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[inwave_heading preview_style_1=““ title=“Arbeitszeugnisse – Der Geheimcode der Personaler“ color_title=“#00366d“]
arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis-Formulierungen müssen laut Gewerbeordnung zwei Bedingungen erfüllen:

  1. Zum einen ist es erforderlich, dass das ausgestellte Zeugnis der Wahrheit entspricht
  2. Darüber hinaus sollte es zu Gunsten des Arbeitnehmers wohlwollend konzeptioniert sein

Unter bestimmten Voraussetzungen ergeben sich in Folge dessen für so manchen Arbeitgeber gewisse Schwierigkeiten. Vor allem, wenn einem Mitarbeiter beispielsweise aufgrund ungenügender Arbeitsleistungen gekündigt wurde und sich dieser um einen neuen Arbeitsplatz bemüht.

Nichtsdestotrotz müssen die Formulierungen in seinem Arbeitszeugnis so gestaltet sein, dass der betreffende Mitarbeiter grundsätzlich keine Nachteile mit Blick auf die Jobsuche hat. Um der Gewerbeordnung gerecht zu werden, machen sich Personaler spezieller Arbeitszeugnis-Codes zu Nutze, die der aktuellen Gesetzgebung in vollem Umfang entsprechen.

Aus diesem Grund ist es für potenzielle Arbeitgeber wesentlich, das Arbeitszeugnis zu verstehen bzw. das Arbeitszeugnis deuten zu können.

Formulierungen im Arbeitszeugnis richtig deuten

Kritische Bemerkungen, sowie Diskreditierungen sind in einem Arbeitszeugnis absolut tabu. Versteckte Hinweise zur Arbeitsleistung oder zu weiteren berufsspezifischen Faktoren durch den Aussteller des Zeugnisses sind hingegen sehr wohl erlaubt. Wenn man es genau nimmt, ist also eine Art „Grauzone“ entstanden.

In Folge dessen hat sich eine „inoffizielle“ Zeugnissprache etabliert, die gespickt ist mit individuellen Arbeitszeugnis-Codes. So enthalten Arbeitszeugnisse heute standardisierte Phrasen, welche auf den ersten Blick recht positiv anmuten. Auf den ersten Blick schaden sie folglich dem Inhaber eines „semi-kritischen“ Zeugnisses nicht.

Wer aber zwischen den Zeilen lesen und das Arbeitszeugnis deuten kann, der erhält oft eine völlig neue Sichtweise: Bewerber, die den einen oder anderen Geheimcode im Arbeitszeugnis nicht kennen oder Personaler, die kein Arbeitszeugnis übersetzen bzw. verstehen können, dürften am Ende möglicherweise das Nachsehen haben.

Jeden Geheimcode im Arbeitszeugnis verstehen

Mitarbeiter, die es nicht verstehen, ihr Arbeitszeugnis zu übersetzen und daher kritische Anmerkungen ihrer ehemaligen Arbeitgeber nicht erkennen, werden es bei ihrer Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gewiss sehr schwer haben.

Auch Unternehmer sollten die Phrasen in jedem Arbeitszeugnis verstehen können. Anderenfalls entscheiden sie sich schlimmstenfalls für einen Stellenanwärter, der nur bedingt den unternehmerischen Zielsetzungen und Vorstellungen entspricht und damit möglicherweise nicht wirklich gut zum Unternehmen passt.

Es lohnt sich daher unbedingt, Arbeitszeugnis Formulierungen-Muster zu nutzen, um sich so mit der gesamten Thematik vertraut zu machen und letztlich die entsprechenden Phrasen auch anwenden zu können.

„War stets bemüht“ vs. „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“

Sofern ein Arbeitszeugnis Fehler aufweist oder unvollständig ist, obliegt dies letztlich der Verantwortung des betreffenden Bewerbers. Denn es ist die Pflicht eines jeden Zeugnisinhabers, die Beurteilung adäquat zu kontrollieren und bei Bedarf Nachbesserungen oder Änderungen beim ausstellenden Unternehmen einzufordern.

Diese Abschnitte sollte ein Arbeitszeugnis enthalten

Neben der Einleitung und ein paar Worten zum Werdegang darf auch die Stellenbeschreibung des Mitarbeiters im Arbeitszeugnis nicht fehlen.

Darüber hinaus sind der Leistungs– und Verhaltensteil sowie eine kurze Erklärung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses elementar. Generell sollte auf wertungsfreie Formulierungen im Arbeitszeugnis geachtet werden.

Falls Rechtschreib- oder Grammatikfehler im Übermaß vorkommen, so kann dies rechtlich als mangelnde Wertschätzung dem Mitarbeiter gegenüber ausgelegt werden. Daher könnte dieser das Arbeitszeugnis anfechten.

Tipp:
Mitarbeiter, die ihr Arbeitszeugnis vom Chef bzw. vom ehemaligen Arbeitgeber in Händen halten, sind gut beraten, als erstes zu prüfen, inwieweit bzw. in welcher Häufigkeit so genannte Relativierungen vorkommen: Worte wie „im Großen und Ganzen“, „war bemüht“ oder „war interessiert“ verleihen einem Arbeitszeugnis immer einen negativen Touch. Denn auf diese Weise wird „versteckt“ zum Ausdruck gebracht, dass seitens des Arbeitnehmers zwar das Interesse an der Tätigkeit vorhanden war. Generell ließ aber die tatsächliche Arbeitsleistung eher zu wünschen übrig.

