdings auf der Hand, dass Du Seiten mit pornographischem oder illegalem Inhalt nicht am Arbeitsplatz besuchen solltest bzw. darfst. Damit schadest Du ja dem Ansehen Deines Arbeitgebers. Abgesehen davon weisen gerade solche Seiten ein erhebliches Potential für den Befall von Viren oder Trojanern auf, womit die Geschäftscomputer erheblich beschädigt werden können.

Wirst Du beim verbotenen Download erwischt, der einen Schaden an der Software des Unternehmens verursachst, wird im ersten Moment der Inhaber des Rechners, also Dein Arbeitgeber, dafür haftbar gemacht. Doch dieser hat es in der Folge meist nicht schwer, den tatsächlichen Verursacher für den Schaden zu finden.

Private Nutzung von Social Medias abklären

Wenn Du mit Deinem privaten Account in sozialen Netzwerken unterwegs sein möchtest, solltest Du das im Vorfeld mit Deinem Vorgesetzten klären. Wenn es generelle Handyverbote oder ein grundsätzliches Verbot von privater Internetnutzung in Deinem Unternehmen gibt und Du begibst Dich auf Facebook und Co. kann Dir eine Abmahnung oder sogar die Kündigung drohen.

 

Deshalb solltest Du Dich im Vorfeld bei Deinem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat entsprechend erkundigen, ob es interne Regelungen gibt. Ist dies nicht der Fall, solltest Du besser davon ausgehen, dass eine private Nutzung Deines Smartphone am Arbeitsplatz verboten ist.

Ist dies allerdings sogar erlaubt, ist es eigentlich klar, dass Du es trotzdem nicht übertreiben solltest. Denn wenn Du während der Arbeitszeit stundenlang online unterwegs bist, musst Du mit Ärger rechnen. Auf Nummer Sicher gehst Du, wenn Du online während der Pausen unterwegs bist.

Nutzung von Social Medias manchmal ausdrücklich gewünscht

Mittlerweile ist es in einigen Firmen sogar ausdrücklich erwünscht, dass Mitarbeiter ihre sozialen Netzwerke pflegen und dort aktiv sind. Gerade für Personalverantwortliche oder Fachkräfte im Bereich des Marketing und der PR-Branche ist dies der Fall. Dabei solltest Du unterscheiden, dass Du in diesen Fällen in jedem Fall den Firmen-Account nutzen musst und nicht Deinen privaten Account.

Gründe, wenn privates Surfen erlaubt ist

Es gibt durchaus Argumente, die für einen freien privaten Internetzugang sprechen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Uni Maryland, wo herausgefunden wurde, dass Arbeitnehmer ihren Onlinezugang für private Zwecke meist 3,9 Stunden täglich nutzten – auch während der Arbeitszeit.
Das hört sich aber schlimmer an, als es eigentlich ist. Denn wenn es Angestellten erlaubt ist, privat online zu surfen, sind sie mindestens ebenso produktiv wie ihre Kollegen, die das nicht dürfen. Zudem sind erstgenannte Mitarbeiter wesentlich öfter bereit, Überstunden zu machen und arbeiteten als Gegenleistung für die Liberalität ihres Chefs öfter freiwillig und ohne Bezahlung.

Fazit

Ob Du ein Smartphone am Arbeitsplatz nutzen darfst – egal ob für private Telefonate oder für Surfen im Internet – kannst Du sicherheitshalber in Deinem Arbeitsvertrag regeln. Auch wenn es in den meisten Unternehmen in gewissem Ausmaß erlaubt ist, solltest Du weder eine Abmahnung noch eine fristlose Kündigung riskieren.

Immerhin kann Dir das bei unbefugtem Nutzen Deines Diensthandys ebenso drohen, wie wenn Du mit Deinem privaten Smartphone telefonierst.

Urlaubstage in deutschen Unternehmen – was Du wissen solltest

Die Urlaubstage sollen die schönste Zeit für Arbeitnehmer sein. Sie sollen sich vom Stress des Arbeitsalltages erholen können und die „Batterien wieder aufladen“, wie man so schön sagt. Für manche Arbeitnehmer werden Urlaubsansprüche allerdings zu einem Streitthema mit dem Arbeitgeber. Nicht selten landen die Streitigkeiten dann vor dem Arbeitsgericht, obwohl meistens bei beiden Seiten von falschen Annahmen ausgegangen wurde.

Seltener, aber dennoch möglich ist, das ein Unternehmer den Arbeitnehmer übervorteilen will. Deshalb sollten Arbeitnehmer nicht nur Angaben wie Lohn oder Arbeitszeit im Arbeitsvertrag prüfen, sondern auch die Angaben zum Urlaub. Außerdem kann man sich bei einem Betriebsrat oder der Gewerkschaft nach internen Regelungen oder einen Tarifvertrag erkundigen, die über die Urlaubsregelungen in Deutschland hinausgehen.

Gesetzlich oder tariflich – welche Vorgaben sind bindend?

Viele nehmen an, das sie für jeden Monat mindestens zwei Tage Urlaub erhalten müssten. Allerdings ist die Annahme verkehrt, denn laut § 3 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz) bezieht sich der Wert auf eine Woche mit sechs Arbeitstagen. Sie müssten also von Montag bis Samstag arbeiten, um den vollen Urlaubsanspruch zu erhalten. In fast allen Unternehmen ist jedoch die Fünf-Tage-Woche Standard. Daraus ergibt sich ein gesetzlicher Anspruch von 20 Tagen im Jahr.

Allerdings wird dieses Minimum in der Praxis in den meisten Unternehmen übertroffen. Durch gewerkschaftliche Tarifvereinbarungen, betriebliche Vorgaben oder individuelle Urlaubsregelungen im Arbeitsvertrag werden regelmäßig mehr Urlaubstage festgeschrieben. Als Arbeitnehmer sollte man sich also kundig machen, welche Regelungen im Unternehmen angewendet werden. Fallen gesetzlich Feiertage in die Zeit des Urlaubs dürfen diese nicht als Urlaubstage angerechnet werden.

Aus diesem Grund ist es auch so beliebt, den Urlaub um Feiertage zu nehmen, da sich dadurch die Zahl der Urlaubstage erhöhen lässt.

Manchen Arbeitnehmern steht mehr Urlaub zu

Die gesetzlichen Urlaubsregelungen sind für Angestellten oder Arbeiter ohne Handicap definiert. Es existieren jedoch zwei Personengruppen, für die andere Urlaubsregelungen gelten. So steht etwa Schwerbehinderten nach §125 Abs. 1 SGB I für jeden Wochenarbeitstag ein Tag mehr Jahresurlaub zu. Arbeitet der schwerbehinderte Arbeitnehmer zum Beispiel in einer Fünf-Tage-Woche erhöht sich der Jahresurlaub um fünf Tage.

Das heißt bekommen andere Arbeitnehmer 30 Tage im Jahr erhalten Schwerbehinderte 35 Tage. Arbeitet der Schwerbehinderte etwa nur drei Tage in der Woche erfolgt die Berechnung in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird der Urlaubsanspruch anteilmäßig berechnet. Bei dem gesetzlichen Anspruch geschieht dies über die Formel

wöchentliche Arbeitstage durch sechs mal 24

Da die wöchentliche Arbeitszeit in den meisten Fällen jedoch nur noch fünf Tage beträgt und auch der Gesamturlaub höher wie die Urlaubsregelungen in Deutschland liegen müssen diese Werte angepasst werden. In unserem Beispiel würde die Formel für den anteiligen Urlaub dann so aussehen.

drei wöchentliche Arbeitstage durch 5 mal 30

Dem Beschäftigten stünden also 18 Urlaubstage an Grundurlaub zu. Im zweiten Schritt kämen dann die zusätzlichen Tage nach § 125 Abs. 1 SGB I hinzu. In unserem Beispiel arbeitet der schwerbehinderte Arbeitnehmer drei Tage in der Woche, damit stehen ihn drei Tage zusätzlicher Jahresurlaub zu. Dadurch hätte er Anspruch auf insgesamt 21 Tage Jahresurlaub.

Auszubildende haben Anspruch auf mehr Urlaub

Eine andere Gruppe, die Anspruch auf mehr Urlaubstage hat, sind Auszubildende. Die Anzahl der Urlaubstage wird hier im Jugendschutzgesetz geregelt – zumindest in der Theorie. In der Praxis ist es dagegen so, das durch Tarifverträge oder Vorgaben im Unternehmen oft schon mehr Urlaubstage gegeben werden. So haben Jugendliche unter 16 Jahren einen Anspruch auf 30 Tage Urlaub. Ist der oder die Jugendliche noch keine 17 Jahre, dann sind es mindestens 27 Urlaubstage.

Bei unter 18 Jährigen müssen mindestens 25 Tage gegeben werden. Ab der Volljährigkeit, also ab 18 gelten für Auszubildende die gleichen Urlaubsregelungen von 24 Tagen wie bei normalen Angestellten. Nach Möglichkeit soll der Urlaub für Auszubildende in der Zeit, in der keine Berufsschule stattfindet, gegeben werden. Ist dies nicht möglich, dürfen die Urlaubstage, die auf Berufsschultage fallen nicht als Urlaub berechnet werden.