Insbesondere negative Arbeitszeugnis Formulierungen wie

„das Verhalten des Mitarbeiters XY gegenüber Vorgesetzten war nicht zu beanstanden“

bedeuten nichts anderes, als dass es sehr wohl Gründe zur Beanstandung gegeben hat. Wie diese ausgesehen haben, ist dem Arbeitszeugnis zwar nicht zu entnehmen. Allerdings ist es heute Usus, dass sich Unternehmen, die eine Bewerbung mit einem derartig „aussagekräftigen“ Arbeitszeugnis erhalten haben, telefonisch beim ehemaligen Arbeitgeber des Stelleninteressierten informieren.

Passivphrasen können sich ebenfalls zu Lasten des Mitarbeiters auswirken. Ist zum Beispiel etwas wie

„die ihm übertragenen Aufgaben“

zu lesen, so weiß der Personaler, welcher das Arbeitszeugnis deuten kann, dass es um den Fleiß des Bewerbers offenbar nicht zum Besten bestellt war. Denn wirklich motivierten und leistungswilligen Arbeitnehmern muss man ihre Arbeiten nicht erst „übertragen“, sondern sie erkennen selbst, wo ihre Aktivität gefragt ist. Anders sieht es hingegen bei Arbeitszeugnissen ehemaliger Auszubildender aus. Ihnen wurden in der Tat meist die Aufgaben „übertragen“. Insofern sind entsprechende Formulierungen in diesem Bereich nicht zwangsläufig negativ behaftet.

Tatsächlich „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“?

Wenn jemand nach Meinung des ehemaligen Arbeitgebers die Arbeit

„stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“

erledigt hat, so kann diese Phrase durchaus als sehr positiv bewertet werden. Anders sieht das Ganze allerdings aus, wenn die Dankesformel fehlt. Laut aktueller Arbeitszeugnis- Muster-Formulierungen kann selbst die beste Arbeitsleistung, die im Arbeitszeugnis bescheinigt wird, an Wertigkeit verlieren, wenn der ehemalige Vorgesetzte „vergisst“, dem Mitarbeiter alle guten Wünsche für die berufliche und private Zukunft auszusprechen. Unter diesen Voraussetzungen liegt nämlich der Verdacht nahe, dass man den Arbeitnehmer lediglich loswerden möchte und daher dessen Arbeitsleistung „über den grünen Klee lobt“. Ein weiterer bemerkenswerter Geheimcode im Arbeitszeugnis ist erwähnenswert mit Blick auf die Nennung von Nebensächlichkeiten.

Tückische Arbeitszeugnis Formulierungen und die Folgen

Um Negativbewertungen zu umgehen, nutzen Personaler ausweichende Formulierungen im Arbeitszeugnis. Handelt es sich bei dem Zeugnisinhaber um einen Sachbearbeiter der Buchhaltung, fällt eine Stellenbeschreibung, in der von Tätigkeiten im Empfangsbereich oder im Verkauf die Rede ist, sogleich ins Auge. Denn diese suggerieren dem potenziellen Arbeitgeber, dass der Bewerber für den Bereich Buchhaltung nicht wirklich gut geeignet ist.

Wer es überdies versteht, ein Arbeitszeugnis zu übersetzen, der sollte auch auf arbeitsplatzspezifische Adjektive achten: Bei einem Bankangestellten sollte stets die Ehrlichkeit Erwähnung finden. Ist das nicht der Fall, dürfen künftige Arbeitgeber davon ausgehen, dass sie es möglicherweise mit einem Langfinger zu tun bekommen. Bei Projektleitern, Managern oder Filialleitern sollte unbedingt die Eigenschaft aufgeführt werden, dass diese über gute Führungsqualitäten verfügten. Fehlt diese Angabe, so wird auch hier deutlich, dass sich der potenzielle Arbeitgeber doch eher nach einem anderen Bewerber umschauen sollte.

Vorsicht ist geboten, wenn positive Anmerkungen im weiteren Verlauf des Zeugnistextes relativiert oder gar aufgehoben werden. Derartige Methoden sind ein untrügliches Signal für den Leser eines Arbeitszeugnisses, dass es sinnvoll sein kann, dem interessierten Bewerber genau auf den Zahn zu fühlen.

Fazit

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sein Arbeitszeugnis von einem erfahrenen Profi „auf Herz und Nieren prüfen“ lassen. So können mögliche Fallstricke aufgedeckt und damit die Chance auf einen beruflichen Neuanfang in einem anderen Unternehmen vergrößert werden.

Bewerber und Personaler gleichermaßen sind daher gut beraten, die aktuellen Arbeitszeugnis Formulierungen Muster zu studieren und diese für künftige Bewerbungen zu nutzen. Denn meist erkennt nur der Zeugnisspezialist, in welchem Bereich ein Arbeitszeugnis unbedingt nachgebessert werden sollte.

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