Sperrzeit für Urlaub in den ersten sechs Monaten

Wenn ein Arbeitnehmer eine neue Beschäftigung im Unternehmen antritt besteht eine gesetzliche Urlaubssperre. Das heißt in den ersten sechs Monaten hat er keinen rechtlichen Anspruch den bereits erarbeiteten Urlaub zu nehmen. Natürlich erwirbt er in den Monaten bereits den anteiligen Anspruch am Jahresurlaub. Außerdem kann sich der Arbeitgeber kulant zeigen und den Urlaub gewähren. Hier hilft oft Fragen weiter.

Urlaubstage und geringfügige Beschäftigung

Manche Arbeitgeber sind der Meinung, das geringfügig Beschäftigte weniger Anspruch auf Urlaubstage besitzen. Doch dem ist nicht so. Geringfügig Beschäftigten stehen ebenso viele Urlaubstage zu wie Vollzeitbeschäftigen – also 24 Tage bei einer Woche mit sechs Arbeitstagen. Da Beschäftigte auf 450-Euro-Basis in den seltensten Fällen fünf oder sechs Tage in der Woche arbeiten, muss man diese herunterrechnen.

Hierfür wird die gleiche Formel angewendet, wie bei der Berechnung für schwerbehinderte Mitarbeiter. Zu beachten ist, das die Urlaubstage nur an den Tage berechnet werden dürfen, an denen der Arbeitnehmer auch gearbeitet hätte. Beträgt die regelmäßige Arbeitszeit drei Tage in der Woche, darf nicht eine 5-Tage-Woche als Urlaub berechnet werden. Ebenfalls dürfen gesetzliche Feiertage nicht als Urlaubstage angerechnet werden.

Was passiert wenn man im Urlaub Krank wird?

Mittlerweile dürfe allgemein bekannt sein, das sich der Gesetzgeber hier auf den Standpunkt ‚Krankentage sind keine Urlaubstage‘ stellt. Wird der Arbeitnehmer im Urlaub krank, bekommt er die Tage als Urlaubstage gutgeschrieben. Allerdings ist damit auch eine sehr wichtige Pflicht verbunden. Die Krankentage müssen durch ein ärztliches Attest belegt werden. Es reicht also nicht aus, dem Arbeitgeber nur mitzuteilen, das man erkrankt ist. Auch wer erst nach drei Tagen zum Arzt geht, kann nicht erwarten, das die Tage ohne Krankschreibung anerkannt werden.

Urlaub kann nicht genommen werden – Welche Rechte und Pflichten müssen beachtet werden?

Der Urlaubsanspruch besteht immer vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres. In dieser Zeit sollte der Urlaub auch genommen werden und das ist für den Arbeitnehmer bindend. Nimmt er seinen Urlaub ohne einen triftigen Grund nicht bis zum Jahresende, dann wird dies als Fahrlässigkeit gewertet. Dadurch entfällt allerdings auch der Anspruch nicht genommene Urlaubstage in das nächste Jahr mitzunehmen.

In manchen Branchen kann es jedoch unter Umständen vorkommen, das für bestimmte Zeiten eine Urlaubssperre erteilt wird. Das ist zum Beispiel in Urlaubsregionen zur Hauptsaison oder im Einzelhandel vor Weihnachten der Fall. Ist der Arbeitnehmer nicht daran Schuld, das er den Urlaub nicht nehmen kann, wird dieser ins folgende Jahr übertragen. Zu beachten ist jedoch, das die restlichen Urlaubstage bis zum 31. März des folgenden Jahres genommen werden müssen.

Ein finanzieller Ausgleich, also das der Arbeitgeber den für nicht genommene Urlaubstage per Geldzahlung entschädigt ist in den Urlaubsregelungen nicht vorgesehen.

Für Sonderfälle ist Sonderurlaub vorgesehen

Der Gesetzgeber klärt in §616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, das unter bestimmten Umständen zusätzliche Urlaubstage gewährt werden müssen. Leider sind in dem Paragrafen keine Angaben gemacht worden, für welche Gelegenheiten das Gesetz gilt. Daher richten sich die Arbeitgeber nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Aber auch hier gilt, das branchenbezogene Tarifverträge oder interne Urlaubsregelungen weitergehende Angaben möglich.

Allgemein anerkannt sind

Geburt des eigenen Kindes – ein Tag
Tod eines Angehörigen des 1. Grades – zwei Tage
eigenen Hochzeit – ein Tag
Arbeitsjubiläum (25 Jahre und 40 Jahre) – jeweils einen Tag

Neben diesen Sonderurlauben, die je nach Bedarf gewährt werden, gibt es noch Sonderfälle, für die ein jährliches Kontingent vorgesehen ist. Im Einzelnen sind das:

Krankheit des Kindes unter 12 Jahren – 4 Tage je Jahre
Erkrankung eines nahen Angehörigen – 1 Tag im Jahr
ärztliche Behandlung, die mit den Arbeitszeiten kollidiert – je nach Zeitaufwand

Urlaub für Fortbildung steht jedem Arbeitnehmer zu

Über die allgemeinen Urlaubsregelungen und die Regelungen für Sonderfälle wissen viele Arbeitnehmer zumindest in den Grundzügen bescheid. Was viele Arbeitnehmer jedoch nicht wissen ist, das ihnen unter Umständen auch für die berufliche Fortbildung Sonderurlaub zusteht. Diese Regelung ist jedoch nicht im Bundesurlaubsgesetz festgeschrieben, sondern wird von den Ländern individuell festgelegt.

So haben, bis auf Bayern und Sachsen, fast alle Bundesländer eine Regelung erlassen, die dem Arbeitnehmer bis zu fünf Urlaubstage für Fortbildungen zugesteht. Hierbei sind jedoch ein paar Vorgaben zu beachten. So muss die Fortbildung staatlich anerkannt sein und der Arbeitgeber muss die Kosten für die Weiterbildung übernehmen. Kleinere Betriebe können sich eine Lohnfortzahlung von staatlicher Seite erstatten lassen.

Vorsicht wenn unbegrenzter Urlaub gewährt wird

Einige Unternehmen locken Arbeitnehmer mit unlimitierten freien Tagen. Es klingt auch zu schön, man kann jederzeit Urlaubstage nehmen ohne großen Aufwand. Was in der Theorie so nett klingt, kann schnell zu einer Falle für den Arbeitnehmer werden. Ziel des Unternehmens ist es nämlich nicht, dem Arbeitnehmer etwas Gutes zu tun. Der eigentliche Grund ist es, dem Arbeitgeber vom Urlaub abzuhalten.

Durch Sätze wie

„Es ist zwar viel zu tun, aber nimm mal Urlaub“

oder

„Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt um sich weiterzubilden, aber Du brauchst ja Urlaub“

wird ein Druck aufgebaut, dem viele Arbeitnehmer nicht gewachsen sind. Studien haben ergeben, das Arbeitnehmer mit unlimitierten freien Tagen deutlich weniger Urlaubstage nehmen, wie Arbeitnehmer mit festen Urlaubstagen. Unbegrenzter Urlaub ist also mit vorsicht zu genießen.

Haben ältere Arbeitnehmer andere Urlaubsregelungen?

Manchmal hört man, das ältere Arbeitnehmer ab einem bestimmten Alter einen Anspruch auf mehr Urlaubstage hätte. Dies ist nicht der Fall, denn bereits 2012 hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, das so eine Regelung gegen das Gleichheitsgesetz verstößt. Für Verwirrung sorgt dabei, das manche Tarifverträge eine altersabhängige Staffelung der Urlaubstage nach Alter vorsieht. Allerdings sind solche Regelungen unwirksam und der Arbeitgeber darf dieses auch nicht abwenden, wenn er nicht gegen das Gleichheitsgesetz verstoßen will.

Für noch mehr Verwirrung sorgt, das Bundesarbeitsgericht selbst. In einem anderen Verfahren hat es nämlich entschieden, hat es einem Arbeitgeber recht gegeben, der älteren Arbeitnehmern zwei zusätzliche Urlaubstage gewährt hat.

Können Urlaubsansprüche vererbt werden?

Ende 2018 hat der europäische Gerichtshof eine Entscheidung gefällt, die sich mit dem Urlaubsanspruch nach dem Tod des Arbeitnehmers befasst. Hierbei wurde festgestellt, das nach dem Recht der Europäischen Union den Erben eine finanzielle Vergütung für nicht genommene Urlaubstage des verstorbenen Arbeitnehmers zusteht. Zwar steht diesem in den meisten Fällen ein nationales Recht entgegen, welches dieses nicht vorsieht. Erben können sich jedoch auf das Unionsrecht berufen.

Was tun wenn der Arbeitgeber den Urlaubsantrag ablehnt?

Normalerweise ist der Arbeitgeber verpflichtet einen Urlaubsantrag auch stattzugeben. Allerdings gibt es Ausnahmefälle. Das kann zum Beispiel sein, wenn in Urlaubsgebieten Hauptsaison ist. Ein anderer Fall wäre, das bereits mehrere Angestellte für die gewünschte Zeit Urlaubstage beantragt und erhalten haben. Gibt es keinen wichtigen Grund, wie die vorgenannten, darf der Urlaub nicht abgelehnt werden. Leider stehen dem Arbeitnehmer nicht viele Möglichkeiten zur Verfügung um den Anspruch durchzusetzen. Dazu aber im nächste Kapitel mehr.

Was tun wenn der Arbeitgeber gegen die Vorgaben verstößt?

Im Normalfall sollten sich Probleme mit dem Urlaub schnell klären lassen. Arbeitgeber sind sich durchaus bewusst, das sie bei einer gerichtlichen Entscheidung meist das Nachsehen haben. Allerdings steht dem Arbeitnehmer, außer bei einem persönlichen Gespräch auf die Einsicht des Arbeitgebers zu hoffen, nur der Weg eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen offen.

So bleibt bei einem abgelehnten Urlaubsantrag nur die Möglichkeit den Arbeitgeber per einstweiliger Verfügung zur Gewährung des Urlaubs zu zwingen. Ob dies jedoch dem Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zuträglich ist, darf bezweifelt werden.

Kündigung und Urlaubsansprüche

Eine Kündigung ist sowohl für den Arbeitnehmer wie auch den Arbeitgeber eine unangenehme Sache. Oft möchte man diese schnell hinter sich bringen und macht dabei Kompromisse. Allerdings übersehen dabei viele, das bei Kündigung noch ein Anspruch auf Resturlaub besteht. Hier kommt es auf den Zeitpunkt an, zu dem die Kündigung wirksam wird. Wird die Kündigung im ersten Halbjahr, also bis zum 30. Juni wirksam gibt es zwei Möglichkeiten.

Der Arbeitnehmer kann den anteiligen Anspruch als Urlaub nehmen oder falls dies nicht möglich ist als finanzielle Vergütung auszahlen lassen. Erfolgt die Kündigung in der zweiten Jahreshälfte, also ab dem 1. Juli muss der Urlaub gegeben oder ausgezahlt werden. Zu beachten ist jedoch, das sich diese Regelung nur auf den gesetzlichen Anspruch bezieht. Für Urlaubstage die über die Vorgabe gesetzlicher Feiertage hinausgeht kann der Arbeitgeber die Variante frei vorgeben.

Zeitarbeit – ein Überblick und Wissenswertes

Ist Zeitarbeit modern? Ist man als Zeitarbeiter benachteiligt? Wie kommt man zu geeigneten Zeitarbeitern? Was müssen Unternehmen beachten? Und was ist denn Zeitarbeit eigentlich überhaupt genau? Diese und viele andere Fragen versuchen wir in diesem Blogbeitrag zu beantworten.

Wir sprechen über Vor- und Nachteile von Zeitarbeitern im Unternehmen und werden sehen, dass es viele gute Gründe gibt, Leiharbeitnehmer zumindest phasenweise einzusetzen.

Wir beleuchten die Rechte und Pflichten von Unternehmen im Bezug auf die Arbeitnehmerüberlassung und machen uns und Dir bewusst, dass Zeitarbeit keine Schande, sondern eine moderne Möglichkeit der Flexibilität ist, die – richtig gemacht – Vorteile für beide Seiten bringt.

Was ist denn Zeitarbeit eigentlich?

Zeitarbeit bedeutet, der Arbeitnehmer ist bei einer Personalvermittlungsfirma angestellt, die ihn auf Zeit (manchmal auch auf längere Zeit) an Unternehmen verleiht, die gerade einen Bedarf an Arbeitskräften haben. Der Zeitarbeitnehmer arbeitet also im Unternehmen, das ihn entliehen hat, bekommt sein Gehalt/seinen Lohn aber vom Zeitarbeitsunternehmen.

Für den Arbeitnehmer gibt es hier recht viele Vorteile:

– Er bekommt sein Gehalt auch in Leerzeiten, also in jenen Pausen, in denen er gerade von keiner Firma entliehen wurde.

– Zeitarbeit ist ein guter Einstieg in die Arbeitswelt, junge Menschen können so eine Menge Erfahrung sammeln, die sich in ihrem Lebenslauf gut macht.

 

– Nach einer Arbeitslosigkeit ist die Rückkehr in die Arbeitswelt mit Hilfe von Zeitarbeit einfacher.

 

– Viele (vor allem projektbezogene) Stellen werden direkt bei den Personaldienstleistern ausgeschrieben, nicht öffentlich. Das bietet den Arbeitnehmern die Chance auf exklusive Stellen. Nicht selten wird der Leiharbeiter nach dem Projekt in das betreffende Unternehmen übernommen.

 

– Ältere Arbeitnehmer bekommen ebenso eine Chance wie sehr junge Arbeitnehmer.

– Der Arbeitnehmer hat eine sichere Stelle beim Personaldienstleister, inklusive aller Vorteile wie Urlaub, fixes Gehalt (meist nach Branchentarifvertrag) und soziale Absicherung.

Dennoch hat die Arbeitnehmerüberlassung keinen allzu guten Ruf. Es steht im Raum, dass Leiharbeitnehmer nur Nachteile gegenüber den Mitarbeitern der Unternehmen direkt haben, unfair behandelt und ausgenutzt werden und die Unternehmen sich so aus der sozialen Verantwortung ziehen wollen. Aber ist das wirklich wahr? Was bewegt ein Unternehmen, Zeitarbeiter anstatt fixer Mitarbeiter einzustellen?

Hier die besten Gründe:

Mehrarbeit sinnvoll begegnen

Manchmal taucht in jedem Unternehmen plötzlich aus dem Nichts mehr Arbeit auf. Mehr oder größere Aufträge, zusätzliche Auflagen, das Weihnachtsgeschäft, etc. All das kann zusätzliche Kapazitäten notwendig machen und wenn die bestehenden Mitarbeiter nicht überlastet werden sollen, ist es am einfachsten, dem vorübergehenden Mitarbeiterengpass durch Leiharbeiter zu begegnen. So bleiben die Stammmitarbeiter motiviert und gesund und sorgen nicht gleich durch Krankenstände für noch größere Personalengpässe.

Krankheit/Karenz von bestehenden Mitarbeitern

Durch unvorhergesehene Krankheiten oder Schwangerschaften der fixen Mitarbeiter kann es ebenfalls vorübergehend nötig sein, Engpässe zu überbrücken. Karenzvertretungen zu finden ist auf direktem Weg nicht einfach (wer möchte schon einen Job, der von vornherein nur für ein Jahr ausgeschrieben ist?!), also bleibt die Zeitarbeit als probates Mittel zum Zweck. Auch Bandscheibenvorfälle oder Krebserkrankungen, die einen Arbeitnehmer oft monatelang außer Gefecht setzen, sind ein guter Grund für Unternehmen, Zeitarbeit in Anspruch zu nehmen.

Bewerbermanagement

Bewerben und geeignete Bewerber finden ist heutzutage schwierig und kompliziert geworden. Recruitmentverfahren, Assessment Centers, etc. sind vielen Unternehmen einfach zu aufwändig und sie verlassen sich lieber auf die Erfahrung und Expertise des Personaldienstleisters. Dieser übernimmt für sie das gesamte Aufnahmeverfahren und stellt dem Unternehmen nur mehr die Bewerber vor, die aufgrund der Qualifikationen und persönlicher Merkmale gut zum Zeitarbeitskunden passen. Das spart Zeit und Geld für das Unternehmen und bringt insofern wieder mehr Profit.

Schlankere Personalverwaltung

Outsourcing ist heute in aller Munde. Auch der Personalverwaltungsaufwand ist enorm und benötigt Zeit und Personal. Einfacher ist es, die Dienste des Personaldienstleisters in Anspruch zu nehmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – nämlich darauf, dass das Geschäft gut läuft. Den Rest – Buchhaltung, Lohnverrechnung, Urlaubsplanung, etc. – übernimmt das Büro des Personaldienstleisters.

Fachkräfte finden

In vielen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens herrscht ein Fachkräftemangel, dem zu begegnen eine Herausforderung geworden ist. Die Leiharbeitsfirma hat Zugriff auf wirklich viele Lebensläufe und kann so die richtigen Fachkräfte an die richtige Stelle vermitteln.

In welchen Branchen die Zeitarbeit am meisten verbreitet ist, kann man heutzutage gar nicht mehr wirklich sagen. Nicht nur wenig qualifizierte Bauarbeiter werden mittels Zeitarbeit rekruitiert, sondern auch hochqualifizierte IT-Fachkräfte mit einer Menge Erfahrung.

Die größten Zuwächse in der Zeitarbeit kann in den letzten Jahren der Dienstleistungssektor verzeichnen. Auch Studenten sind oftmals glücklich, in der Zeitarbeit eine Möglichkeit gefunden zu haben, ihr Studium zu finanzieren und gleichzeitig durch die Flexibilität, die die Zeitarbeit bietet, genügend Zeit zum Lernen und Studieren zu haben.

Das klingt doch alles gut? Ist es auch – sofern sich Unternehmen nicht aus der sozialen Verantwortung stehlen und alle sich an die Spielregeln halten.

Das musst Du als Unternehmer beachten, wenn Du für Dein Unternehmen Zeitarbeit in Anspruch nehmen willst:

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

In der Zeitarbeit gibt es zwei Arten von Verträgen: Den Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zwischen dem Personaldienstleister und dem entleihenden Unternehmen und den Arbeitsvertrag zwischen der Zeitarbeitsfirma und dem Arbeitnehmer. Pflicht des Personaldienstleisters ist es, dem Unternehmen im Zuge der Arbeitnehmerüberlassung geeignet qualifizierte Mitarbeiter zu vermitteln.

 

 Arbeitnehmerüberlassung bedeutet, dass die Weisungen an den Arbeitnehmer vom entleihenden Unternehmen kommen, obwohl dieses nicht sein Gehalt zahlt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu überprüfen, ob der Personaldienstleister die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung hat. Ist dem nicht so, kann das für Dich gravierende rechtliche Nachteile haben!

Seriösen Personaldienstleister auswählen

Beachte bei der Auswahl der Zeitarbeitsfirma, Dir Referenzen von mehreren Krankenkassen und Sozialversicherungsträgern geben zu lassen (beim Personaldienstleister anfordern!). Jedes Unternehmen – auch die Zeitarbeitsfirma – ist verpflichtet für Ihre Angestellten Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen. Sollte das nicht passieren, haftest Du als entleihendes Unternehmen dafür!

Wasserdichte Zeitarbeitsverträge

Wasserdichte Zeitarbeitsverträge sind in der Arbeitnehmerüberlassung das A und O. Viele Details zu Kosten, faktorbasierter Vergütung, üblichem Übernahmeentgelt, etc. lassen sich online herausfinden. Auch in den Zeitarbeitsvertrag, genauer gesagt in den Arbeitnehmerüberlassungsvertrag gehört die Möglichkeit der späteren Übernahme des Mitarbeiters durch das entleihende Unternehmen.

Mögliche Übernahmen von Mitarbeitern

Es kommt gar nicht so selten vor, dass ehemalige Leiharbeitnehmer nach Ablauf der Höchstüberlassungsdauer in fixe Anstellungen übernommen werden. Am einfachsten ist es, diese Möglichkeit gleich von Anfang an im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag festzuhalten, dann ersparst Du Dir später die mühsame Überprüfung von Konditionen dazu. Wird der Zeitarbeitnehmer als Stammpersonal übernommen, spricht man vom sogenannten ‚Klebe-Effekt‘.

Equal Treatment und Equal-Pay-Gebot

Hierbei geht es – wie der Name schon sagt – um die Gleichbehandlung von fixen Mitarbeitern und Zeitarbeitnehmern. Gleichbehandlung in jeglicher Hinsicht: Der gewährte Zutritt zur Kantine oder die Möglichkeit der Nutzung betriebseigener Verkehrsmittel oder des Betriebskindergartens gehören hier genauso dazu, wie eine gleiche Bezahlung. Dies ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz rechtlich verankert. In der Praxis war es aber oft so, dass dieses Gesetz durch angewandte Tarifverträge ausgehebelt wurde.

 

Gegen diese unerwünschte Entwicklung wird seit Jahren sukkzesive angegangen, bislang mit kleinen Erfolgen. Seit 2017 gibt es in der Zeitarbeit das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, laut welchem ein Leiharbeitnehmer nach dem Equal-Pay-Gebot nach 9 Monaten gleich viel verdienen muss wie ein Stammmitarbeiter. Jedoch ist bereits die Feststellung, was denn ein gleich qualifizierter Mitarbeiter ist, schwierig.

 

Beachtet man neben Ausbildung und Berufserfahrung noch die Vordienstzeiten und Betriebszugehörigkeit, wird man kaum jemanden finden, der wirklich genau die gleichen Voraussetzungen erfüllt – zumal ein Zeitarbeiter ja höchstens 18 Monate im entleihenden Unternehmen bleiben darf. Diese Höchstüberlassungsdauer regelt ebenfalls das AÜG.

 

Nach 18 Monaten der Arbeitnehmerüberlassung muss der Mitarbeiter zu einem anderen Kunden entsendet oder ins Stammpersonal übernommen werden. Ein Nicht-Einhalten dieser Regelung wird zieht Sanktionen nach sich, und zwar sowohl auf Seite der Zeitarbeitsfirma, als auch auf Kundenseite. Einzige mögliche Abweichung von diesem Gesetz ist ein Tarifvertrag, in dem eine Abweichung vorgesehen bzw durch eine Betriebsvereinbarung machbar ist.

 

In der Metall- und Elektroindustrie ist die Höchstüberlassungsdauer sogar auf 48 Monate angehoben. Dazu ist aber auf jeden Fall ein Betriebsrat notwendig. Kleine Unternehmen ohne Betriebsrat und ohne angewandten Tarifvertrag können die Höchstüberlassungsdauer nicht umgehen. Allerdings kann derselbe Arbeitnehmer nach 3-monatiger Pause wieder in das Unternehmen zurückkehren.

 

Der Erfahrung nach ist es immer noch gängige Praxis, dass Unternehmen versuchen das AÜG zu auszutricksen, es wird jedoch seit der Neufassung des Gesetzes immer schwieriger.

Probezeiten

In Zeitarbeitsverhältnissen gelten die selben Probezeiten wie in anderen Unternehmen, allerdings besteht die Probezeit ausschließlich zwischen dem Personaldienstleister und dem Zeitarbeitnehmer. Wird dieser später in ein fixes Beschäftigungsverhältnis übernommen, fängt allerdings eine neue Probezeit an, da der Arbeitgeber ja dann ein anderer ist (auch wenn der ehemalige Zeitarbeitnehmer schon lange bei Dir als Zeitarbeitskunde tätig war).

Kündigungsfristen

Auch bei den Kündigungsfristen gilt ähnliches wie für die Probezeiten: Die Fristen in der Zeitarbeit sind grundsätzlich die gleichen, wie in jedem Arbeitsverhältnis, allerdings gelten sie nur zwischen dem Personalvermittler und dem Leiharbeiter. Das entleihende Unternehmen, also Du, kannst dem Leiharbeiter nicht kündigen.

 

Wird in Deinem Unternehmen Personal abgebaut, ist es Deine Pflicht, die Leiharbeiter als erstes gehen zu lassen. In diesem Fall ist es jedoch nicht so, dass diese arbeitslos werden – sie müssen lediglich mit dem Büro des Personaldienstleisters das weitere Vorgehen besprechen. Eventuell werden sie gebeten, Urlaub oder Überstunden abzubauen – ihr Gehalt muss die Zeitarbeitsfirma jedoch weiterhin bezahlen. Der Wegfall eines Kunden ist kein Kündigungsgrund in der Zeitarbeit!
Es gibt jedoch auch Kündigungsfristen zwischen dem Personaldienstleister und dem Zeitarbeitskunden! Im Überlassungsvertrag kann man diese regeln. Eine andere Möglichkeit ist es, gleich befristete Verträge abzuschließen.

Dokumentationspflichten in der Arbeitnehmerüberlassung

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sieht folgende Dokumentationspflichten vor:

 

– Der Einsatzbetrieb – also Dein Unternehmen – ist verpflichtet, die tägliche Arbeitszeit (Beginn, Ende und Dauer) der Zeitarbeitnehmer aufzuzeichnen und diese Dokumentation mindestens 2 Jahre lang aufzubewahren. Außerdem muss aufgezeichnet werden, wenn der Zeitarbeitnehmer mehr als 8 Stunden täglich gearbeitet hat.

 

– Das Zeitarbeitsunternehmen muss alle erforderlichen Unterlagen sowohl für den Zoll (der die Prüfbehörde für die Einhaltung der Lohnuntergrenzen ist) als auch für die Bundesagentur für Arbeit (die Erlaubnisbehörde) bereithalten. Zu diesen Unterlagen zählen Verträge, Lohnabrechnungen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, etc.

Das Inhouse-Partner-Modell

Das Inhouse-Partner-Modell ist eine moderne Abwandlung der klassischen Zeitarbeit. Viele Zeitarbeitsunternehmen bieten ihren Kunden bereits ganz verschiedene flexible Arbeitsmodelle – Ziel dabei ist eine langfristige Partnerschaft, die beiden Seiten einen Mehrwert bietet. Hierbei werden vor allem größere Unternehmen angesprochen.

Das Büro des Personaldienstleisters übernimmt bei diesem Modell die strategische Planung für die gesamte Belegschaft (oder zumindest die Leiharbeitnehmer). Durch diese Planung wird sichergestellt, dass immer genügend einsatzfähige und eingearbeitete Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind – dadurch steigt die Produktivität.

Da Personaldienstleister und Zeitarbeitskunde bei diesem Modell sehr eng zusammenarbeiten, ist die gegenseitige Abhängigkeit auch groß. Trotzdem hat das Inhouse-Partner-Modell für Dich viele Vorteile, da Vorgänge ständig überprüft und neue Synergien geschaffen werden. Gerade in der Arbeitnehmerüberlassung ist dies ein sehr erwünschter Effekt!

Fazit

Zeitarbeit ist eine moderne Variante der Beschäftigung, wenngleich es sie schon lange gibt. In der heutigen Zeit sind Flexibilität und Mobilität sehr wichtig geworden – sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Unternehmen. Die Arbeitnehmerüberlassung bietet für beide Seiten Vorteile, vorausgesetzt, dass alle Beteiligten sich an die Regeln halten.

Es ist heutzutage definitiv keine Schande mehr, in einem Zeitarbeitsunternehmen angestellt zu sein. Genauso wenig ist es verwerflich, als Unternehmen in Phasen größerer Belastung auf die Zeitarbeit zurück zu greifen. Wie überall im Leben haben alle etwas davon, wenn jeder darauf achtet, dem anderen Partner wertschätzend und respektvoll entgegen zu treten.